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39. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke
TOP: Ö 6
Gremium: Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Beschlussart: vertagt (zurückgestellt)
Datum: Do, 03.04.2014 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:15 - 19:45 Anlass: Außerordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
FB61/1052/14 eRadschnellweg 2. Bauabschnitt - Vorstellung der Planungen
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage SmartDoc
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Herr Koss erläutert, dass die Verwaltung seinerzeit eine Machbarkeitsstudie zur Frage von Radschnellwegen im Bereich ttingen und Umland in Auftrag gegeben habe; die Machbarkeitsstudie habe zunächst als Grundlage für weitere Überlegungen zur Finanzierung und Realisierung eines Radschnellwegs zwischen Bahnhof und Nordcampus gedient. Im Rahmen des „Schaufensters Elektromobilität“ sei dann damit begonnen worden, in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen eine Teststrecke zu errichten, welche gleichermaßen dem Pedelecverkehr, wie auch dem herkömmlichen Radverkehr, diene und den Radverkehr zwischen Stadt und Umland aber auch im Stadtgebiet fördere. Im vergangenen Jahr sei der erste Abschnitt zwischen Kreuzbergring und Otto-Hahn-Straße fertiggestellt worden. Nunmehr würden Überlegungen zur Realisierung des 2. Bauabschnittes zwischen Bahnhof und Kreuzbergring angestellt.

 

Zwischen Bahnhof und dem Knotenpunkt Kreuzbergring/Goßlerstraße seien mehrere Varianten untersucht worden; auf die Drucksache der Verwaltung werde insoweit verwiesen. Bei den Planungen habe sich gezeigt, dass im innerstädtischen Bereich die Qualitätsmerkmale eines Radschnellwegs im Vergleich zur Robert-Koch-Straße nur zum Teil erreicht werden können. Ziel müsse es daher sein, die Radverkehrsanlagen im 2. Bauabschnitt verkehrssicher und mit hohen Kapazitätsreserven auszugestalten.

 

Sodann erläutert Herr Koss die untersuchten Varianten und stellt die jeweiligen Vor- und Nachteile dar. Im Ergebnis werde die Route Nr. 3 (Nikolausberger Weg - Goßlerstraße) vorgeschlagen. Die Verwaltung sei davon überzeugt, dass diese Route unter den gegebenen Rahmenbedingungen mit den geringsten Nachteilen verbunden sei, zugleich jedoch der vorhandenen Nachfrage gerecht werde und damit insgesamt den größten Nutzen erziele. Das bedeute jedoch nicht, dass nicht auch die Trasse Weender Landstraße/ Kreuzbergring zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden könne. Aufbauend auf diesen Grund­satz­überlegungen zur Trassenführung seien dann die in der Drucksache aufgeführten Einzelmnahmen entwickelt worden. Die jeweiligen Planunterlagen erläutert Herr Koss sodann im Detail; insoweit wird auch hier auf die Verwaltungsdrucksache verwiesen.

 

Zweirichtungsradwege seien in Göttingen eher die Ausnahme, jedoch für dieses Projekt eine durchaus sinnvolle Lösung. Im Bereich des Nikolausberger Weges bestehe seines Erachtens ohnehin keine geeignete Alternative. Im Ergebnis schlage die Verwaltung hier vor, die bisherige Busspur aufzugeben und in diesem Bereich einen Zweirichtungsradweg als Hochbordanlage zu erstellen. Zwar würden Radverkehre mittlerweile bevorzugt auf der Fahrbahn geführt, hier halte er es jedoch r angezeigt, von diesem Grundsatz abzuweichen. Zum Einen sei es nicht unproblematisch, Radfahrer auf der Fahrbahn entgegen der Kfz-Fahrtrichtung zu führen. Zum Anderen biete eine Hochbordanlage die Möglichkeit, zukünftig die jeweilige Breite von Fußweg und Radweg noch zu variieren. Die Bushaltestelle incl. der „Busschleuse“ vor dem „Opel-Hochhaus“ sei von dieser Maßnahme jedoch nicht betroffen. Die Fahrradstreifen am Weender Tor sollten im nordöstlichen Kreuzungsbereich zurückgenommen werden; dadurch werde zusätzliche Aufstellfläche für Radfahrer gewonnen. Hinsichtlich der Radwegeführung vom Weender Tor/ „Opel-Hochhaus“ in Richtung Süden böten sich zwei Möglichkeiten an: Entweder könne die bisherige Verkehrsregelung beibehalten werden, was jedoch faktisch dazu führen werde, dass die Mehrzahl der Radfahrer weiterhin den Platz vor dem Auditorium querten, obschon es sich hier eigentlich um eine Fußngerfläche handele. Allerdings sei es hier bislang auch noch nicht zu ernsthaften Nutzungskonflikten gekommen. Alternativ me eine Radwegeführung in Betracht, bei der die Radfahrer zunächst auf die Weender Landstraße geleitetrden, um dann auf der Fahrbahn als indirekter Linksabbieger in Richtung Süden zu fahren. Die weiteren Ausbauabschnitte seien eher unproblematisch. Im Bereich Berliner Straße/ Godehardstraße solle der heutige „freie“ Rechtsabbieger zurückgebaut werden.   

 

Nach Ansicht von Frau Oldenburg stünde auf der Südseite des Nikolausberger Weges ausreichend Platz zur Verfügung. Sie rege daher an, den Radverkehr in Richtung Osten dort zu führen. Aus Kostengründen solle von der Überlegung, einen Zweirichtungsradweg zu errichten, abgerückt werden.

 

Herr Henze bittet um Auskunft, ob ein evtl. Rückbau der Busspur zu förderrechtlichen Problemen führen könne. Herr Ernst verneint diese Frage.

