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5. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Sportausschusses
TOP: Ö 4
Gremium: Sportausschuss Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 11.09.2012 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:15 - 19:07 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: "Sparkassen-Arena", Schützenplatz 1, 37081 Göttingen
Ort:
GoeSF/049/12 Übergabe des Berichtes zur Sportentwicklungsplanung
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:Göttinger Sport- und Freizeit GmbH & Co. KG   
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

 

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich 120907 Abschlusspräsentation GÖ (7450 KB)      
Beschlussvorschlag:

Herr Frey erläutert zum Einstieg, dass das Projekt der Sportentwicklungsplanung in Zusammenarbeit mit dem Sportinstitut der Universität Erlangen, dem SSB Göttingen und dem LSB Niedersachsen vor etwa einem Jahr mit der Bevölkerungsbefragung begonnen hat. Heute soll die Übergabe durch Herrn Prof. Dr. Rütten erfolgen.

Herr Prof. Dr. Rütten stellt die Ergebnisse der Sportentwicklungsplanung anhand einer Präsentation vor, die der Niederschrift beigefügt ist. Er betont, dass der Vorgang keineswegs abgeschlossen ist und der Prozess nun durch die Umsetzung der Maßnahmen weitergeht. Das Ergebnis der Planung sind die Wünsche und Ideen der Göttinger Bürgerinnen und Bürger. Um diese Wünsche herauszuarbeiten erfolgten zunächst eine Reihe von empirischen Untersuchungen, Bestandsaufnahmen und repräsentativen Bevölkerungsbefragungen, welche in ihrer Durchführung in Göttingen beispielhaft waren. Im zweiten Schritt wurden mehrere Workshops durchgeführt um eine gute Umsetzung einzuleiten. Entscheidend ist, wie mit den erzielten Ergebnissen der Planung weiter umgegangen wird. Ziel ist die Neukonzipierung des Sportkonzepts der Stadt Göttingen, welches die Bedingungen für den gebundenen und den ungebundenen Sport verbessert. Unter diesem Gesichtspunkt wurden vier Zielbereiche der Sportentwicklungsplanung aufgestellt: Sportstätten und Sportstättenmanagement, Entwicklung und Gestaltung von Bewegungsräumen, Angebots- und Organisationsentwicklung und Sportförderung und Öffentlichkeitsarbeit. Das Angebot von vorhandenen genormten Sportanlagen wird von den Befragten überwiegend als gut und befriedigend bewertet. Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich jedoch den Bau von offen zugänglichen Spiel- und Sportgelegenheiten, die vom ungebundenen Sport genutzt werden können und die Sanierung der vorhandenen Sportstätten. Es zeigte sich jedoch, dass zahlreiche aktive Sportlerinnen und Sportler Straßen, Wege und Felder als Sporträume nutzen. Daher sollte an dem Ausbau von Radwegen, Mountainbikestrecken und Joggingwegen weiter gearbeitet werden. Die Maßnahmen, mit denen diese Ziele umgesetzt werden könnten sind dem Maßnahmenkatalog des Berichtes zu entnehmen. Auch beim zweiten und beim dritten Zielbereich sind drei langfristige Ziele festgesetzt worden. Die Auswertung der Aktivenquote nach Geschlecht zeigt, dass Männer und Frauen in etwa zu gleichen Teilen Sport betreiben. Die beliebteste Sportart ist vor Jogging und Radfahren das Schwimmen. Dies entspricht auch den Erkenntnissen aus entsprechenden Untersuchungen in anderen Kommunen. Die Maßnahmen der Zielumsetzung für die Zielbereiche zwei und drei sind dem Endbericht zu entnehmen. Im Zielbereich vier wurden fünf kurzfristige Ziele entwickelt, die große Auswirkungen auf die Sportentwicklung haben werden. Besonders deutlich wird hier, dass ca. 60 % der Befragten selbstorganisiert Sport treiben und nur 21 % Mietglied eines Sportvereins sind. Die Sport- und Bewegungsmöglichkeiten werden als gut bewertet. Außerdem wünschen sich die Befragten, dass Angebote und Kurse innerhalb und außerhalb der Sportvereine mehr gefördert werden sollten. Die Öffentlichkeitsarbeit der Sportangebote in Göttingen sollte verbessert werden. Insgesamt wird Göttingen als eine sehr bewegungsfreundliche Stadt angesehen. Als besonderes Ziel wird die Stärkung des Ehrenamtes genannt, z.B. durch die Einbindung von berufsqualifizierenden Aspekten, da so besonders die Vereine noch besser unterstützt würden. Für die Weiterführung der Sportentwicklungsplanung und die Erarbeitung des Sportkonzeptes empfiehlt Herr Prof. Dr. Rütten eine Steuerungsgruppe einzurichten, bestehend aus der GoeSF, dem SSB und der Verwaltung. Diese soll nun mit diesen Ergebnissen zurück in die Stadtteile gehen, um dort über die Umsetzung der Maßnahme zu diskutieren. Herr Prof. Dr. Rütten ist zuversichtlich, dass der weitere Verlauf erfolgreich sein wird, da alle Beteiligten, auch die Bürgerinnen und Bürger, sehr viel Engagement zeigen, um die sportliche Situation in Göttingen zu verbessern.

Nach der Vorstellung der Präsentation übergibt Herr Prof. Dr. Rütten Herrn Oberbürgermeister Meyer den Sportentwicklungsbericht. Herr Meyer bedankt sich für die Unterstützung des Instituts für Sportwissenschaft und Sport aus Erlangen.

