zurück
 
 
14. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Göttingen
TOP: Ö 22
Gremium: Rat Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Mi, 15.05.2013 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:50 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Ratssaal des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen
Ort:
B' 90/0177/13 Antrag der Bündnis90/Die Grünen-Ratsfraktion betr. 'Potentialanalyse für den Städtetourismus'
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:Bündnis 90/Die Grünen-Ratsfraktion Beteiligt:01-Referat des Oberbürgermeisters -01.2-Strategische Planungen
    01-Referat des Oberbürgermeisters -01.3-Öffentlichkeitsarbeit
   41-Fachbereich Kultur
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

 

Ratsvorsitzende Frau Bank teilt mit, dass der Verwaltungsausschuss empfohlen habe, über diesen Antrag direkt zu beschließen.

 

Im Anschluss verliest und begründet Bürgermeister Holefleisch den Antrag der Bündnis90/Die Grünen-Ratsfraktion und teilt u.a. mit, dass es viele gute Beispiele in anderen Städten gebe, die eine vergleichbare Analyse vorgenommen hätten und zu interessanten Ergebnissen gekommen seien. Das aktuell erstellte „Hotelgutachten“ zeige an einigen Stellen ebenfalls auf, dass auch in Göttingen eine Prüfung notwendig sei und auch „Highlights“r den Tourismus geschaffen werden mögen.

Es gebe in Göttingen viele touristisch interessante Plätze und Sehenswürdigkeiten, die selbst vielen Göttingerinnen und Göttingern nicht umfänglich bekannt seien.

rgermeister Holefleischchte in diesem Zusammenhang auf die neu erstellte und kostenlose „ttingen-App“ aufmerksam  machen, die bereits einige interessante Stellen, Veranstaltungen, Angebote und Lokalitäten gelistet habe. Dies wäre ein sinnvoll zu nutzender Ort, auch weitere Sehenswürdigkeiten vorzustellen.

 

Ratsfrau Binkenstein teilt mit, dass die SPD-Ratsfraktion diesen Antrag unterstützen werde. Auch wenn es bereits eine sehr gute Entwicklung in Göttingen im Bereich des Tagestourismus gebe, könne, man es sich nicht leisten, sich nur darauf zu beschränken. Die geforderte Analyse könne ein geeignetes Mittel sein, weitere Felder des Tourismus zu erschließen.

Einer dieser Bereiche sei der sog. „Shoppingtourismus“, den es in unterschiedlichen Formen gebe und der ein enormes Entwicklungspotential böte. Dabei handele es sich nicht nur um den Besuch großer Factory-Outlet-Centren sondern auch um den Aufenthalt in den historischen Innenstädten. Hierbei sei ein großer Vorteil, dass die Städte mit ihren jeweiligen kleinteiligen Stadträumen und der Vielzahl unterschiedlichster Fach- und Einzelhandelsgeschäften ein großes Maß an Individualität anbieten könnten.

Das Einkaufen habe sich längst von der reinen Versorgungsfunktion zu einer bedeutenden Freizeitbeschäftigung entwickelt. „Shopping“ sei bei vielen Kurzreisen mit zu einem Motiv geworden. Das Einkaufen soll Erlebnis sein. Dabeinnen in einer interessanten Stadt mit schönen Stadträumen, einem besonderen, kulturellen Angebot, wie Museen, Konzerte aber auch Tagungen, besonderen gastronomischen Angeboten und vieles mehr beitragen.

Ratsfrau Binkenstein teilt weiterhin mit, dass wissenschaftlichen Untersuchungen in verschiedenen Städten gezeigt hätten, dass das wirtschaftliche Potenzial, das mit dem Bereich des „Shoppingtourismus“ gegeben werde, noch vielerorts brach liege. Einige Bundesländer hätten dies bereits erkannt und Leitfäden oder Handlungsempfehlungen an ihre Kommunen geleitet, denen umfänglich gemein sei, dass als erstes eine Analyse der Situation sowie der Stärken und Schwächen erfolgen sollte. In Niedersachsen sei dieser touristische Bereich bisher nicht aktiv aufgenommen worden. Erste Ansätze können zwar in den vom Göttinger Tourismus e.V. entwickelten Erlebnisangeboten gesehen werden, jedoch sei eine weitere Unterstützung sicherlich geboten. Die SPD-Ratsfraktion sehe die Innenstadt mit ihrer vielfältigen Struktur und den vielen Einzelhandelsgeschäften als einen Erlebnisraum an, der unterstützt und weiter entwickelt werden sollte.

 

In der sich anschließenden kurzen Diskussion teilt Beigeordneter Nier u.a. mit, dass es in Göttingen leider keine weltweit bekannten Sehenswürdigkeiten gebe. Wäre dies der Fall, würde es für die Verwaltung einen erheblich geringeren Aufwand bedeuten, all ihre bereits in den unterschiedlichen Publikationen erfassten interessanten Plätze usw. damit zusammenzufassen. Die Idee aber, das Hotelgewerbe an dieser Analyse zu beteiligen, sei nicht von der Hand zu weisen. Auch die Beteiligung der Universität - möglichst im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie - erscheine der GöLINKE-Ratsfraktion angemessen und logisch. Man werde diesem Antrag ebenfalls zustimmen, obgleich er von seiner Fraktion als „zu leicht“ empfunden werde.

 

Der Rat beschließt sodann einstimmig:

 

Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen welchen Aufwand es bedeuten würde, eine Analyse der vorhandenen und möglichen touristischen Attraktionen anzufertigen und Vorschläge zu erarbeiten, wie die Potenziale für die bürgerschaftliche Identitätsbildung sowie den Tages- und Städtetourismus mittelfristig erschlossen werden könnten. Hierbei ist auch eine Kooperation mit regionalen Hochschulen und dem Hotelgewerbe zu erwägen.

Eine grobe Kosten-Nutzen-Einschätzung, auch aufgrund der Erfahrungen anderer vergleichbarer Städte, wäre hilfreich. Die Finanzierung durch Drittmittel wie z.B. EU-Mittel ist zu prüfen.

 

 

 
 

zurück