 

Herr Roth spricht sich dafür aus, den Radverkehr aus der Innenstadt in Richtung Bahnhof zunächst in Richtung Norden über die Kreuzung zu führen und dann erst jenseits der Verkehrsinsel in Richtung Westen zu leiten.

 

Herr Henze verweist darauf, dass bei der geplanten Radwegeführung vor dem „Opel-Hochhaus“ der Radweg über eine kleine Kuppe geführt werde, wodurch auf einer kurzen Strecke ein relativ starkes Gefälle resp. eine starke Steigung entstehe. Dies halte er für problematisch. Die vorgeschlagene Hochbordlösung sei zudem insoweit nachteilig, als der Radfahrer dann nicht mehr vom Radweg auf die Fahrbahn wechseln könne. Vor diesem Hintergrund könne es sinnvoll sein, zumindest eine Fahrtrichtung auf der Südseite des Nikolausberger Weges zu führen und den Radverkehr dann in Höhe der Goßlerstraße über den Nikolausberger Weg zu leiten. Dann müsse auch die Busspur nicht aufgegeben werden. Zudem sei es seines Erachtens auch bei einer Hochbordanlage nicht unproblematisch, wenn die Radfahrer entgegen der Kfz-Fahrtrichtung fahren müssten. Die Verwaltung möge daher einen Einrichtungsradweg jeweils auf der Süd- resp. Nordseite des Nikolausberger Weges prüfen. Im Ergebnis wolle er weiteren Beratungsbedarf anmelden und bitte daher, die Angelegenheit zunächst zu vertagen. Frau Binkenstein bittet darum, auch die Querungsmöglichkeiten für Fußnger zu optimieren.

 

Herr Roth verweist darauf, dass auf dem Nikolausberger Weg insgesamt 4 Fahrstreifen zur Verfügung stünden (2 Streifen in Richtung Osten sowie 1 Fahrstreifen und eine Busspur in Richtung Westen). Vor diesem Hintergrund bitte er die Verwaltung zu prüfen, ob der Verkehrsraum nicht dahingehend grundlegend umgestaltet werden könne, dass eine Fahrspur zum Zweirichtungsradweg umgebaut werde, eine Spur weiterhin für den Bus zur Verfügung stehe und der gesamte Individualverkehr dann auf nur noch zwei Fahrstreifen abgewickelt werde.

 

Nach Ansicht von Herrn Arnold sollten die Vorschläge von Herrn Henze und Herrn Roth zur Radwegeführung resp. zur Umgestaltung des Verkehrsraumes zunächst geprüft werden. Auch er spreche sich daher für eine Vertagung aus. Herr Koss sagt eine entsprechende Prüfung zu; er befürchte allerdings, dass eine Umsetzung zumindest signaltechnisch auf erhebliche Schwierigkeiten stoßen werde.

 

Herr Kromschröder befürchtet zahlreiche Nutzungskonflikte, sofern ein Zweirichtungsradweg auf der Nordseite des Weender Tores errichtet werde. Schließlich handele es sich beim „Weender Tor“ um eine der am stärksten befahrenen Kreuzungen der Stadt. Herr Dienberg erläutert, dass ein Zweirichtungsradweg auch funktionale Vorteile biete. Er stimme mit Herrn Kromschröder dahingehend überein, dass die Sicherheit an oberster Stelle stehen müsse. Daneben müsse ein Radweg jedoch auch funktional sein; die Erfahrungen an anderer Stelle zeigten, dass Straßenquerungen die Akzeptanz des Radweges deutlich senkten. Hierzu verweise er auf den Zweirichtungsradweg auf der Nordseite der Berliner Straße. Nicht nur, dass dieser hinsichtlich Verkehrssicherheit völlig unproblematisch sei, es habe sich auch gezeigt, dass der Einrichtungsradweg auf der Südseite wegen der erforderlichen Straßenquerung in der Vergangenheit außerordentlich schlecht angenommen worden sei. Herr Koss ergänzt, dass seit dem Umbau des Radweges an der Berliner Straße keine Radverkehrsunfälle mehr zu verzeichnen gewesen seien.

 

Auf Nachfrage von Herrn Arnold erläutert Herr Koss, dass es sich bei den in der Vorlage benannten Kosten jeweils um den auf die Stadt entfallenden Eigenanteil handele.

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Sodann unterbricht Herr Henze die Beratung der Ausschussmitglieder, um Bürgeranhörungen i.S.v. § 62 NKomVG zu diesem Tagesordnungspunkt zuzulassen.

 

Herr Dr. Welter-Schultes erklärt, dass auch aus seiner Sicht eine Optimierung von Radverkehrsanlagen sinnvoll und notwendig sei. Er rege jedoch an, auch die Ampelschaltpläne den Unterlagen beizufügen. Ferner bitte er darum, den Winterdienst auf den Radwegen zu optimieren. Überdies sollte auch der diagonale Radverkehr in den Planungen berücksichtigt werden.

 

Sodann stellt Herr Dr. Welter-Schultes noch zahlreich weitere Detailfragen u.a. auch zur Radwegeführung entlang der Berliner Straße - und bezieht sich dabei auf das Bauleitplanverfahren zum IWF-Gelände. Herr Henze bittet darum, derlei Detailfragen direkt mit der Fachverwaltung zu klären. Herr ller erläutert, dass zwischen der Radwegeführung entlang der Berliner Straße und dem vorbenannten Bauleitplanverfahren formal keinerlei Zusammenhang bestehe.

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Sodann beschließt der Ausschuss einstimmig:

Die Angelegenheit wird vertagt.

 
 

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