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Betreff: eRadschnellweg 2. Bauabschnitt - Vorstellung der Planungen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage SmartDoc
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Entscheidung
03.04.2014 
39. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke vertagt (zurückgestellt)   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:             

 

Der Ausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.

Begründung:              

 

Ausgangslage:

 

Die Verwaltung hat zusammen mit der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg eine Machbarkeitsstudie zu Radschnellwegen in Göttingen und Umland in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse wurden in einer gemeinsamen Sitzung der Gremien aus Göttingen, Rosdorf und Bovenden am 07.04.2011 vorgestellt.
 

Die Machbarkeitsstudie bildete die Grundlage weiterer Überlegungen zur Finanzierung und den Bau eines Radschnellwegs zwischen Bahnhof und Nordcampus. Mit dem Projekt eRadschnellwege – Umstiege erleichtern im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität des Bundes wird nunmehr in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen eine Teststrecke errichtet, welche dazu dient, den Pedelecverkehr zwischen Stadt und Umland aber auch den Radverkehr im Stadtgebiet insgesamt zu fördern und Einflussfaktoren zu identifizieren, die sich positiv oder auch negativ auf die Akzeptanz von Pedelecs zum beruflichen Pendeln auswirken.

 

Im vergangenen Jahr wurde der erste Abschnitt zwischen Kreuzbergring und Otto-Hahn-Straße fertiggestellt und am 26.11.2013 offiziell eröffnet. Die Überlegungen und Planungen zum 2. Bauabschnitt zwischen Bahnhof und Kreuzbergring werden nachfolgend erläutert. Bei den Planungen hat sich gezeigt, dass im innerstädtischen Bereich die Qualitätsmerkmale eines Radschnellwegs im Vergleich zur Robert-Koch-Straße nur zum Teil erreicht werden können. Ziel ist es deshalb, die Radverkehrsanlagen im 2. Bauabschnitt verkehrssicher und mit hohen Kapazitätsreserven auszugestalten. Die Baumaßnahmen sollen im Herbst 2014 abgeschlossen sein.

 

 

Wahl der Routenführung (2. Bauabschnitt):

 

Zwischen Bahnhof und dem Knotenpunkt Kreuzbergring/Goßlerstraße wurden mehrere Varianten untersucht (s. Anlage 1). Die Ziele des aus Richtung Bahnhof kommenden Radverkehrs liegen überwiegend nördlich der Berliner Straße/Nikolausberger Weg (GWZ, Institute am Käte-Hamburger-Weg, Institute an der von-Siebold-Straße, Klinikum, Nordcampus). Die Bereitschaft, zunächst die Berliner Straße am Bahnhof zu queren um auf der Südseite der Berliner Straße in Richtung Weender Tor zu fahren und dann auf die Nordseite zu wechseln, ist wegen des großen Umwegs für Radfahrer gering. Diese Erkenntnis führte u. a. 2012 zum Ausbau des Hochbordradwegs nördlich der Berliner Straße am Landgericht. Durch die Verbreiterung des Radwegs konnte die Freigabe für den Zweirichtungsverkehr erfolgen. Zwischen Weender Tor und Knotenpunkt Kreuzbergring/Goßlerstraße sind grundsätzlich drei Möglichkeiten der Routenführung denkbar:

 

1. Weender Landstraße – Kreuzbergring

 

Abzüglich der 4 Fahrbahnen bleibt in der Weender Landstraße nicht genügend Platz, um Radschnellwegelemente in ausreichender Qualität zu schaffen. Hierfür wäre ein Komplettumbau und Neuaufteilung des Straßenzugs erforderlich. Dies gilt in ähnlicher Form auch für den Kreuzbergring. Heute wird die Route überwiegend in Südwest-Nordost-Richtung befahren, da vom Weender Tor ausgehend auf der Nordseite des Nikolausberger Wegs eine Fortsetzung in Richtung Osten fehlt.

