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11.öffentliche Sitzung des Ortsrates Herberhausen
TOP: Ö 4
Gremium: Ortsrat Herberhausen Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 12.03.2013 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 20:00 - 21:40 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Bürgerhaus Herberhausen, Eulenloch 6, 37075 Göttingen-Herberhausen
Ort:
FB61/985/13 Nahverkehrsplan der Stadt Göttingen (für den Geltungszeitraum 2013 bis 2017) - Vorstellung des Anhörungsentwurfs
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Frau Ortsbürgermeisterin hring begrüßt Herrn Koss (FD Stadt- und Verkehrsplanung), Herrn Zimmermann und Frau Engelmann (Göttinger Verkehrsbetriebe - GöVB) zu dem Tagesordnungspunkt.

 

Herr Koss stellt sich und die Kollegen von der GöVB zunächst kurz vor. Sodann erläutert er, dass dem Ortsrat heute der Entwurf des Nahverkehrsplans für den Geltungszeitraum 2013 bis 2017 vorgestellt wird. Dem Ortsrat soll hiermit Gelegenheit gegeben werden Änderungswünsche und Anmerkungen vorzubringen, die entsprechend bewertet und in die weitere Entwurfsbearbeitung einfließen werden. Im Anschluss an die Vorstellung des Nahverkehrsplanes wird seitens der GöVB eine kurze Erläuterung zur Liniennetzänderung ab Sommer 2013 erfolgen.

Herr Koss verweist auf den engen Zeitplan und die Notwendigkeit der Beschlussfassung durch den Rat bis Mitte Juni 2013. Anschließend präsentiert und erläutert er dem Ortsrat die Vorlage. Zunächst sind bei der Erarbeitung der Vorlage die gesetzlichen Grundlagen und sonstigen Rahmenvorgaben geprüft und berücksichtigt worden. Im Anschluss erfolgt unter Berücksichtigung der vorhanden städtischen Rahmenpläne die Definition der Anforderungsprofile  (Qualitätsziele) wie z.B. Erschließungsqualität, Verbindungsqualität und Angebotsqualität. Durch Bilanzierung der letzten 5 Jahren des ÖPNV und Bewertung des vorhanden Angebotes wurde eine Zustandsanalyse erstellt. Hierbei konnten u.a. als wichtige Erkenntnisse festgestellt werden, dass die Busführung in die Innenstadt wichtig für den Liniennetzführung und die Attraktivität ist und der Bahnhof durch den Busverkehr sehr gut angebunden ist. Des Weiteren wurde eine umfangreiche Pendlerbefragung durchgeführt, die in die Entwicklung des Nahverkehrsplans eingeflossen ist. Um geeignete Maßnahmen zur Behebung von festgestellten Defiziten treffen zu können wurde u.a. eine Einwohner- und Nachfrageprognosen im Hinblick auf die Nutzung des Busverkehrs erstellt. Diese dient auch zur Maßnahmenentwicklung zur Steigerung der Attraktivität des städtischen öffentlichen Nahverkehrs, unter Berücksichtigung der begrenzten finanziellen Mittel insbesondere im Hinblick auf das Haushaltssicherungskonzept und des Entschuldungshilfepaketes der Stadt Göttingen. Daneben soll eine verbesserte Nachfrage erzielt werden und der sog. Modalsplit gesteigert werden. Weitere Maßnahmen könnten sein: Weiterführung der Linie 51 bis Geismar/ Zietenterrassen; Taktverdichtung; Einführung neuer Tangentialverbindungen; verbesserte Erschließung sowie die Haltestellen- und Fahrzeugausstattung. Alle Maßnahmen sind natürlich von der zukünftigen Finanzierung des Stadtbusbetriebes abhängig. Dabei sind sowohl die laufenden als auch die Investitionskosten zu berücksichtigen. Die Stadt Göttingen stellt der GöVB, unter Beachtung der im Betrauungsbeschluss festgelegten Voraussetzungen, Ausgleichszahlungen in Höhe von max. 6,4 Mio. €/Jahr zur Verfügung. Die sog. Plafonierung in der vorgenannten Höhe gilt bis zum 31.12.2016.

