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39. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle
TOP: Ö 7
Gremium: Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 25.08.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:30 - 18:05 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Deutsches Theater - Studio, Theaterplatz 11, 37073 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
FB41/0358/16 Erinnerungskultur an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:41-Fachbereich Kultur   
 
Beschluss

Frau Dr. Schlapeit-Beck erläutert die Vorlage der Verwaltung, die neben der bereits im Internet erfolgten Veröffentlichung des Abschlussberichtes über den Widerstand in Göttingen von Herrn Dr. Driever die Anbringung eines in Form und Gestaltung dem Zwangsarbeiter-Denkmal vergleichbaren Gedenksteins am Thomas-Buergenthal-Haus (Stadtbibliothek) als zentrale Erinnerungstafel vorschlage. Darüber hinaus solle vor dem Gedenksteinr die Zwangsabeiter/innen und dem Gedenkstein für die aus politischen u.a. Gründen Verfolgten jeweils einem QR-Code-Stein verlegt werden mit Verlinkung zu den entsprechenden Internetseiten des Stadtarchivs.

Darüber hinaus werde die Verwaltung auf Basis einer Bestandsaufnahme und Schwachstellenanalyse der im öffentlichen Raum befindlichen Gedenkstätten und jährlich wiederkehrenden Gedenkveranstaltungen sowie anderer Formen des Gedenkens im städtischen Raum ein Konzept der Erinnerungskultur mit Vorschlägen und geeigneten Verbesserungsmaßnahmen erarbeiten und auf der homepage der Stadt Göttingen werde eine zentrale Subdomain für die Erinnerungskultur an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen eingerichtet. Dort sollen alle verfügbaren und für Göttingen spezifischen Informationen, Forschungsergebnisse, thematischen Querverweise u.a.m. veröffentlicht werden bzw. durch Verlinkung zu bereits bestehenden subdomains und homepages erreichbar sein.

Bezüglich des vor dem Thomas-Buergenthal-Hauses geplanten Gedenksteins für die aus politischen und anderen Gründen Verfolgten führt Frau Dr. Schlapeit-Beck aus, dass hier keine Namen von Verfolgten aufgenommen werden sollen, da nur schwer abgrenzbar sei, was als Widerstand definiert werden könne. Letztlich erfolge über den QR-Code-Stein eine Verlinkung mit den den aktuellen Forschungsstand widerspiegelnden Homepages/Subdomains.

Ziel sei es, für Göttingen ein Gesamtkonzept für eine Erinnerungskultur in Göttingen zu entwickeln, dass leicht zugänglich sei. Hierfür sei auch der Austausch mit Herrn Prof. Dr. Schumann vom Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte geplant.

r die vorgestellten Maßnahmen gehe die Verwaltung von Kosten in Höhe von rd. 20.000 € aus, die nach Aussage von Frau Dr. Schlapeit-Beck aus dem laufenden Etat des Fachbereiches Kultur bereitgestellt werden können. Für die Entwicklung eines Konzeptes für eine Erinnerungskultur in Göttingen schlage die Verwaltung eine Beauftragung von Herrn Dr. Driever vor, der seit Jahren zu diesem Thema forsche.

Als ein weiterer Schritt sei eine Freilegung und öffentliche Zugänglichkeit der Gefängniszellen im Gebäude der heutigen Stadtbibliothek (und damaligen Stadtgefängnisses) geplant.

Bezüglich einer Bitte der Geschichtswerkstatt Göttingen e. V. auf Anbringung eines QR-Code-Steines am städtischen Zwangsarbeiterdenkmal, der auf die in der BBS 2 untergebrachte Dauerausstellung des Landkreises Göttingen zur Zwangsarbeit hinweise, führt Frau Dr. Schlapeit-Beck aus, dass auf diese Ausstellung auf der städtischen Homepage zum Thema Zwangsarbeit hingewiesen werde. Diese bestehende Verlinkung könne noch etwas deutlicher herausgestellt werden.    

Nach Aussage von Frau Gerl-Plein seien die geplanten Maßnahmen grundsätzlich begrüßenswert. Sie sei allerdings der Ansicht, dass sich die Maßnahmen zur Erarbeitung einer Erinnerungskultur nicht nur allein auf Göttingen beziehen könnten. Insofern bitte sie darum, auch die Dauerausstellung des Landkreises Göttingen zu berücksichtigen. Da die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter nach ihrer Kenntnis zwischen Stadt und Landkreis wechselten, gehöre die Dauerausstellung in das „Gesamtensemble“, wobei sie die technische Umsetzung als eher zweitrangig ansehe.

Auch weise sie darauf hin, dass die Dauerausstellung sich in fußufiger Nähe zum  städtischen Gedenkstein befinde und dort ein Hinweis auf die Ausstellung für Kinder, Jugendliche, Pendler und Touristen sinnvoll sein.

Herr Arnold erklärt, dass er den Vorschlag von Frau Gerl-Plein unterstützte.

Herr Beck verweist darauf, dass die Stadt Göttingen für eine Erforschung der Zwangsarbeit in Göttingen seinerzeit explizit einen Auftrag an Frau Dr. Tollmien erteilt habe, die auch für die zentrale Internetseite des Stadtarchivs mitverantwortlich sei. Grundsätzlich habe sich die zunächst als Wanderausstellung konzipierte und von Seiten der Stadt und der Göttinger Kulturstiftung mitfinanzierte Ausstellung insbesondere auf die umliegenden Orte bezogen. Zwangsarbeit in Göttingen werde in dieser seines Erachtens eher statischen Ausstellung nur in einem sehr kleinen Abschnitt behandelt.

Anschließend beschließt der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft einstimmig die Vorlage der Verwaltung. 

 
 

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