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5. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Sportausschusses
TOP: Ö 5
Gremium: Sportausschuss Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 11.09.2012 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:15 - 19:07 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: "Sparkassen-Arena", Schützenplatz 1, 37081 Göttingen
Ort:
GoeSF/050/12 Freibad Weende - Aktueller Stand
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:Göttinger Sport- und Freizeit GmbH & Co. KG   
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

 

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Präsentation Konzept Freibad Weende 11 (1284 KB)      
Herr Meyer erläutert, dass im Rahmen des Entschuldungshilfeprogramms über eine Schließung des Freibades Weende nachgedacht wurde und zitiert den Wortlaut des entsprechenden Abschnittes V 063 aus dem vom Rat der Stadt beschlossenen EHP

Herr Meyer erläutert, dass im Rahmen des Entschuldungshilfeprogramms über eine Schließung des Freibades Weende nachgedacht wurde und zitiert den Wortlaut des entsprechenden Abschnittes V 063 aus dem vom Rat der Stadt beschlossenen EHP. Inzwischen sei man allerdings zu der Überzeugung gelangt, dass der Badestandort wenn möglich erhalten bleiben soll. Dies setzt voraus, dass die Wasserfläche und die laufenden Betriebskosten deutlich reduziert werden. Zudem sollte das Betriebskonzept geändert werden, in dem sich der Ortsteil am Betrieb des Bades beteiligt und damit eine weitere Reduzierung der Betriebskosten bzw. des jährlichen Defizites erreicht werden kann.

Herr Frey stellt ausgehend von der Entscheidung des Rates mit einer Präsentation, die der Niederschrift angefügt ist, die mögliche Zukunft des Bades vor. Er erläutert das Ziel, die Fläche in Zukunft für viele Menschen in der Freizeit nutzbar zu machen. Das vorliegende Konzept versucht, den Bedürfnissen so vieler Menschen wie möglich gerecht zu werden. Der Entwurf des Ing. Büros Schütze sieht eine Sanierung des Bades in seiner jetzigen Form vor. Die Kosten belaufen sich trotz Einsparungen auf mindestens ca. 4 Mio. EUR. Weder der GoeSF noch der Stadt ist es möglich diese hohen Kosten zu tragen. Bei dem Konzept der Planungsgruppe Hildesheim PGH, welches vom Förderverein in Auftrag gegeben wurde, wurden einige Details nicht kalkuliert. Die dort angegebenen Kosten von ca. 2 Mio. EUR erwiesen sich bei einer Nachkalkulation seitens der GoeSF als nicht realistisch. Für die Umsetzung dieser Planungsvariante sind Kosten von ca. 3 Mio. EUR anzusetzen. Das Konzept der GoeSF sieht vor, das Bad in ein Naturbad umzuwandeln. Dies hätte deutlich weniger Kosten zur Folge und durch einen Umbau in ein parkähnliches Areal wären mehr Bewegungsmöglichkeiten vorhanden als in einem normalen Freibad. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Beach-Volleyball-Feldern und dem Fußballfeld sollen Schaukeln, eine Ringwaage, Trampoline, eine Seilbahn, eine Klettermöglichkeit und ein Senioren-Fitness-Parcours auf der Wiese ihren Platz finden. Für die ganz kleinen Besucher soll es einen Wasser-Matsch-Spielplatz anstelle des jetzigen Planschbeckens geben. Das aktuelle Nichtschwimmerbecken wird zu einem Bodenfilterbereich umgebaut, wobei die Rutsche allerdings bestehen bleibt, jedoch nur in ein kleines Auslaufbecken mit anschließendem Strömungskanal führt. Außerdem soll es einen Sandstrand als Highlight des künftigen Nichtschwimmerbereiches geben. Für die Schwimmer ist ein Bereich mit ca. vier 25m-Bahnen vorgesehen. Die Wassertiefe soll jedoch lediglich 1,35 m betragen, da hier die Aufsicht für die zukünftigen Betreiber einfacher ist. Im Bereich des jetzigen Umkleidehauses ist geplant, die Fläche an den Städt. Wohnungsbau zu verkaufen, die dort zwei Häuser errichten lassen, ohne dass die Fläche des Freibades verkleinert werden soll. Das rechte Gebäude, welches direkt an die BSA Weende angrenzt, soll das Umkleidehaus der BSA ersetzen und es ist auch denkbar, dort verschiedene Sportangebote anzubieten. Das andere Gebäude soll als Bürogebäude zur Verfügung stehen. Herr Frey weist darauf hin, dass der Weender Förderverein bei einem Weiterbetrieb dauerhaft mitwirken muss, damit das Projekt eine Zukunft hat.

