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14. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Göttingen
TOP: Ö 6
Gremium: Rat Beschlussart: an Ausschuss verwiesen
Datum: Mi, 15.05.2013 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:50 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Ratssaal des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen
Ort:
B' 90/0176/13 Antrag der Bündnis90/Die Grünen-Ratsfraktion betr. 'Kataster für Kulturräume'
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:Bündnis 90/Die Grünen-Ratsfraktion Beteiligt:41-Fachbereich Kultur
    Dezernat C - Soziales und Kultur
   80-Fachbereich Gebäude und Immobilien
   Dezernat D - Planen, Bauen und Umwelt
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

 

Ratsvorsitzende Frau Bank teilt mit, dass der Verwaltungsausschuss empfohlen habe, diesen Antrag zur weiteren Beratung in den Ausschuss für Kultur und Wissenschaft zu überweisen.

 

Anschließend teilt Ratsfrau Gerl-Plein in der Begründung des Antrages mit, dass dieser u.a. auch der aktuellen Diskussion um die Nutzung der ehemaligen Voigtschule und der ehemaligen Baptistenkirche an der Bürgerstraße geschuldet sei.

Dabei sei deutlich geworden, dass es einerseits noch an geeigneten Räumlichkeiten für eine kulturelle Nutzung fehle, andrerseits aber auch keine umfassende Übersicht darüber existiere, welche Räume es in Göttingen für entsprechende Zwecke und Veranstaltungen überhaupt und zu welchen Konditionen usw. gebe. 

Mit der beantragten Listen soll die bereits existierende Übersicht auf der Homepage der Stadt Göttingen verbessert und ergänzt werden, die dann auch über eine Suchfunktion eine systematische Recherche nach bestimmten Aspekten der Nutzung, wie z.B. Miethöhe, Lage und Barrierefreiheit, ermöglichen solle. Dieses Kataster müsste natürlich betreut und kontinuierlich fortgeführt werden. Daraus könne in der Folge auch abgeleitet werden, in welchen Bereichen noch Defizite vorhanden seien.

Ratsfrau Gerl-Plein verweist in diesem Zusammenhang auf eine Initiative in Bremen-Schwachhausen, in der sich verschiedenste Kulturschaffende miteinander vernetzt und neben weiteren Aktivitäten ein „Kulturkataster“ entwickelt und veröffentlicht hätten. Insofern sei durchaus vorstellbar, dass dies auch eine Aufgabe des neu gebildeten Kulturverbundes Göttingen“ werden könne. Über die genauen Details sollte im Fachausschuss diskutiert werden.

 

Beigeordneter Nier begrüßt es, dass durch diesen Antrag endlich eine Bestandsaufnahme über vorhandene und genutzte Räumlichkeiten angestoßen werden soll. Das gleiche Ansinnen habe im Übrigen die GöLINKE-Ratsfraktion mit ihrem Antrag in der vergangenen Ratssitzung verfolgt, in dem die Verwaltung aufgefordert werden sollte, auf Grundlage der vorhandenen Räumlichkeiten eine entsprechende Bedarfsanalyse durchzuführen und in der Folge einen Kulturentwicklungsplan zu erstellen. Dass nun darüber hinaus mit dem Antrag eine institutionalisierte Kontakt- und Beratungsstelle angeregt werde, könne nur gut sein.

Bisher sei nach seiner Kenntnis das städtische Kulturamt Ansprechpartner gewesen, die bedauerlicherweise oft darauf hinweisen musste, dass keine entsprechenden Räumlichkeiten ausreichend vorhanden seien und mögliche, private Angebote ebenfalls nicht bekannt seien.

Beigeordneter Nier fordert weiterhin, dass bei einer Beratung im Fachausschuss auch über die Nutzung der ehemaligen Voigtschule und der Baptistenkirche diskutiert werden möge.

Dies müsse auf jeden Fall vor einer beabsichtigten Veräerung geschehen.

 

Ratsherr Pache teilt mit, dass auch die CDU/FDP-Gruppe der Überweisung des Antrages zustimmen werde, zumal das Thema bereits in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft angesprochen worden sei. Das hier beantragte Konzept und die Führung eines entsprechenden Katasters könne jedoch nicht Aufgabe der Verwaltung werden. Die sensible Behandlung der zusammen zu tragenden Daten möglicher, privater Anbiete stelle darüber hinaus ebenso ein Problem dar, wie die erwarteten Personalkosten, die die Verwaltung hierfür aufzubringen hätte, da eine ständige Aktualisierung der Daten ebenfalls gewährleistet werden müsse.

Ratsherr Pache zeigt sich zuversichtlich, dass die Beratungen im Fachausschuss zu einer günstigen und befriedigenden Lösung führen werden.

 

Beigeordneter Arndt verweist ebenfalls auf die erfolgreiche Initiative in Bremen und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, das sich sicherlich auch in Göttingen finden lasse. Allerdings weist er auch darauf hin, dass es bereits gute Informationsquellen auf der Homepage der Stadt Göttingen bzw. Verlinkungen dorthin gebe, mit deren Hilfe Räume für Veranstaltungen gefunden werden könnten. Auch er sehe Schwierigkeiten darin, die knappen Ressourcen der Kulturverwaltung mit der Betreuung und Pflege eines Kulturkatasters zusätzlich zu belasten.

Viel wichtiger sei es nach Auffassung des Beigeordneten Arndt, Räume zu schaffen, die die  Schließung der damalige „Outpost“ kompensieren helfen sollten und Veranstaltungen mit bis zu 400 - 500 Personen möglich machten. Entsprechende Initiativen sollten unterstützt werden.

 

Sodann beschließt der Verwaltungsausschuss einstimmig, den folgenden Antrag zur weiteren Beratung in den Ausschuss für Kultur und Wissenschaft zu überweisen.

 

 

Der Rat möge beschließen:

 

Die Verwaltung wird beauftragt, ein Kataster einzurichten und zu führen für private und öffentliche Räume, die für kulturelle Zwecke genutzt und angemietet werden können. Dieses Kataster soll für Kulturinitiativen einsehbar sein und Auskunft geben über wesentliche Rahmenbedingungen der Nutzung, wie Ambiente, Lage, Miethöhe, Besucherkapazität, Öffnungszeiten, ausgeschlossenen Nutzungen, EigentümerInnen, Kontaktadressen usw. Eine Suchfunktion sollte erglichen, die Auswahl gezielt einzugrenzen.

Daran gekoppelt sollte eine Kontakt- und Beratungsstelle benannt werden an die sich Initiativen, die für ihre Zwecke erfolglos auf Raumsuche sind, notfalls wenden können, auch um auf diese Weise zu ermitteln, für welche Formen der kulturellen Nutzung in Göttingen tatsächliche Räume fehlen.

 

 

 
 

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