 

 

2. Über den Universitätscampus

 

Eine Führung über den Universitätscampus für den das Gebiet durchquerenden Radverkehr wird von der Universitätsverwaltung als problematisch gesehen. Auf Grund der zahlreichen Fußgänger in diesem Bereich käme es zu starken Behinderungen durch Radfahrer. Eine offizielle Ausweisung der Radschnellwegtrasse über den Universitätscampus birgt eine erhöhte Unfallgefahr.

 

 

3. Entlang des Nikolausberger Wegs und über die Goßlerstraße

 

Die Route wird heute von Radfahrern auf der Nordseite des Nikolausberger Wegs in Richtung Westen auf dem Bussonderstreifen befahren. In Richtung Osten existiert auf der Südseite ein Hochbordradweg, der vor dem Knotenpunkt Nikolausberger Weg/Goßlerstraße in einen Radfahrstreifen übergeht. Es fehlt eine Fortsetzung für auf der Nordseite der Berliner Straße  vom Bahnhof zum Weender Tor fahrende Radfahrer.

 

Die Verwaltung ist überzeugt, dass unter den gegebenen Randbedingungen die Route Nr. 3 (Nikolausberger Weg - Goßlerstraße) mit den geringsten Nachteilen verbunden ist, der vorhandenen Nachfrage gerecht werden wird und damit den größten Nutzen erzielt. Darauf aufbauend wurden die nachfolgend aufgeführten Maßnahmen entwickelt.

 

 

Maßnahmenbeschreibung:

 

Bahnhof – Knotenpunkt Berliner Straße/Godehardstraße (s. Anlage 2):

Der vorhandene Zweirichtungshochbordradweg auf der Nordseite der Berliner Straße wird zu Lasten der Grünfläche verbreitert und mit einem Sicherheitstrennstreifen zur Fahrbahn ausgestattet.

 

Knotenpunkt Berliner Straße/Godehardstraße (Anlage 3): Der sog. Freie Rechtsabbieger von der Berliner Straße in die Godehardstraße wird zurückgebaut und dadurch Radfahrer- und Fußgängerströme in die Signalisierung einbezogen. Zusätzlich werden Aufstellflächen für Fußgänger und Radfahrer gewonnen und die Radfahrerfurt kann der Nachfrage entsprechend verbreitert werden. Innerstädtische Knotenpunkte mit unsignalisierten Rechtsabbiegefahrstreifen entsprechen aus Verkehrssicherheitsgründen nicht mehr dem Stand der Technik. Erste überschlägige Leistungsfähigkeitsberechnungen für diesen Knotenpunkt haben gezeigt, dass die Qualität des Verkehrsablaufs für die Rechtsabbieger in die Godehardstraße nach Entfall des freien Rechtsabbiegers nicht beeinträchtigt wird. Genauere quantitative Aussagen können mit Beginn der verkehrstechnischen Planungen getätigt werden.

 

Knotenpunkt Berliner Straße/Godehardstraße – Weender Tor:

Dieser Abschnitt wurde wie beschrieben bereits im Jahr 2012 umgebaut und bleibt daher weitestgehend in seinem heutigen Zustand. Eine weitere Verbreiterung des Zweirichtungsradwegs ist aus Platzgründen nicht möglich.

 

Weender Tor:

Hier kreuzen sich heute gerade auf der Nordostseite (Deuerlich) starke Fußgänger- und Radfahrerströme aus allen Richtungen. Die Radfahrerfurten über die Weender Landstraße werden verbreitert und im Bereich des signalisierten freien Rechtsabbiegers neu geordnet. Die nordöstliche Geh- und Radwegflächen werden durch das Verlegen der Mittelinsel des Nikolausberger Wegs und den Entfall der beiden heutigen Radfahrstreifen auf der Fahrbahn wesentlich vergrößert, so dass die Fußgängerströme zukünftig eine größere Aufstellfläche an der Lichtsignalanlage vorfinden. Im Bereich der Nordostecke könnte ein Belagswechsel zu einer erhöhten Rücksichtnahme zwischen Fußgängern und Radfahrern beitragen. Für den von der Universität (GWZ) in Richtung Innenstadt fahrenden Radfahrer ist derzeit eine signalgesicherte indirekte Führung über den Nikolausberger Weg und dann über die Weender Straße markiert. Diese Führung wird von den Radfahrern nicht genutzt; stattdessen fahren die Radfahrer im Bereich des Auditoriums weiter auf dem Gehweg und queren die Weender Straße anschließend ungesichert in Höhe des Walls. Dies ist mit erheblichen Behinderungen des Fußgängerverkehrs vor dem Auditorium verbunden.

