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8. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt - und Klimaschutz
TOP: Ö 6
Gremium: Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 29.01.2013 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:05 - 18:00 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum THORN (126), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Herr Levin erläutert, die Stadt habe 1995 mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Vereinbarung über die künftige Waldbewirtschaftung getroffen

 

Herr Levin erläutert, die Stadt habe 1995 mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Vereinbarung über die künftige Waldbewirtschaftung getroffen. Seitdem wurden zwei eigene Forstinventuren im Stadtwald getätigt. Im November 2012 habe Greenpeace eine sogenannte Sonderwaldinventur durchgeführt, um die Zielerreichung der 1995 vereinbarten Waldbehandlung zu überprüfen. Hierbei wurden bewirtschaftete mit unbewirtschafteten Flächen verglichen und so die Wirkung einer naturnahen Waldbewirtschaftung erfasst.

Frau Jürgens/Greenpeace stellt die Sonderwaldinventur anhand einer Powerpoint-Präsentation vor. Abschließend berichtet Frau Jürgens, sei der Stadtwald deutschlandweit und international ein Vorbild aufgrund geschützter Urwaldbestände, schonender Nutzholzgewinnung mit Rücksicht auf zukünftige Holzreserven, begrenzte Rückewege und einem stetig gewachsenen Vorrat an Altholz seit 1950. Von den Waldflächen seien zudem 10 % als FFH-Gebiet geschützt. Gleichzeitig stehe der Stadtwald den Bürgern zur Verfügung.

Anmerkung: Die Präsentation ist der Anlage zum Protokoll zu entnehmen.

 

Herr Dr. Scherer dankt Frau Jürgens für die Ausführungen.

Frau Walbrun fand die Darstellung sehr anschaulich. Sie interessiert sich für die Definition des Vorratsfestmeters und wie sich die Unterschiede der Referenzflächen zu anderen Flächen, bspw. Fledermaus- und Vogelschutzgebieten klassifizieren.

Herr Levin erwidert, Vorratsfestmeter ist die Forstfachbezeichnung für 1 Kubikmeter Holz. Im Urwald würde etwa 600 bis 800 Kubikmeter Holz auf dem Hektar stehen und die Bäume 300 Jahre alt werden. Es wird geerntet, wenn die Bäume 1/3 ihrer Lebensdauer erreicht haben. Die Vorräte im bewirtschafteten Wald sind deutlich geringer als im Urwald - im Stadtwald derzeit sind es rund 400 m3/ha.

Referenzflächen haben dieselbe Entstehung wie die bewirtschafteten Flächen und geben Antwort darauf, wie sich der Wald ohne Bewirtschaftung weiter entwickeln wird. Sie sind Maßstab für Naturnähe und Behandlung der bewirtschafteten Flächen, die künftig nicht wesentlich von der zugehörigen Referenzfläche abweichen soll. Neben den Referenzflächen gibt es kleinere und größere Waldpartien, die vorrangig aus Arten- und Biotopschutzgründen aus der Bewirtschaftung herausgenommen wurden. Hierzu gehört z. B. der Orchideenkalkbuchenwald an der Lengderburg, der einzigartig im Stadtwald ist und seit 70 Jahren nicht mehr bewirtschaftet wird sowie der Wald im Wildgehege am Kehr, in dem alle Spechtarten Mitteleuropas zu Hause sind.

Auf die Nachfrage von Herrn Scheibler antwortet Frau Jürgens, nur der Stadtwald im Eigentum der Stadt wurde bei der Vermessung erfasst. Andere Flächen seien aus Zeitgründen nicht leistbar gewesen.

Herr Dr. Scherer merkt an, lt. Diagramm steige bundesweit der Holzeinschlag mehr als Holz zuwachse.

Frau Jürgens erklärt, das Diagramm beziehe sich auf die CO2-Aufnahme der Wälder.

Herr Dr. Schleuß bittet um öffentlichen Zugang zu den erhobenen Daten.

Herr Levin sagt zu, dass die Daten jederzeit im Forstamt zu Verfügung stehen und die Inventurdaten auch im Internet zu finden sind.

Herr Eilert legt dar, er setze sich seit Jahren dafür ein, dass kein Tropenholz verarbeitet werde.

Herr Dr. Scherer wünscht sich von der Presse die Berichterstattung dieses Leuchtturmprojektes.

Herr Eilert ergänzt, Herr Levin habe hervorragende Arbeit geleistet.

Herr Levin fügt hinzu, dies werde er auch an seine Mitarbeiter weitergeben.

 

Herr Dr. Scherer unterbricht die Sitzung für Bürgeranfragen:

 

Herr Kunze fragt nach, wer für die Beseitigung des Mülls auf dem Grundstück der Gaststätte am Kehr zuständig sei.

Herr Levin verdeutlicht, der Eigentümer; auf öffentlichen Grundstücken die Stadt.

Herr Kunze schlägt vor, an der Nordseite des KWP Rückschnittsmaßnahmen vorzunehmen.

Herr Levin stimmt einer Prüfung der Anregung zu.

Eine weitere Frage von Herrn Kunze zum Verkauf von Weihnachtsbäumen beantwortet Herr Levin.

Herr Scheibler erinnert an die Fristen zur Umsetzung der FFH-Richtlinie.

Frau Friedrich-Braun trägt vor, dass im Rahmen eines Monitoring eine Basiskartierung des FFH-Gebietes Nr. 138 „Göttinger Wald“ durch das Büro Luckwald, Hameln erfolgt sei. Die Ergebnisse können im Ausschuss vorgestellt werden. Im diesem Zusammenhang kann dann auch zum aktuellen Stand der Sicherung des FFH-Gebietes mit geeigneten Maßnahmen berichtet werden.

Herr Scheibler merkt an, das Geographische Informationssystem für die Flächenerfassung von Ausgleichsmaßnahmen wurde bereits in einer Ausschusssitzung vorgestellt. Konkrete Flächen in dem Bestand wurden nicht erörtert.

Frau Friedrich-Braun sagt dies - vorbehaltlich von Personalressourcen zur Datenpflege - für eine der nächsten Sitzungen zu.

 

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Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Praesentation_Greenpeace_Sonderinventur_ Goettinger_ Stadtwald (5797 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Der Stadtwald Göttingen_ Ein Modell mit Zukunft (6288 KB)      

 

 
 

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