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01. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Sportausschusses
TOP: Ö 6
Gremium: Sportausschuss Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 20.12.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:15 - 18:23 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Haus des Sports, Sandweg 5, 37083 Göttingen
Ort:
GoeSF/0112/16 Anpassung der Bäderentgelte für das Badeparadies Eiswiese und die Freibäder zum 01.03.2017
     
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:Göttinger Sport- und Freizeit GmbH & Co. KG   
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Herr Frey berichtet, dass sich die GoeSF im Vorfeld viele Gedanken über die Anpassung der Entgelte gemacht hat und die bisherige Tarifstruktur analysiert und entsprechend der verschiedenen Nutzergruppen angepasst hat. Unterstützung bei dem neuen Preismodell erhielt die GoeSF dabei auch durch die Unternehmensberatung Altenburg, die seit 2016 das Badeparadies analysiert und für die weitere Entwicklungsstrategie Handlungsempfehlungen ausgesprochen hat, um das Bad weiterhin attraktiv zu halten. Ergebnisse dieser Bestandsaufnahme werden den Ausschussmitgliedern nun in einer Präsentation (Anlage 2) durch die Altenburg GmbH vorgestellt, ehe Herr Frey weiter auf die neue Tarifstruktur eingehen wird.

Herr Altenburg erläutert, dass die Unternehmensberatung Altenburg GmbH professionelle und objektive Bäderberatung anbietet und 2016 das Badeparadies Eiswiese „auf Herz und Nieren“ geprüft hat und dem Bad anhand dieser Analyse Empfehlungen für die weitere Entwicklung mit an die Hand gibt. Zunächst betont er. dass das Badeparadies Eiswiese ein sehr gutes Betriebsergebnis erzielt und im internen Ranking der durch Altenburg betreuten Bäder (knapp 100) den zweiten Platz belegen würde. Die GoeSF bietet mit der Eiswiese ein sehr gutes Produkt, verfügt über freundliches Personal, hat ein breit gefächertes Angebot und versorgt nahezu alle Zielgruppen. Die GoeSF und die Stadt Göttingen kann zu Recht stolz auf das sein, was hier geleistet wird und gerade aus diesem Grund ist es wichtig, kontinuierlich in dieses Produkt zu investieren, um es weiterhin attraktiv zu halten und sich nicht irgendwann unüberschaubaren und nicht zu bewerkstelligenden Kosten gegenüber zu sehen.

Herr Steinert-Lieschied stellt kurz die Analyse der Eiswiese hinsichtlich der Räumlichkeiten, Gastronomie und Preise vor und in welchen Bereichen dringend Handlungsbedarf besteht. Während der Saunagarten mit viel Liebe und Sachverstand gestaltet ist und keiner Optimierungen bedarf, sollte der Innenbereich dringend saniert werden. Der Erlebnisunterschied zwischen innen und außen wird als extrem empfunden, die Saunen und Ruheräume sind wenig attraktiv, Dusch und Sanitärbereiche werden als zu klein empfunden. Die Besucherzahlen in der Sauna sind seit 2013 leicht rückläufig, ebenfalls ein Anlass, in diesem Bereich tätig zu werden. Bezüglich Personaleinsatzplanung, Öffnungszeiten und dem Restaurant Poseidon besteht aktuell kein Handlungsbedarf.