Herr Henze erfragt, wie sich die Betriebskosten bei den genannten Konzepten verändern würden.

Herr Frey erklärt, dass das Freibad Weende aktuell das günstigste Bad in Göttingen ist, da es buchhalterisch bereits komplett abgeschrieben wurde und zeigt die Kosten anhand einer Excel-Tabelle. Das nun vorgelegte Konzept der GoeSF führt nach der Kalkulation zu einem ähnlichen Betriebsverlust wie im Jahr 2011, der jedoch wesentlich geringer ausfällt als bei der Umsetzung der alternativen Konzepte der Schütze-Architekten und der PGH zu erwarten wäre. Da sich ein Umbau nur lohnt, wenn auch mehr Besucher zu verzeichnen sind, wurde mit 64.100 Jahresbesuchern kalkuliert. Die angegebenen Personalkosten können bei dem Konzept der GoeSF durch Eigenleistung noch weiter verringert werden. Außerdem sind die Energiekosten geringer, da das Bad als Naturbad nicht geheizt werden würde.

Herr Dr. Häntsch stellt die Frage, wann mit der Wiedereröffnung des Bades zu rechnen ist, wenn man das Konzept der GoeSF umsetzen würde. Wie könnten die Kosten für das Bad modularisiert werden?

Herr Meyer berichtet, dass der Umbau in der Saison 2013 noch nicht möglich ist, da eine gewisse Vorlaufzeit für die Planungen des Umbaus benötigt wird. Unter der Voraussetzung, dass sich alle Beteiligten auf die Eckpunkte des nun vorgelegten Konzeptes verständigen, soll das Bad daher im nächsten Jahr noch einmal in den normalen Betrieb gehen. Jedoch soll in diesem Fall bereits das ehrenamtliche Engagement der Weender Bürger getestet werden. Dies kann durch deren Mitwirkung im Betrieb des Bades in den Bereichen Aufsicht und Grundstückspflege geschehen. In der Saison 2014 bleibt das Bad dann voraussichtlich ganz geschlossen, um 2015 entsprechend dem vorgelegten Konzept voll renoviert wieder zu starten. Außerdem weist Herr Meyer darauf hin, dass die Besucherzahlen auch in diesem Jahr in Weende nicht so gut waren und die Bürger diese noch mehr steigern sollten um deren Interesse zu bekunden.

Herr Frey ergänzt auf Nachfrage, dass Gedanke der modularen Umsetzung die „Möblierung der Parklandschaft außerhalb des Schwimmbereichs“ mit Bewegungs- und Spielgeräten betrifft.

Herr Henze spricht an, dass es im Naturerlebnisbad Grone am Anfang Probleme mit den Kiesstrand gab, da der Kies sich zerrieben hat und das Wasser dadurch stark eingetrübt wurde. Es stellt sich die Frage, wie man garantieren kann, dass dieses beim Sandstrand nicht auch passiert. Außerdem wird es drei Zugänge geben, an denen kassiert werden muss. Er erfragt, ob im Winter die gleichen Preise wie im Sommer gelten sollen.

Herr Frey antwortet, dass viele Details noch geklärt werden müssen. Man soll dort nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit Zutritt haben, es muss einen eingezäunten Bereich geben um die Sicherheit auf dem Gelände zu gewährleisten. In Bielefeld ist das Modell mit einem Sandstrand bereits erprobt und dort funktioniert es.

