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24. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Schulausschusses
TOP: Ö 5
Gremium: Schulausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 26.11.2015 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 19:40 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Forum Neue IGS, Theodor-Heuss-Straße 25, 37075 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
FB40/0305/15 Schulisches Integrationskonzept für Flüchtlingskinder
Gemeinsamer Antrag aller Ratsfraktionen und der Gruppe betr. "Schulisches Integrationskonzept für Flüchtlingskinder"
mündlicher Sachstandsbericht
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:40-Fachbereich Schule   
 
Wortprotokoll
Beschluss

 

Herr Müller-Stürmer nimmt zur Organisation der Sprachlernklassen Stellung. Zur Ermittlung der Auslastung erfolgt zweimal monatlich eine Abfrage bei allen Schulen. Falls nicht die Schülerinnen und Schüler direkt in einer Schule angemeldet werden, wirkt der FB 40 als Koordinationsstelle ermittelt vorhandene Kapazitäten und Bedarfe und gibt diese weiter. Es erfolgt keine inhaltliche Beratung. Zurzeit ist die Situation entspannt, da überwiegend junge Männer ohne Kinder nach Göttingen kommen; durch den Familienzuzug wird sich dies wesentlich ändern.

 

Es wurden die Konzepte anderer Kommunen vorgestellt.

 

Die Stadt Wolfsburg übernimmt die Betreuung der Kinder in einem Zeitraum von ein bis drei Monaten mit eigenem Personal.  Finanziert wird die von Fachpersonal durchgeführte und durch eine Psychologin/einen Psychologen unterstützte Betreuung durch eine Belegschaftsspende des Volkswagenkonzerns.

 

Im Landkreis Goslar wird ein einmonatiger Sprachkurs vor der Schulaufnahme durch den Landkreis  finanziert. Die Durchführung erfolgt durch externe Dienstleister in vier im Landkreis verteilten Zentren, zu denen die Kinder mit einem Taxi befördert, dort beschult und mit einem Mittagessen versorgt werden.

 

Da der Stadt Göttingen weder Personal noch die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, sind diese Modelle nicht praktikabel.

 

Frau Prang gibt zu bedenken, dass Geflüchtete nicht zwangsläufig in Sprachlernklassen unterrichtet werden müssen. In Grundschulen werden die Kinder z.T. auch ausschließlich in der Regelklasse beschult.

Herr Behn, Lehrer am Theodor-Heuss-Gymnasium, berichtet über die Situation am Schulstandort. Dort werden zurzeit 15 Kinder (11 Theodor-Heuss-Gymnasium/4 Hölty-Grundschule) in Sprachlernklassen unterrichtet, ein deutlicher Anstieg wird in den nächsten Wochen erwartet. Eine Schwierigkeit besteht darin, geeignetes Personal zu finden. Die Betreuung durch Ehrenamtliche nähere sich - aufgrund des anhaltenden Zustroms - der Kapazitätsgrenze.

Herr Humke bedankt sich für die Informationen und fragt an, wie die Verwaltung die Organisation der Sprachlernklassen fortführen will.

Herr Müller-Stürmer erklärt, dass ein Modell mit pädagogischen Inhalten nicht Aufgabe der Verwaltung sei. Ein zur jetzigen Zeit erarbeitetes Konzept sei aufgrund der sich permanent ändernden Situation schnell überholt. Daher sei es sinnvoll, zeitnah auf die sich ergebenden Anforderungen zu reagieren.

 

Herr Wedrins sieht die Verwaltung nicht in der Pflicht, pädagogische Konzepte zu erarbeiten, sondern die Verteilung der Kinder in geeignete Sprachlernklassen und Schulen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Profile der Göttinger Schulen zu koordinieren. Hier stellt sich vor allem die Frage, wo/wer Kinder im 5./6. Jahrgang in der Regelschule aufnehmen kann, da die Göttinger Gesamtschulen über keine freien Plätze mehr verfügen.

 

Herr Franzmann-Korff, Leiter der Käthe-Kollwitz-Schule, erklärt, im 5./6. Jahrgang keine Schüler mehr aufnehmen zu können. Herr Humke unterstreicht ebenfalls die mehrfach geäerte Bitte um Koordination. Auch Herr Dr. Häntsch fordert keine pädagogischen Konzepte, sondern den Aufbau von Strukturen und die Ermittlung von Kapazitäten. Er fragt, an wen sich die Eltern wenden können.

 

Herr Lieske erklärt hierzu, dass der Erstkontakt über vier Sozialarbeiter/innen der Aufnahmeeinrichtungen oder der Stadt erfolgt, die gut über die aktuelle Auslastung und freien Plätze informiert sind. Sie unterstützen nicht nur bei der Suche nach einem geeigneten Schulplatz - sondern begleiten die Familien bei Bedarf in die Schulen zur Anmeldung. Die Schulleitungen sind über die Regelung der Landesschulbehörde informiert, dass sollte ein Kind keinen Platz in der  gewünschten Schule erhalten dieses weiter zu vermitteln ist. Er verweist nochmals auf die Aktualität der zweimal monatlich durchgeführten Abfrage.

 

Herr Dr. Häntsch zweifelt in diesem Zusammenhang die Praktikabilität der Vorgaben der Landesschulbehörde an. Dieses Vorgehen sei nur im Einzelfall möglich, auf Dauer aber für die Schulleitungen nicht leistbar.

 

Herr Wedrins bestätigt die Regelung, spricht aber ebenfalls den zeitlichen Aufwand an, der auf Dauer nicht erbracht werden könne.

Auch Frau Prang fordert die Schaffung von Strukturen.

 

Herr Behn sieht die Schwierigkeit nicht in der Unterbringung der 10/11-Jährigen. Ein Problem stelle die Beschulung der nichtalphabetisierten Jugendlichen dar.

Herr Deimel-Bessler teilt mit, dass es Angebote für Flüchtlinge ab 18 Jahren gibt und stellt die Frage nach dem Verbleib jüngerer Jugendlicher.

 

Auch Frau Eiselt sieht eine Lücke in der Versorgung der Teenager, die dringend geschlossen werden müsse.

 

Herr Dr. Häntsch regt an, die Hauptschulen nicht auslaufen zu lassen.

 

Herr Wedrins weist außerdem darauf hin, dass die Behandlung des Unterrichtsstoffes an den Gymnasien - nach dem Besuch der Sprachlernklassen - oft zu schnell vorangehe, so dass die Flüchtlinge möglicherweise  Anschluss verlieren würden. Hier seien andere Schulformen gefragt. Da die städtischen Gesamtschulen voll sind, bleibe meist nur die IGS Bovenden.

Herr Höfer fasst zusammen, dass ein Konzept notwendig sei  und bittet das Dezernat B, hieran weiterzuarbeiten und in der nächsten Schulausschusssitzung am 25.02.2016 zu berichten.

 

Herr Lieske sagt dies zu.

 

 

 

 

 
 

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