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9. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 4
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 11.10.2012 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:04 - 19:35 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum THORN (126), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
 
Wortprotokoll
Beschluss

Herr Deimel-Bessler trägt zur Kooperationsvereinbarung zum Übergang Schule und Beruf vor

 

Herr Deimel-Bessler trägt zur Kooperationsvereinbarung zum Übergang Schule und Beruf vor. Diese bereits geschlossene Vereinbarung werde als Anlage zum Protokoll den Mitgliedern des Ausschusses übersandt.

 

Die Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt und Landkreis Göttingen sowie weiteren Akteuren wie dem DGB und der Agentur für Arbeit zielt darauf ab, allen Jugendlichen berufliche Ausbildung zu ermöglichen. Es wird angenommen, dass etwa 20% aller Jugendlichen gefährdet seien, eine Ausbildungsstelle zu erhalten, weshalb der Handlungsdruck groß sei. Wesentlicher Punkt des Konzepts sei, die Motivation von Schüler/-innen zu einer betrieblichen Ausbildung zu erhöhen, da viele Jugendliche sich für eine lange schulische Ausbildung entschieden, obwohl dies im Einzelfall nicht notwendigerweise eine gute Option sei. Des Weiteren müsse die Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen sowie die Kooperation zwischen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen verbessert werden. Zu diesem Zweck gebe es einen Steuerkreis, in dem die notwendigen Maßnahmen koordiniert würden. Leider stehe für diese Tätigkeit nur eine halbe Stelle zur Verfügung.

 

Frau Berdelmann berichtet über die Ergebnisse des nach vier Jahren nun nahezu abgeschlossenen Projekts „Gleiche Chancen für alle“ und die draus resultierenden Handlungsempfehlungen, die in einer gesonderten Broschüre aufgeführt seien. Diese könne bei der Beschäftigungsförderung bestellt oder von der Internetseite des Übergangsmanagements heruntergeladen werden. Ausgangslage waren die auch für Göttingen zutreffenden Aussagen, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund an Haupt- und Förderschulen überrepräsentiert seien und weniger Chancen auf einen betrieblichen / schulischen Ausbildungsplatz haben. Ziel müsse es daher sein, diesen Jugendlichen eine bessere Ausbildungschance zu geben und gleichzeitig ihre Motivation zu steigern. Hierfür sei ein Arbeitskreis „Jugend und Migration“ gebildet worden, um Handlungsempfehlungen auszusprechen. Wesentliche Empfehlungen seien die Erstellung von Konzepten zur interkulturellen Öffnung sowie Sprachförderung und Rahmenbedingungen für Jugendliche mit Migrationshintergrund zu verbessern (z.B. über Begleitung in den Familien und den Einsatz von Kulturdolmetscher/-innen) und so deren Ausbildungsquote zu steigern.

 

Herr Lieske stellt fest, dass er die ausgearbeiteten Empfehlungen unterstütze. Die Berufsvorbereitung und das Coaching von Jugendlichen mit Migrationshintergrund seien wichtig und sinnvoll.

 

Herr Gottwald erfragt die Rückmeldungen der Betriebe zum Thema. Frau Berdelmann antwortet, dass das Problem darin bestehe, dass sich Jugendliche nicht bewerben würden und stattdessen in einer langen Schulschleife steckten, da sie betriebliche Ausbildungen als wenig attraktiv ansehen würden. Frau Valena äußert, dass es aber auch erhebliche Vorurteile auf Seiten der Betriebe gebe, woran man arbeiten müsse. Frau Behbehani verweist auf die paradoxe Situation, dass die Wirtschaft nach Fachkräften verlange, auf der anderen Seite viel ungenutztes Potential in Form dieser Jugendlichen vorhanden sei.

 

Herr Lieske sagt abschließend, dass man verschiedene Probleme zu bewältigen habe. Man müsse den Jugendlichen die betriebliche Ausbildung als ein erstrebenswertes Gut vermitteln. Zum Anderen müsse man die Betriebe für Jugendliche mit Migrationshintergrund öffnen.

 

 

 

 

 

 

 
 

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