 

Frau Ortsbürgermeisterin hring dankt für die Erläuterung der Vorlage und bittet den Ortsrat um Wortbeiträge.

 

Frau Rippen bittet um Auskunft, warum für die Studentenschaft kein Semesterticket angeboten wird und ob Überlegungen angestellt werden, die Taktfolge der Linie 10 auch in den Ferienzeiten, insbesondere in den Morgen- und Nachmittagsstunden, auf z.B. 30 Min-Takt anzupassen. Dies könne ggf. durch Umschichtung anderer Buslinien in überproportional gut angebundenen Stadteilen erfolgen.

 

Das Semesterticket werde der Studentenschaft immer wieder angeboten, so Herr Koss. Allerdings habe der ASTA, auf Grundlage einer Befragung unter der Studentenschaft, dies bislang abgelehnt. Hinsichtlich der Taktung der Linie 10 rechtfertige die Fahrgastnachfrage, die über ein Zählsystem regelmäßig ermittelt wird, keine Taktverdichtung.

 

Herr Zimmermann ergänzt, dass die Problematik kritisch geprüft und hinterfragt werde, allerdings müsse auch berücksichtigt werden, dass sich z.B. in Sommerferien die Fahrgastnachfrage halbiert, so dass er Herrn Koss insoweit zustimmt.

 

Auf Nachfrage von Herrn Grothey, ob die Schülerbeförderung als Qualitätsziel berücksichtigt wird, verneint dies Herr Koss.

Herr Zimmermann stellt ergänzend dar, dass die Schülerströme im laufenden Betrieb regelmäßig gemessen werden und die GöVB auch auf entsprechende Änderungen reagiert.

 

Frau Dieterle erläutert, dass der Bus (Linie 10) um kurz nach 7 Uhr teilweise so überfüllt sei, dass der/die BusfahrerIn Schüler an den Haltestellen stehen lassen müssten. Sie bittet die GöVB dies zu prüfen und ggf. einen größeren Bus einzusetzen.

Die Prüfung wird seitens Herrn Zimmermann zugesagt.

 

Der Vorlage mangele es an einer Betrachtungsweise aus unternehmerischer Sicht, so Herr Bartels. Er vermisse Maßnahmen, die ergriffen werden könnten, um das Busfahren an sich attraktiver zu gestalten.

Dem widerspricht Herr Koss und verweist auf die Marketingstrategien.

 

Herr Zimmermann ergänzt, dass aufgrund der besonderen Anforderungen an den ÖPNV es immer zu Spitzenverkehrsnachfragen kommen wird, die aufgrund der hohen Nachfrage zu sehr vollen Fahrzeugen führt. Attraktivitätssteigerungen sind zu diesen Zeiten kaum möglich.

 

Frau Eiseltgt hinzu, dass man bei den weiteren Planungen die Möglichkeit eines Anrufsammeltaxis für Herberhausen, insbesondere in den Abendstunden, prüfen solle. Weiterhin müsse der Schülerverkehr attraktiver gestaltet werden und die Kostenstruktur, z.B. durch den Einsatz von Teilzeitkräften, angepasst werden.

 

Die Anregungen werden geprüft, so Herr Zimmermann, allerdings sei es im Hinblick auf den Einsatz von Teilzeitkräften sehr schwierig qualifiziertes Personal zu bekommen. Die GöVB habe hier bereits einen Versuch unternommen und 40 Teilzeitkräfte gesucht. Lediglich 2 geeignete Bewerbungen seien eingegangen.

 

Abschließend erläutert Frau Engelmann die Änderungen im Liniennetzplan der Linie 10, die auch Herberhausen bedient. Die Linie 10 verkehrt zwischen Klinikum und Roringen bislang täglich ab 18 Uhr stündlich mit einem Linientaxi. Dieses Linientaxi entfällt zukünftig. Roringen wird zum Fahrplanwechsel täglich ab 18 Uhr stündlich mit der Linie 10 über Herberhausen bedient. Dadurch erhält Roringen künftig ganztägig eine umsteigefreie Verbindung in die Innenstadt.

Der Ortsrat nimmt die Vorlage zustimmend zur Kenntnis.

Dem weiteren Verfahrensablauf wird zugestimmt.

 
 

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