Variante 1 (s. Anlage 4): Die Radverkehrsführung von der Nordostecke in die Innenstadt wird beibehalten.

Variante 2 (Anlage 5): Es wird eine indirekte Führung über die Dreiecksinsel eingerichtet. So soll bereits zu Beginn der Querung in die Innenstadt der Radfahrer auf die richtige Seite der Weender Straße geführt werden. Dadurch könnte die Radfahrerfurt über den Nikolausberger Weg in südliche Richtung entfallen und die Fußgängerfurt über den Nikolausberger Weg östlich des Weender Tors nochmals verbreitert werden.

Eine Entscheidung zu Gunsten einer Variante erfolgt nach einer tiefer gehenden straßen- und verkehrstechnischen Untersuchung beider Varianten.

 

Weender Tor – Knotenpunkt Nikolausberger Weg/Goßlerstraße:

Variante 1 (s. Anlage 6): Der Zweirichtungsradweg wird hinter der Wartehalle der Haltestelle „Auditorium“ geführt, um dann auf den heutigen Busfahrstreifen zu wechseln. Somit wird der Radverkehr bis zur Goßlerstraße niveaugleich neben der Kfz-Fahrbahn geführt. Aus Sicht der Verwaltung wird der Busfahrstreifen nicht in voller Länge benötigt, da der Rückstau vom Weender Tor auch zu Spitzenzeiten nur ein geringes Ausmaß erreicht. Die Anfahrbarkeit der Haltestelle „Auditorium“ am Rückstau vorbei sowie die vorzeitige Grünsignalisierung als Maßnahme zur Busbeschleunigung bleiben erhalten. Der Radverkehr wird vom Kfz-Verkehr durch Markierungen, Poller und Bodenschwellen getrennt. Zusätzlich wird noch ein Sicherheitstrennstreifen mit 0,75 m Breite vorgesehen. Die Breite des Radwegs variiert zwischen 2,50 m und 3,25 m. Durch das Hochbord ist der Gehweg optisch und taktil eindeutig vom Radweg getrennt.

Variante 2 (s. Anlage 7): Es wird auf der Fläche des heutigen Busfahrstreifens ein Hochbordradweg errichtet. Die Trennung zur Fahrbahn wird mit dem Hochbord und einem 0,50 m breiten Sicherheitsstreifen gewährleistet. Zwischen Geh- und Radweg wird eine taktile Trennung eingebaut. Bei dieser Variante beträgt die Breite des Radwegs 3,25 m bis 4,00 m. Die Mehrkosten gegenüber Variante 1 betragen ca. 45.000,- €.

Empfehlung der Verwaltung: Variante 2

 

Knotenpunkt Nikolausberger Weg/Goßlerstraße:

Hier wird der Radverkehr aus der Goßlerstraße am Knotenpunkt und damit auch an der Lichtsignalanlage vorbei geführt. Für die Führung des Radverkehrs aus Richtung Weender Tor in die Goßlerstraße sind zwei Varianten vorgesehen.

Variante 1 (s. Anlage 7): Der Radfahrer wird ebenfalls an der Lichtsignalanlage vorbei und dann über eine Mittelinsel über die Fahrbahn der Goßlerstraße geführt.

Variante 2 (s. Anlage 6): Der Radfahrer wird indirekt und signalisiert neben der Fußgängerfurt über die Goßlerstraße geführt.

