zurück
 
 
23. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 07.03.2013 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:15 - 20:57 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Herr Dienberg erläutert, dass die seinerzeit zusammen mit dem Landkreis Göttingen durchgeführte Verkehrsbefragung v.a. durchgeführt worden sei um zu ermitteln, welcher Anteil der Berufspendler als Neukunden für den ÖPNV gewonnen werden könne.

 

Sodann erläutert Herr Dr. Krug die Systematik, die Orte sowie die Erhebungszeiträume der seinerzeitigen Kfz-Verkehrsbefragung. Insgesamt seien 26.000 einfahrende Kfz gezählt worden; mit knapp 10.000 Fahrzeugführern hätten Gespräche geführt werden können; dies stelle eine im Verhältnis zu anderen Kommunen vergleichsweise hohe Quote dar. 60 % der mit dem Kfz einpendelnden Personen kämen aus dem Kreisgebiet davon entfielen die größten Anteile auf Bovenden und Rosdorf - , 20 % aus dem Bereich des Landkreises Northeim und 10 % aus dem Eichsfeldkreis. Als Ziele seien überwiegend die Innenstadt (24 %), Weende (21 %) und Grone (13 %) benannt worden.

 

Bei Betrachtung der Quelle-Ziel-Relationen seien die Relationen zwischen Bovenden resp. Rosdorf einerseits und der Göttinger Innenstadt, dem Ortsteil Weende (incl. Uni-Nord-Areal) sowie dem Gewerbegebiet Grone am häufigsten genannt worden.

 

Es sei jedoch nicht nur der motorisierte Individualverkehr erfasst worden, sondern auch der Bahnverkehr. So sei eine entsprechende Befragung am Bahnhof Göttingen durchgeführt worden. Von 6.100 erfassten Einsteigern hätten rd. 1.500 Fahrgäste interviewt werden können. Dies sei eine deutlich schlechtere Quote als bei der MIV-Verkehrsbefragung, jedoch noch in einem Umfang, der es zulasse, belastbare Aussagen zu treffen. Die Befragung habe vormittags und nachmittags stattgefunden. Der ganz überwiegende Teil der Fahrgäste sei im Rahmen des Berufsverkehrs unterwegs gewesen, am Nachmittag jedoch auch ein Anteil von 40 % im Freizeitverkehr.

 

Von den interviewten Einsteigern stammten 76 % aus Stadt und Landkreis Göttingen 68%-Punkte entfielen dabei auf die Stadt Göttingen. Das meistgenannte Ziel der Fahrgäste sei Hannover gewesen. Diese Daten seien bereits um Sondereffekte wie Messeverkehre bereinigt worden. 45 % der erfassten Fahrgäste hätten den Bahnhof zu Fuß erreicht; 19 % mit dem Fahrrad oder dem Krad.

 

Die Verkehrsbefragung habe z.T. zu Ergebnissen geführt, die so nicht erwartet worden seien. So sei z.B. in der Relation Geismar Bahnhof der Pkw-Anteil mit 35 % vergleichsweise hoch, obschon hier ein leistungsfähiges ÖPNV-Angebot zur Verfügung stehe. Offensichtlich sei die Qualität der Busverbindung allein nicht ausschlaggebend für die Entscheidung, den ÖPNV zu nutzen. Ggfs. trügen auch tarifliche Barrieren zu einer solchen Entscheidung bei. Es werde daher angeregt, z.B. die Einführung eines Kurzstreckentickets zu prüfen oder die Einführung des Semester-Tickets weiter zu betreiben.

 

Vor dem Hintergrund der aufgezeigten Ergebnisse habe sein Büro einen Vergleich der Reisezeiten durchgeführt, um zu ermitteln, wo die Reisezeiten des öffentlichen Verkehrs deutlich länger seien, als die des MIV. Derzeit treffe dies insbesondere auf die Relationen Göttingen-Rosdorf, Göttingen Bovenden, auf die Erreichbarkeit des Ortsteiles Weende, auf die Verbindung des Umlandes mit dem Gewerbegebiet Grone sowie auf die Anbindung Northeims, Nörten-Hardenbergs, Hardegsens und Uslars an Göttingen zu.

 

Herr Nier bittet darum, die im Vortragsfolien auch im Ratsinformationssystem zugänglich zu machen (Anmerkung des Protokollanten: Die fragliche Datei ist im System allris zu diesem Tagesordnungspunkt hinterlegt).

 

Frau Behbehani verweist darauf, dass zahlreiche Verkehrsteilnehmer ihr Fahrzeug an der Peripherie der Innenstadt abstellten, um von dort aus zu Fuß die Innenstadt zu erreichen. Sie bitte um Auskunft, ob in der Verkehrsbefragung auch solche Effekte mit erfasst worden seien. Herr Dr. Krug erläutert, dass jeweils das finale Ziel abgefragt worden sei. In dem geschilderten Fall würden die Verkehrsteilnehmer in der Statistik mithin als Pkw-Fahrer mit dem Ziel Innenstadt erfasst.

 

Auf Nachfrage von Frau Oldenburg erläutert Herr Dr. Krug, dass die Befragung am Bahnhof jeweils unmittelbar auf den Bahnsteigen stattgefunden habe; insofern könne relativ verlässlich zwischen Fernverkehr und Nahverkehr differenziert werden.

 

Nach Ansicht von Herrn Henzenne ein erhebliches Potenzial an zusätzlichen Fahrgasten erschlossen werden, sofern der Verbund zwischen Bus und Bahn optimiert werde. Herr Dr. Krug verweist auf entsprechend positive Erfahrungen in anderen Bundesländern z.B. mit dem NRW-Tarif.

 

Auf Nachfrage von Herrn Holefleisch teilt Herr Koss mit, dass die Rücklaufquote bei der Haushaltsbefragung ähnlich hoch gewesen sei, wie bei der Verkehrsbefragung.

ALLRIS® Test-Dokument HTML Konvertierung

ALLRIS Dokumente

 

Dieses Dokument wurde von einem anderen Benutzer gerade erstellt und noch nicht auf dem Server gespeichert.

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich IVV-Fahrgastbefragung (1104 KB)      

 

 
 

zurück