Herr Altenburg empfiehlt aus Beratersicht, die räumlich separierte Damensauna an zwei Tagen nicht beizubehalten, sondern stattdessen einen Damensaunatag in der gesamten Anlage anzubieten. Die Besucherzahlen anderer Bäder, die dies so anbieten, seien meist ausgezeichnet. Insgesamt gesehen weist das Badeparadies eine gute Preisstruktur auf, allerdings fehlt aus Sicht der Berater ein attraktives Angebot für Familien und die fünf Zeittarife sollten reduziert werden, da sie beim Besucher erfahrungsgemäß einen gewissen Zeitdruck erzeugen. Generell ist das Preisniveau der Eiswiese sehr sozial und mit Blick auf den Wettbewerb gut platziert. Trotz guter Betriebsergebnisse sollte sich die GoeSF allerdings nicht scheuen, die Preise anzugleichen und im Vergleich zu anderen Bädern und Saunen tariflich nachzuziehen. Zudem sei es wichtig, dass die Attraktivität des Freizeitbades gesichert und der Saunainnenbereich kapazitativ weiterentwickelt wird. Hier besteht mehr Bedarf an attraktiven Ruheplätzen mit Verweilqualität, die die Zahl der Schwitzplätze um 100% übersteigen sollte. Weiter empfiehlt er die Errichtung eines Salzhauses im Saunabereich und beziffert die Investitionskosten für den Umbau mit etwa 2 - 2,5 Mio. €. Weitere Optimierungsmöglichkeiten sieht die Altenburg GmbH im Kurshandling und der Schaffung von Kompetenzfeldern, beispielsweise AquaJogging oder AquaCycling, in der Shopausweitung als Steigerung der Dienstleistungsqualität, in der Saunagastronomie mit dem Angebot „leichterer“ Kost, in dem Einführen eines bargeldlosen Zahlungssystems im gesamten Bad und der optischen Aufwertung der Empore in der Schwimmhalle. Herr Altenburg empfiehlt weiter, regelmäßige Spielnachmittage für Kinder anzubieten und die Magic Moments beizubehalten. Abschließen betont er, dass die Leitbilder des Badeparadieses Eiswiese, u.a. das moderne Freizeitangebot für Göttingen und die Region, das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis, die freundliche und zuvorkommende Dienstleistung, die Heimat des Schul- und Vereinssports und das grundehrliche und solide Angebot in der Sauna weiter gestärkt und ausgebaut werden müsse.

Herr Frey erläutert die den Mitgliedern des Sportausschusses bereits vorliegenden Vorschläge zur Entgeltanpassung im Badeparadies Eiswiese und den Freibädern zum 01.03.2017, die die Gedanken der Unternehmensberatung Altenburg aufgreifen. So wird der einstündige Tarif nebst Guten-Morgen- und Mondschein-Tarif beibehalten, ebenso gibt es weiterhin die Tageskarte. Statt der 2-,3- und 4-Stunden-Tarife gibt es zukünftig nur noch den 2,5-Stunden-Tarif, der sich mit den Erfahrungen der prozentualen Verteilung der Verweildauer deckt. Etwa 80 % der Besucher nutzten bisher den Kurzzeit- und den 2-Std.-Tarif. Allerdings waren im Segment des 2-Std.-Tarifs Nachzahlungen in erheblichem Umfang zu verzeichnen, so dass die Ersetzung dieses Tarifes durch den 2,5-Std.-Tarif gerechtfertigt ist. Durch die erhebliche Reduzierung des Zeitdrucks erhöht sich somit auch die Aufenthaltsqualität vieler Gäste. Neu hinzu kommt der Familientarif für 2,5 Std., der aufgrund hoher Nachfrage bei der Zielgruppe selbst und dem Anspruch des selbst deklarierten „Familienbades“ sinnvoll erscheint. Zudem bieten die vergleichbaren regionalen und überregionalen Bäder mittlerweile nahezu ausnahmslos Familienkarten an, so dass in diesem Segment hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit einfach nachgezogen werden müsse.
Eine Anpassung der Preise wird aber auch aufgrund enormer Kostensteigerungen in den letzten vier Jahren in den Bereichen Energie, Waren, Dienstleistungen, Personal, Gebäude- und Technikunterhalt dringend notwendig, zumal es heute kaum noch möglich ist, einzelnen Komponenten zu wechseln, sondern stattdessen ganze technische Systeme ausgetauscht werden müssen.
Herr Frey berichtet weiter, dass die letzte Anpassung der Freibadentgelte im Jahr 2009 erfolgte und dass die geplante Preiserhöhung zur kommenden Saison nun auch aufgrund vieler Sanierungsmaßnahmen nötig wird. Das Freibad in Weende wird komplett saniert und auch im Freibad am Brauweg werden nach und nach Umbaumaßnahmen durchgeführt, um das bestehende Angebot zu sichern bzw. zu verbessern. Diese Kosten können nicht immer allein von der GoeSF getragen, sondern müssen auch mit einem kleinen Prozentsatz an die Besucher weitergegeben werden. Zumal leistet sich die Stadt Göttingen den Luxus, bei 130.000 Einwohnern drei Freibäder zu unterhalten. Dieses Überangebot wird von den Bürgern allerdings auch so gewollt, somit müssen sie sich an dem Erhalt dieses Luxus auch finanziell beteiligen.

