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14. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle
TOP: Ö 5
Gremium: Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 22.08.2013 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:30 - 19:25 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum THORN (126), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
FB41/0263/13-1 "Gedenktafel am Alten Rathaus" (RBK lfd. Nr.: 1085)
Antrag der GöLINKE-Ratsfraktion vom 29.04.2013
Überweisungsbeschluss des Rates vom 15.05.2013
     
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage SmartDoc
  Bezüglich:
FB41/0263/13
Federführend:41-Fachbereich Kultur   
 
Beschluss

Frau Dr

Frau Dr. Schlapeit-Beck weist im Verlauf der Vorstellung der Verwaltungsvorlage daraufhin, dass die CDU-FDP-Gruppe im Rahmen des in der letzten Sitzung vereinbarten Umlaufverfahrens erklärt habe, dass sie einer Anbringung von Erläuterungstafeln nicht zustimmen wolle. Aus diesem Grund sei eine erneute Befassung  im Ausschuss erforderlich.

Herr Pache führt ergänzend aus, dass die CDU-FDP-Gruppe es einerseits für schwierig halte, eine präzise historische Darstellung zu finden und es vermieden werden solle, ggf. zu einem späteren Zeitpunkt, wie z. B. in Rostock aktuell geschehen, eine weitere Erläuterungstafel anbringen zu müssen. Daher werde die Anbringung von Erläuterungstafeln von seiner Gruppe grundsätzlich abgelehnt.

Für die SPD-Fraktion führt Herr Arndt nachfolgend aus, dass sowohl die Anbringung von Gedenktafeln gewollt sei und beide von der Verwaltung vorgeschlagenen Texte unterstützt würden. Begründet werde dies insbesondere damit, dass die Erläuterungen nach seiner Ansicht wichtig für eine kritische Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Denkmal seien. In diesem Zusammenhang verweise er auch darauf, dass bei den in der 2. Etage des Neuen Rathauses gezeigten Porträts der Göttinger Oberbürgermeister die Informationen über das NSDAP-Mitglied Albert Gnade in unmittelbarer Nähe des Fotos hängen müssten und er kündige eine entsprechende Initiative an.

Grundsätzlich gehe es darum, sich mit der Geschichte weiterhin auseinanderzusetzen. So wie die Universität sich mit ihrer Geschichte auseinandersetze, könne sich dieser Ausschuss mit den Denkmälern in dieser Stadt auseinandersetzen.

Nach Ansicht von Frau Gerl-Plein gehe es auch darum, deutlich zu machen, dass die betreffenden Denkmäler in dieser Form heute nicht mehr angebracht würden.

Auf Nachfrage erklärt Herr Akad, dass er der Verwaltung für die erneute Vorlage danke und der in der letzten Sitzung eingebrachte Änderungsantrag der SPD-Ratsfraktion übernommen werde.    

Herr Gerhardy erklärt abschließend, dass er grundsätzliche Übereinstimmung darin sehe, dass die Denkmäler erhalten bleiben und sich mit diesen auseinandergesetzt werden solle. Dissens bestehe insofern, dass seine Gruppe eine Auseinandersetzung mit den Denkmälern ohne Erläuterungstafeln für besser erachte.

Anschließend beschließt der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft mit 6 Ja- gegen 1 Nein-Stimme mehrheitlich: 

 

Es wird vorgeschlagen, am Alten Rathaus außen und innen je eine Tafel mit Erläuterungstexten anzubringen. Über die Texte konnte im Umlaufverfahren kein Einvernehmen erzielt werden.

a.      Für die Tafel an der Außenfassade des Alten Rathauses wird folgender Text vorgeschlagen:

„Diese Tafel wurde am 16. Juni 1929 angebracht. Sie zeugt von Trauer über die Opfer des Krieges und vom überhöhten nationalen Pathos in der Weimarer Republik. Die Aufarbeitung der Ursachen und Folgen des Ersten Weltkrieges wurde in dieser Zeit weitestgehend versäumt. Auch dadurch wurde der Aufstieg des Nationalsozialismus ermöglicht.“

b.      Für die Tafel in der Halle des Alten Rathauses wird folgender Text vorgeschlagen:

„Die Tafel mit den Namen der gefallenen Beschäftigten der Stadt Göttingen wurde am 4. November 1928 enthüllt. Sie ist Zeugnis des überhöhten nationalen Pathos dieser Zeit.“

Eine erneute Beschlussfassung durch den Rat ist nicht erforderlich.

 

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Anschließend wird die Sitzung für Fragen der anwesenden Einwohnerinnen und Einwohner unterbrochen.

Auf die Kritik von Herrn Kunze, dass bei der Gedenkfeier für die Opfer des 20. Juli gegen Mittag niemand mehr vor Ort war erwidert Herr Arndt, dass diese Veranstaltung, wie in der Einladung mitgeteilt, ab 11:30 Uhr stattfand. Warum das Göttinger Tageblatt nicht über diesen Termin berichtet, entziehe sich seiner Kenntnis.

Auf Nachfrage des Bürgers Kunze erklärt Herr Beck, dass der EXTRA TIPP seit mehreren Jahren Medienpräsentator des KWP-Open-Air sei.

In diesem Zusammenhang dankt Herr Gerhardy der Kulturverwaltung für die Organisation des KWP-Open-Air.

Der Bürger Kunze bezieht sich auf einen Leserbrief im Göttinger Tageblatt, wonach die Sanierung des Städtischen Museums ein „Fass ohne Boden“ sei.

Herr Dr. Böhme erwidert hierauf, dass die Stadt zum Erhalt seiner Denkmäler, und ein solches sei das Städtische Museum, verpflichtet sei. Weiterhin sei das Städtische Museum das „kollektive Gedächtnis“ dieser Stadt und dokumentiere u. a. auch das Geschehen während der Zeit des Nationalsozialismus.

Auf Nachfrage der Bürgerin Quaas bezüglich des von der Bündnis 90/Die Grünen-Ratsfraktion beantragten Kulturkatasters für Göttingen verweist Herr Beck auf den in der letzten Sitzung von diesem Ausschuss gefassten Beschluss, wonach auf der Basis der bereits im Netz verfügbaren Kulturadressdatenbank eine aktualisierte und mit zusätzlichen Spezifikationen versehene Auflistung von Veranstaltungsräumen erarbeitet werde. 

Herr Gottwald, Geschäftsführer der Neues Junges Theater in Göttingen GmbH, erklärt auf Nachfrage der Bürgerin Quaas, dass das Junge Theater seit kurzem, wenn auch nur vorübergehend, über eine neue Probebühne verfüge.  

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