Für Variante 1 spricht die einfache und direkte Führung, während bei Variante 2 der Radfahrer geschützt durch die Lichtsignalanlage die Goßlerstraße quert. Falls ein Radfahrer aus Richtung Weender Tor mit dem Ziel Goßlerstraße bei Rot den Knotenpunkt erreicht, wird es gelegentlich dazu kommen, dass der Radfahrer an der Lichtsignalanlage vorbei in die Goßlerstraße einbiegt. Nach ersten Aussagen des Gutachters, welcher derzeit die Unfallschwerpunkte im Stadtgebiet untersucht, ist der Variante 2 aus Gründen der Verkehrssicherheit eindeutig der Vorzug zu geben.

Empfehlung der Verwaltung: Variante 2

 

Knotenpunkt Nikolausberger Weg/Goßlerstraße – Knotenpunkt Goßlerstraße/Kreuzbergring (s. Anlage 8):

In diesem Abschnitt wird der Radverkehr analog zum nördlichen Bereich der Goßlerstraße im Mischverkehr auf der Fahrbahn geführt. Der Bereich ist bereits heute als Fahrradstraße ausgewiesen. Bezüglich der Einrichtung zusätzlicher verkehrsberuhigender Maßnahmen werden derzeit Gespräche mit der Landesliegenschaftsverwaltung (als Straßenbaulasträger der Goßlerstraße) und mit der Universität geführt.

 

Knotenpunkt Goßlerstraße/Kreuzbergring (s. Anlage 9):

In den Einmündungsbereichen der Goßlerstraße werden jeweils ein Radfahrstreifen und ein aufgeweiteter Aufstellbereich markiert. Dadurch wird für Radfahrer das Vorbeifahren an den Kfz bis zur Haltelinie ermöglicht. Im nördlichen Einmündungsbereich entfallen dadurch 3 Kfz-Stellplätze.

 

Weiteres Vorgehen:

Bei den in den vorgestellten Lageplänen enthaltenen Darstellungen handelt es sich um die  prinzipielle Linienführung. Nach der Entscheidung über die weiter zu verfolgenden Varianten wird auf dieser Grundlage die Entwurfsplanung erarbeitet. Parallel dazu erfolgt die verkehrstechnische Planung für die Knotenpunkte. Der Bau des zweiten Abschnitts ist für die Sommersemesterferien vorgesehen. Die Maßnahme soll im Oktober 2014 abgeschlossen werden.

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Für den Bau des zweiten Abschnitts sind Mittel i. H. v. 300.000,- € unter der Investitionsnummer 6663005010 vorgesehen. Die voraussichtlichen Baukosten betragen ca. 390.000,- €. Die fehlenden Mittel i. H. v. 90.000,- € sind überplanmäßig bereitzustellen.

Die zuwendungsfähigen Ausgaben für die Verkehrstechnik i. H. v. max. 214.000,- € sind gedeckt über die Investitionsnummer 6163005006.

 

Anlagen:

 

1.                            Routenführung

2. – 9              Lagepläne mit Varianten

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage1 Routenverlauf (243 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2 Bahnhof (3269 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Anlage 3 Berliner Straße_Godehardstraße (3269 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Anlage 4 Weender Tor - Variante 1 (2685 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Anlage 5 Weender Tor Var 2 (1232 KB)      
Anlage 6 6 öffentlich Anlage 6 Goßlerstraße_Nikolausberger Weg (3450 KB)      
Anlage 7 7 öffentlich Anlage 7 Goßlerstraße_Nikolausberger Weg - Varianten Direkte Führung (2413 KB)      
Anlage 8 8 öffentlich Anlage 8 Goßlerstraße (3329 KB)      
Anlage 9 9 öffentlich Anlage 9 Goßlerstraße_Kreuzbergring (3329 KB)      
Stammbaum:
FB61/1052/14   eRadschnellweg 2. Bauabschnitt - Vorstellung der Planungen   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage SmartDoc
FB61/1052/14-1   eRadschnellweg 2. Bauabschnitt - Ergebnis der Variantenprüfung   61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   Beschlussvorlage SmartDoc
 
 

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