Herr Dr. Pfahl schlägt vor, dass der zukünftige Betriebspartner für das Bad beim Konzept des Umbaus hinzugezogen wird, damit er noch Einfluss auf die Ausgestaltung innerhalb der vorgestellten Eckdaten nehmen kann.

Herr Meyer betont, dass es nun in zwei Schritten vorangehen muss. Als erstes muss geklärt werden, ob das Konzept der GoeSF für die Initiative vorstellbar ist. Wenn dies der Fall ist, kann in einem zweiten Schritt der Feinschliff geklärt werden. Die Verkleinerung der Wasserfläche ist unbedingt notwendig um die Betriebskosten zu minimieren. Er bittet die Details erst zu klären, wenn die Initiative und die Politik ihre Rückmeldungen gegeben haben.

Herr Güntzler fügt hinzu, dass heute nur die Interessen abgefragt werden sollen und heute keine Entscheidung fallen wird.

Herr Meyer ergänzt, dass nun mit den möglichen Betreibern gesprochen werden muss um Details wie die Öffnungszeiten oder Preise zu besprechen und dann geprüft wird, ob die Kosten für den Umbau im Rahmen des EHP getragen werden können.

Herr Henze erklärt, dass er sich für seine Fraktion vorstellen kann, sich den Ausführungen von Herrn Meyer anzuschließen. Das Konzept hat ihn positiv überrascht und stellt eine gute Richtung dar.

Herr Dr. Häntsch betont, dass zuerst die Grundentscheidung fallen muss, ob das Konzept für die Weender Bürger so vorstellbar ist.

Herr Holefleisch erwähnt positiv, dass das Bad nicht geschlossen wird und findet das Konzept der GoeSF gut. Auch Bürger, die nicht aus Göttingen kommen werden das Bad schön finden. Er wünscht sich Bereitschaft der Weender Bürger zu diesem Konzept.

Herr Neumann erfragt, ob bei dem Differenzbetrag der einzelnen Konzepte bereits die Zinsen und der Abtrag mit eingerechnet ist.

Herr Frey erklärt, dass die Zinsen in der Tabelle aufgeführt sind, der Abtrag jedoch nicht.

Herr Güntzler bezieht nun die Besucher mit ein und bittet, nur grundsätzliche Punkte anzusprechen und keine Detaildiskussion zu beginnen.

Herr Gramsch erachtet es als positiv, dass nun ein neues Konzept vorliegt und dass die Stadt das Bad 2013 weiter betreiben möchte und hier Geld in die Hand nimmt. Es ist klar, dass die Betriebskosten gesenkt werden müssen um eine Grundlage für die Sanierung zu schaffen und der Rahmen der Finanzen ist auch klar abgesteckt. Die Weender sind bereit Ideen für die weitere Umsetzung zu sammeln. Herr Frey wird bei der Mitgliederversammlung am 17.09. zur Verfügung stehen, um das Konzept noch einmal vorzustellen und Fragen zu beantworten. Er betont, dass Schwimmen laut der Sportentwicklungsplanung in Göttingen eine wichtige Sportart ist und das Bad deshalb eine hohe Bedeutung hat.

Frau Vogel bemängelt, dass man immer nur von Kosten des Bades spricht. Man muss beachten, dass die Stadt Göttingen das Bad damals von dem reichen Stadtteil Weende geschenkt bekommen hat.

Herr Arnold bemängelt den Verlust des 10m-Turms und der 50m-Bahnen. Die Frage nach der Rechtsform der Bürgerinitiative ist schwierig zu klären, da man nicht viele ehrenamtliche Helfer für eine durchgängige Arbeit im Freibad zusammenbekommt.

Herr Nebe ist verunsichert, da bei dem Konzept der PGH in einer Vorlage der berichtigte Wert 2,5 Mio. und nicht 3 Mio. Euro war. Wie konkret sind die Zahlen?

