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37. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle
TOP: Ö 5.1
Gremium: Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 21.04.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:30 - 19:25 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: musa e.V., Hagenweg 2a, 37081 Göttingen
Ort:
FB41/0350/16 Empfehlungen und neues Konzept für das Städtische Museum Göttingen
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage SmartDoc
Federführend:41-Fachbereich Kultur   
 
Abstimmungsergebnis
Beschluss

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Änderungsantrag SPD-Fraktion vom 20.04.16 (39 KB)      

Zu den Tagesordnungspunkten 5 und 5.1 führt Herr Lieske einleitend aus, dass von Seiten der Verwaltung nur eine Beschlussempfehlung über die Vorlage 5.1 vorgesehen sei. Die Vorlage zu TOP 5 wurde als Bestandteil der Beratung/Diskussion nur als Hinweis ergänzend aufgenommen. Insofern sei die hier gewählte Aufnahme als eigener Tagesordnungspunkt missverständlich.  

Gegen den Vorschlag der Verwaltung, nur über den Tagesordnungspunkt 5.1 zu beschließen, erhebt sich kein Widerspruch.

Herr Arndt erklärt nachfolgend für die SPD-Ratsfraktion, dass ergänzend zu der Vorlage der Verwaltung zu TOP 5.1 ein Änderungsantrag gestellt werde (Anlage 2). Dieser sehe neben der von der Verwaltung bereits vorgeschlagenen Beschlussempfehlung über das Museumskonzept mit Ausnahme des Punktes 12 hinaus auch eine Herausnahme/eine Nichtabstimmung über den Punkt 9 - Raum - vor.

Zur Begründung führt Herr Arndt aus, dass nach Ansicht seiner Fraktion das Konzept durch diese beiden Punkte als auf den jetzigen Standort zugeschnitten angesehen werde. Die SPD-Ratsfraktion wolle eine Diskussion über den zukünftigen Standort aber offener halten und sich auch noch nicht auf Raumgrößen festlegen. Er verweise in diesem Zusammenhang auf seine bereits früher getroffene Aussage, dass seine Fraktion grundsätzlich r ein stadthistorisches Museum plädiere und die bisher durchgeführten Sanierungen der Posthalterei und des Hardenberger Hofes positiv seien. Auch werde zurzeit mit den Inventarisierungsarbeiten und der Dokumentation des Sammlungsbestandes eine wichtige, öffentlich aber nicht wahrnehmbare Arbeit geleitet.

In Bezug auf die Sanierung der Remise allerdings erkenne er allenfalls eine scheibchenweise“ Sanierung, die noch sehr lange dauern werde und insofern das Museum nach seiner Aussage „eine lange Zeit nicht stattfinde, weil die Remise nicht fertig werde.“ Insofern verweise er auch auf den von seiner Fraktion in der letzten Ratssitzung eingebrachten Antrag bezgl. der lebendigen Gestaltung des Städtischen Museums während der Sanierung, um dem Museum zu einer größeren Präsenz in der öffentlichen Darstellung zu verhelfen. Grundsätzlich erinnere er in diesem Zusammenhang auch an eine Prüfung möglicher Kooperationsmöglichkeiten. Da r das „Forum Wissen der Universität derzeit noch keine konkreten Planungen bestehen würden, so müsste nach seiner Ansicht alternativ auch über Ausstellungen u. a. im Alten Rathaus oder z. B. in Industriehallen nachgedacht werden.      

Herr Becker erklärt, dass die Ausführungen von Herrn Arndt für ihn teilweise nachvollziehbar seien, er mit einer Entscheidung über das vorliegende Konzept aber keine Präjudizierung über den zukünftigen Standort sehe. Den in dem Konzept vorgeschlagenen Raumbedarf für die Kernausstellung halte er für passend für Göttingen. Er befürchte aber, dass es auf absehbare Zeit keinen alternativen Standort für eine Umsetzung des Konzeptes geben und dieses dadurch substanzlos werde. Grundsätzlich müsste daher ein Auftrag an die Verwaltung auf Benennung von Alternativstandorten einschließlich der zu erwartenden Kosten erteilt werden. Er persönlich sehe allerdings keinen alternativen Standort und er befürchte, die Situation bleibe auf Jahre so, wie sie derzeit sei. In diesem Zusammenhang verweise er auch auf die im Rahmen der Konzeptentwicklung durchgeführte Bürgerbeteiligung und hierdurch ggf. entstandene Erwartungen.

Mit dem von der SPD-Ratsfraktion eingebrachten Änderungsantrag sei er nicht zufrieden und werde diesen daher ablehnen.

r die CDU/FDP-Gruppe erklärt Herr Pache, dass der unter Punkt 9 des Konzeptes aufgeführte Raumbedarf nicht als auf den Standort Ritterplan zugeschnitten angesehen werde, gleichwohl aber wolle seine Gruppe an dem Standort Ritterplan festhalten. Insofern  könne der Verwaltungsvorlage zugestimmt und dem Änderungsantrag der SPD-Ratsfraktion nicht zugestimmt werden.

Nach Ansicht von Herrn Brunken laufe es auf den alten Standort am Ritterplan hinaus.

Auf seine Frage nach einem Zeitfenster für eine Standortentscheidung erklärt Herr Beck, dass der Rat der Stadt Göttingen selbst das zu beschließende Konzept mit Beschluss des Haushaltes zur Grundlager die Klärung der Standortfrage gemacht habe und mit dem Museumskonzept die inhaltliche Ausrichtung, aber noch keine endgültige Standortentscheidung getroffen werde.