Herr Güntzler bedankt sich bei Prof. Dr. Rütten für die ausführlichen Erläuterungen des Endberichtes. Nun liegt es an den Beteiligten der Verwaltung und der Politik die Ergebnisse umzusetzen. Er merkt an, dass es interessant zu sehen ist, wie viel nichtorganisierter Sport in Göttingen betrieben wird. Er fragt, ob es Besonderheiten im Vergleich zu anderen Kommunen gibt.

Herr Prof. Dr. Rütten erklärt, dass es hinsichtlich der Untersuchungs- und Planungsergebnisse keine besonderen Auffälligkeiten gibt mit der Ausnahme, dass die Internetnutzung zur Erlangung von Informationen über Sportangebote oft genannt wurde. Positiv hervorzuheben ist die Beteiligung des organisierten Sports an der Erarbeitung des Konzeptes, sowie die Arbeit des LSB und des SSB im Zuge der Planung.

Herr Frey fügt hinzu, dass es ohne die Mitarbeit des LSB und des SSB nicht möglich wäre eine Sportentwicklungsplanung umzusetzen.

Auch Herr Holefleisch dankt Herrn Prof. Dr. Rütten für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Er ist außerdem der Meinung, dass Göttingen über gute Sportstätten verfügt, die auch gut verwaltet werden. Man sollte aber die Bewegungsräume mehr in den Fokus rücken. Er fragt jedoch, ob es Empfehlungen für die Zuständigkeiten zu Verbesserungen im Sportbereich und Empfehlungen für die zukünftige Nutzung der Förderrichtlinien gibt, um den ungebundenen Sport mehr zu fördern und so auch die Finanzen zu optimieren.

Herr Dr. Häntsch fügt hinzu, dass in dem Bericht der Sportentwicklungsplanung nur ein geringer Teil für den Bau neuer, wettkampfgerechter Sportstätten gestimmt hat und fragt, ob dies ein Indiz dafür sei, dass die Bevölkerung mit den bestehenden Sportstätten weitestgehend zufrieden ist.

Herr Henze bemerkt außerdem, dass es in der Vergangenheit scheinbar richtig war, den Breitensport so stark zu berücksichtigen. Er begrüßt die Beteiligung der Bevölkerung bei der Erarbeitung des Konzeptes und stellt sich die Frage, wie der Sportausschuss eine laufende Kontrolle der Umsetzung organisieren kann. U.U. könnte man das Thema SEP regelmäßig ein- oder zweimal im Jahr im Sportausschuss behandeln.

Herr Prof. Dr. Rütten erklärt, dass das Problem der Planung neuer Bewegungsräume nicht alleine von der Sportverwaltung gelöst werden kann. Vielmehr müssen die Stadtplanung sowie das Grünflächenamt mit einbezogen werden, damit neue Ressourcen für den nichtorganisierten Sport zugänglich gemacht werden können. Auch die Politik und andere Ämter der Stadt Göttingen müssen ihren Einfluss geltend machen und es darf nicht alles im Zuständigkeitsbereich der GoeSF liegen. Die Sportentwicklungsplanung wird bereits vom Land Niedersachsen gefördert. Außerdem wird das Konzept bei einer bundesweiten Tagung in Frankfurt vorgestellt. Wichtig ist es, dass der Prozess kontinuierlich weitergeführt wird.

Herr Holefleisch fragt noch einmal nach einer Empfehlung für die Sportförderrichtlinien. Außerdem hat er bei der Durchsicht der Planung festgestellt, dass viele Bürgerinnen und Bürger der Meinung sind, dass die Beiträge für Sportvereine zu hoch sind.

Herr Prof. Dr. Rütten schlägt vor, dass man mehr auf projektbezogene Förderungen eingehen könnte, aber man muss bei der Modifizierung sehen, dass auch andere Ressourcen mit einbezogen werden.

Herr Holefleisch erfragt, ob in der Umfrage angefragt wurde, wie hoch die Befragten die Mitgliedsbeiträge der Sportvereine einschätzen.

Herr Prof. Dr. Rütten bestätigt, dass diese Frage nicht gestellt wurde. Bei einigen Ergebnissen muss man sicher berücksichtigen, dass die Aussagen der Befragten natürlich immer subjektiv sind und manchmal auch gewisse Vorurteile widerspiegeln.

Herr Neumann möchte in Erfahrung bringen, ob bei der weiteren Planung auch die Ortsräte und die Bürger des Stadtteils hinzugenommen werden.

Herr Frey erklärt, dass es geplant ist, die Bürgerinnen und Bürger sowie die Ortsräte durch ihr Wissen vor Ort weiter mit einzubeziehen. Einer der Gründe für die Sportentwicklungsplanung war die Forderung des Sportausschusses nach der Überarbeitung des Sportkonzeptes. Anhand der jetzigen Erkenntnisse wird ein neues Sportkonzept umgesetzt.

Herr Holefleisch fordert, in Zukunft auch die Entgeltordnung und die Sportförderrichtlinien anzupassen.

Herr Güntzler merkt an, dass die Stadt Göttingen im Vergleich zu anderen niedersächsischen Städten und Kommunen bezüglich der Förderrichtlinien gut aufgestellt ist.

Frau Schulz begrüßt es, dass nicht nur an den Spitzensport gedacht wird, sondern auch Menschen mit Behinderung keine Hemmungen haben müssen Sport zu treiben.

Abschließend bedankt sich Herr Güntzler für den Einsatz bei der Sportentwicklungsplanung und verabschiedet Prof. Dr. Rütten.

 

 

 

 
 

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