Frau Zander hinterfragt, wie sie als Sportlehrerin das Sportabzeichen im Freibad Weende abnehmen soll, wenn es keinen Sprungturm und nur Schwimmbahnen mit 1,35 m Wassertiefe gibt. Es bestünde dann nur noch die Möglichkeit ins Freibad Brauweg zu gehen, da auch im Badeparadies keine geeigneten Materialien vorhanden sind.

Frau Koch bemerkt, dass die beliebteste der ersten 10 Sportarten das Schwimmen ist. Dazu passt es nicht, dass Weende zurückgebaut werden soll.

Herr Oettler fügt hinzu, dass im SEP Schwimmmöglichkeiten gefordert wurden und möchte erfragen, wie die Politik mit dem Geld für die SEP umgeht.

Herr Henze erklärt, dass das Konzept eine Schwimmfläche bietet. Um das Bad zu erhalten wurde in Grone auch der 10m-Turm abgerissen und mit einer Abrissparty positiv verbunden.

Herr Dr. Pfahl stellt klar, dass wir nicht weiter über ein Konzept nachdenken müssen, wenn die Bürger nicht der Meinung sind, dass das Projekt zu stemmen ist. Er ist der Überzeugung, dass es geschafft werden kann. Das Bad soll nicht geschlossen sondern umgebaut werden. Dazu benötigt die Politik jedoch klare Signale der Bürgerinnen und Bürger. Der genaue Rahmen kann noch diskutiert werden.

Herr Dr. Häntsch stellt klar, dass es in der Sportentwicklungsplanung mehr um Hallenbäder geht, da seiner Meinung nach die Freibäder weniger geeignet für den Schulsport sind.

Herr Meyer verlässt um 18:42 Uhr die Ausschusssitzung, da er noch einen weiteren Termin in Weende hat.

Eine Bürgerin weist darauf hin, dass es in Weende fünf Schulstandorte gibt, für die dann der Schwimmunterricht in der Schule nicht mehr dort stattfinden kann.

Herr Arnold betont, dass sich die Bürger bei der Arbeitsgruppe Sportstätten im Rahmen der Sportentwicklungsplanung mit ihren Wünschen stark zurückgehalten haben. Er fordert ein Sportstättenkataster in dem auch die Schwimmmöglichkeiten aufgeführt werden.

Herr Güntzler erklärt, dass es ein Sportstättenkataster auf der Seite der GoeSF bereits gibt. Der Sportausschuss hatte damals gefordert eines zu erstellen. Zudem sind alle Sportstätten der Stadt auf der Internetseite der GoeSF mit deren Sportangebot aufgeführt.

Herr Holefleisch betont, dass das Badeparadies damals trotz schlechter finanzieller Mittel gebaut wurde, um möglichst vielen Bürgern und Schulen das Sportschwimmen zu ermöglichen. Bei der Umsetzung neuer Maßnahmen muss man sehen was machbar ist und man muss gelegentlich bereit sein sich von altem trennen zu können um neues besseres zu erhalten.

Herr Frey beantwortet die Frage von Herrn Arnold nach einem Betreiberkonzept. Bevor man eine Rechtsform festlegen kann, muss man sich erst auf ein inhaltliches und ein finanzielles Ziel einigen. Bei dem Konzept der PGH hat die Nachprüfung durch die GoeSF ergeben, dass unter Einbeziehung aller Erfordernisse Kosten von ca. 3 Mio. EUR für dessen Umsetzung veranschlagt werden müssen. Um die weitere Diskussion nicht zu belasten wurde dieser Betrag in der Darstellung des Konzeptvergleiches auf ca. 2,5 Mio. EUR reduziert. Zu der Schulbelegung in Weende merkt er an, dass in der Vergangenheit die Schulen die Göttinger Freibäder kaum für den klassischen Anfängerschwimmunterricht genutzt haben, da die Witterungsbedingungen dafür häufig zu unbeständig sind. Die Abnahme des Seepferdchen-Abzeichens wäre in Weende künftig trotzdem möglich, ebenso wie das Hinführen zum Schwimmen.

Herr Güntzler schließt den Tagesordnungspunkt und bittet um eine Beteiligung der Weender Bürger an der weiteren Diskussion.

 

 

 
 

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