Frau Morgenroth bittet in Bezug auf die Mail von Herrn Juhle, die alle Sportausschussmitglieder erhalten haben, um Stellungnahme hinsichtlich der geplanten Familienkarte.

Herr Hirt erläutert, dass durch die Einführung einer Familienkarte für 2,5 Std. ein Wertvorteil entsteht. Der Preis beträgt 18,40 €r 2 Erwachsene und 2 Kinder und entspricht dem bisherigen Eintritt dieser Gruppe für 2 Stunden. Dieser Mehrwert macht sich dabei nicht nur auf den Preis bemerkbar, sondern wirkt auf dem Komfortverlust durch Zeitdruck, der beim 2-Std.-Tarif oft entstanden ist, entgegen.

Herr Schu fragt, wie viel höher der Anteil der Subventionen wäre, wenn die Preiserhöhung mi März 2017 nicht erfolgt.

Herr Frey beziffert den Wert mit 240 T €, die der GoeSF dann aber fehlen würden, um damit in das Bad selbst zu investieren, um das bestehende Angebot zu erhalten bzw. zu verbessern.

Herr Altenburg betont nochmals, dass mit Investitionen in die Infrastruktur des Bades nicht mehr gewartet werden sollte, um nicht zu einem späteren Zeitpunkt unüberschaubare Kosten zu haben.

Herr Frey weist darauf hin, dass Kinder von SGB2-Empfängern von einer zusätzlichen Ermäßigung profitieren.

Herr Henzegt hinzu, dass man nicht vergessen sollte, dass Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr in Begleitung eines Erwachsenen kostenfreien Zugang in das Badeparadies Eiswiese erhalten.

Herr Tugcu fragt, ob das Angebot der Familienkarte auch andere Personenkonstellationen, wie z.B. 1 Erwachsener und 3 Kinder, miteinbezieht.

Herr Frey erläutert, dass mindestens eine erwachsene Person und mindestens zwei Kinder für den Erwerb der Familienkarte anwesend sein müssen. Das Angebot greift zudem nicht nur bei den eigenen Kindern, sondern auch bei denen von Freunden oder Nachbarn und stellt ein hervorragendes Modell dar, um in einer Gruppe in einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis schwimmen zu gehen.

Herr Gruber erkundigt sich nach den Kosten für die Mitglieder der Sportvereine.

Herr Frey berichtet, dass die Mehrkosten von ca. 10 T € / Jahr durch die Mitglieder mitgetragen werden, diese allerdings erst 6 Monate später an die Vereine weitergegeben werden.

Herr Rudolph gibt zu Protokoll, dass mit dem Erwerb einer SparCard, die in drei Größen angeboten werden, weitere Nachlässe beim Eintritt möglich sind. So würde beispielsweise der einstündige Tarif mit einer kleinen SparCard statt 3,90 € nur noch 3,55 € betragen und gleicht sich dem bisherigen Tarif fast an.

Herr Mack fragt Herrn Altenburg, ob er die Struktur der SparCards für empfehlenswert hält.

Herr Altenburg bejaht dies, warnt aber davor, weitere Rabattierungen einzuführen. Bezogen auf die Entgelte für die Freibäder fügt er hinzu, dass der bundesweite durchschnittliche Eintrittspreis bei 4,00 € liegt, die Göttinger Freibäder mit 3,50 € also noch weit darunter liegen.