Bezüglich der langwierigen Sanierungsmaßnahmen beim Städtischen Museum verweise er auf den seit 1989 in bisher 16 Bauabschnitten und einem Investitionsvolumen i. H. v. rd. 5 Mio. € erfolgten Ausbau der Musa.        

Frau Jung von ikon ausstellungen verweist darauf, dass es sich bei den im Konzept aufgeführten Raumgrößen um gebäude- und standortunabhängige Mindestgrößenr ein stadthistorisches Museum in Göttingen handele. Auch könne der angegebene Raumbedarf zwischen Dauer- und Sonderausstellungsbereich flexibel gestaltet werden. Bezüglich des Standortes werde in dem Konzept unabhängig vom derzeitigen Standort lediglich eine innenstadtnahe Lage vorgeschlagen. Grundsätzlich aber verweise sie auf den besonderen Charme des bisherigen Gebäudes im Vergleich zu einem reinen Zweckbau.    

Herr Dr. Böhme verweist nachfolgend auf die Genese des Konzeptes, das insbesondere ein Ergebnis eines umfangreichen Beteiligungsverfahrens sei. Im Zusammenhang mit der Frage der zukünftigen Ausstellungsflächen verweise er darüber hinaus darauf, dass unter Punkt 9 auch die benötigten Funktionsflächen aufgeführt würden.

Frau Gerl-Plein weist darauf hin, dass nach ihrer Ansicht die Gebäude am Ritterplan im Falle einer anderweitigen Standortentscheidung kaum zu veräern seien und sie den Standort am Ritterplan trotz der Schwächen der Gebäude als ideal ansehe. Auch sehe sie die Entwicklung für das von der Universität geplante „Haus des Wissens“ als eher ungewiss an und befürchte, dass dieses unter Berücksichtigung der benötigten Funktionsräume nicht genügend Raum für das Städtische Museum biete. Grundsätzlich sei es nach ihrer Ansicht jetzt Zeit, zu entscheiden.       

Herr Arndt bekräftigt seine Ansicht, wonach das Städtische Museum aufgrund der nicht nutzbaren Remise derzeit nicht stattfinde. Seiner Ansicht nach konnten wichtige und gute Ausstellungen wie die über die Familie Hahn nur in den wenig repräsentativen nutzbaren Räumen gezeigt werden. Ergänzend zu den Ausführungen von Frau Jung führt Herr Arndt weiter aus, dass er die unter Punkt 9 aufgeführten Raumbedarfe nicht als falsch ansehe, er den von seiner Fraktion vorgelegten Änderungsantrag aber aufrechterhalte.

Bezüglich der Aussage, dass das „Museum nicht stattfinde“ erklärt Herr Dr. Böhme, dass angesichts der diskutierten Verlagerung in die ehemalige Voigt-Schule keine langfristige Planung von Sonderausstellungen erfolgt sei. Seit der Entscheidung, nicht in die ehemalige Voigt-Schule umzuziehen, würden vom Städtischen Museum wieder mit entsprechender Vorlaufzeit Sonderausstellungen geplant und dazu eine Vielzahl von Einzelveranstaltungen durchgeführt.

Bezüglich der von Herrn Arndt angeregten Verlagerung von Ausstellungen des Städtischen Museums in das Alte Rathaus verweist Herr Beck zum einen auf bestehende Kooperationen u. a. mit dem Kunstverein Göttingen e. V. und Planungen bis in das Jahr 2018 hinein. Zum anderen führe das Städtische Museum nach der Entscheidung gegen den Standtort Voigt-Schule vermehrt wieder Veranstaltungen und Sonderausstellungen auf begrenzter Fläche durch. Die fehlende und voraussichtlich auf Jahre nicht zu sehende Dauerausstellung mit zugehörigem museumspädagogischen Begleitprogramm sei eine deutliche Einbuße, mit der ab Mai geplanten Barbara-Ausstellung, der 2017 vorgesehenen Reformations-Ausstellung und den von diesem Ausschuss in seiner letzten Sitzung beauftragten Ausstellungen zu 50 Jahre APO und 100 Jahre Deutsche Revolution 1918/1919 sei das Museum in der Öffentlichkeit aber deutlich präsenter.

Auch Herr Becker sehe, dass die mangelnde öffentliche Präsenz des Städtischen Museums der Diskussion um den zukünftigen Standort in der ehem. Voigt-Schule geschuldet sei, der im Übrigen von seiner Fraktion eher skeptisch gesehen wurde. Diese seit 2012 laufende Prüfung führte zu Verzögerungen. Eine weitere Verzögerung durch einen langwierigen Entscheidungsprozess über das Konzept könne er nicht ertragen und er wünsche eine Entscheidung des Rates, um dann die Rahmendaten zu ermitteln. Insofern bleibe er bei seiner Ablehnung des Änderungsantrages der SPD-Ratsfraktion.

Anschließend wird der Änderungsantrag der SPD-Ratsfraktion vom 20.04.2016 mit 3 Ja- gegen 5 Nein-Stimmen abgelehnt.

Herr Arndt erklärt, dass der Vorlage der Verwaltung zugestimmt werden könne mit dem Hinweis, dass die Frage des zukünftigen Standortes nicht abschließend geklärt sei.

Nachfolgend empfiehlt der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft dem Rat einstimmig, folgendes zu beschließen.

Dem Museumskonzept für das Städtische Museum wird mit Ausnahme des Punktes 12 „Perspektiven und nächste Schritte“ (S. 35-36) zugestimmt.

Die Bedarfsanalyse und die Empfehlungen zur Neukonzeption des Museums von ikon Ausstellungen werden zur Kenntnis genommen.

 
 

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