Herr Schu findet, dass die neue Preisstruktur leider nicht die Personen mit niedrigem Einkommen berücksichtigt und es bei der Erhöhung Kindern immer schwieriger gemacht wird, richtig schwimmen zu lernen.

Herr Köhler betont, dass es sich bei der Vorstellung der geplanten Entgeltanpassung um eine Grundstruktur handelt und diese für den Großteil der Bevölkerung angemessen ist. Für Menschen mit geringerem Einkommen müssen andere Strukturen gelten, die allerdings nicht von der GoeSF getragen werden können.

Herr Frey sieht in der jetzigen Diskussion keine Dissenz, sondern einen Ansatz, ggf. weitere Lösungen zu finden. Jedoch ist die GoeSF selbst nicht in der Lage, diese Kosten zu übernehmen. Die Subventionierung der Badbesuche von Menschen mit geringem Einkommen, nicht nur für deren Kinder, muss politisch geregelt werden und kann sich dann auch in den Eintrittspreisen für die Eiswiese widerspiegeln. Die Karten dafür sind jedoch durch den städtischen Haushalt zu tragen.

Frau Oldenburg befürwortet die neue Tarifstruktur und hält es für sinnvoll, die Preise jetzt zu erhöhen, zumal zahlreiche Investitionen in den kommenden Jahren zu leisten sind. Sie lobt darüber hinaus das Marketing der Eiswiese, findet allerdings, dass das Modell der Familienkarte für die Besucher noch plakativer sein müsste, beispielsweise durch das Abbilden von kleinen und großen Pinguinen.

Frau Morgenroth ist der Meinung, dass die Investition in die Eiswiese, insbesondere in den Saunainnenbereich, eine Qualitätssteigerung ist und den Besuchern selbst zugutekommt.

Herr Altenburg betont, dass es bei den geplanten Maßnahmen hauptsächlich darum geht, die Existenz zu sichern und nachhaltig zu investieren, um die Einzigartigkeit und geographische Monopolstellung weiter zu stärken.

Herr Feuerstein sieht keinen Nachteil in der Einführung der Familienkarte und insgesamt der neuen Tarifstruktur des Badeparadieses Eiswiese. Er lobt die gute Arbeit der GoeSF und gibt abschließend noch den Hinweis, dass eine Familie mit zwei Erwachsenen und vier Kindern beim Kauf einer großen SparCard und der Nutzung des Familientarifs bei knapp unter 20,00 € pro Besuch liegt. Für eine sechsköpfige Familie ist dies ein sehr attraktiver Preis.

Herr Henze erläutert kurz, dass die SPD-Fraktion dem Antrag zur Anpassung der Eintrittspreise im Badeparadies Eiswiese und in den Freibädern zustimmt. Aus seiner Sicht sind die dargelegten Gründe zur Erhöhung nachvollziehbar, schon allein aufgrund der gestiegenen Energie- und Personalkosten nachvollziehbar. Gut bezahltes Personal arbeitet besser, was sich wiederum direkt auf den Gast auswirkt. Auch wenn Preiserhöhungen immer und generell nicht gerne gesehen werden, führt kein Weg daran vorbei und die moderate Anpassung der Preise nach vier Jahren im Badeparadies und nach acht Jahren in den Freibädern sollte insgesamt positiv betrachtet werden.

Herr Dr. Häntsch unterstützt die Ausführungen von Herrn Frey und Herrn Altenburg und befürwortet, dass es künftig einen Familientarif geben wird. Die CDU wird dem Antrag somit ebenfalls zustimmen.

Herr Feuerstein befürwortet kürzere Abstände für Entgeltanpassungen, da diese dann in kleineren Stufen erfolgen können. 

Herr Dr. Häntsch beendet den TOP nach zustimmender Kenntnisnahme des Sportausschusses.

Zustimmung bei einer Gegenstimme

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich 20161213_PRÄ_Altenburg_Saunakonzept_Eiswiese (345 KB)      

 

 
 

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