zurück
 
 
6. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke
TOP: Ö 5
Gremium: Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 08.03.2012 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:15 - 18:25 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Herr Koss erläutert die Netzstruktur der Hauptverkehrsstraßen in Göttingen

 

Herr Koss erläutert die Netzstruktur der Hauptverkehrsstraßen in Göttingen. Es sei erklärtes Ziel, sowohl die innerstädtischen Verkehre, wie auch den Durchgangsverkehr, auf Achsen zu bündeln. Eine entsprechende Aussage finde sich auch im derzeitigen Verkehrsentwicklungsplan.

 

Im Wesentlichen stünden in Nord-Süd-Richtung drei Verkehrsachsen zur Verfügung. Ihnen komme eine wesentliche Funktion in der Verknüpfung des örtlichen mit dem überörtlichen Verkehrsnetz zu. Ein erheblicher Teil des Durchgangsverkehr in dieser Relation könne über den Maschmühlenweg resp. die (östlich der Bahnlinie) parallel dazu verlaufende Hannoversche Straße im Osten sowie die Otto-Brenner-Straße im Westen abgewickelt werden - dazwischen bestehe jedoch nach wie vor Bedarf für eine weitere leistungsfähige Verbindung. Die Königsallee sei vor diesem Hintergrund durch die Landesstraßenverwaltung als Landesstraße ausgewiesen worden. Zwar nehme die Königsallee nur etwa die Hälfte der Verkehrsmengen der übrigen Achsen auf, jedoch würde eine Verlagerung der Verkehrsmengen in einem nennenswerten Umfang z.B. auf die Achse Maschmühlenweg-Bahnhofsallee zu einer Überlastung dieser Verbindung und zu Problemen insbesondere in den Kreuzungsbereichen führen. Im Ergebnis könne auf die Königsallee als Durchgangsstraße nicht verzichtet werden. Allerdings dürfe die Verkehrsbelastung auch nicht steigen. Die Verwaltung schlage daher bewusst für den Straßenausbau keine überbreite Gestaltung vor, sondern lediglich einen Ausbau im Regelquerschnitt. Hierauf sollte jedoch nicht verzichtet werden, um sich z.B. die Option für einen künftigen Busverkehr offen zu halten. Durch ergänzende Maßnahmen solle zudem die Attraktivität für den Durchgangsverkehr gesenkt werden. So solle z.B. eine Mittelinsel errichtet werden. Eine Fahrbahnverschwenkung sowie ein Tempo-30-Streckengebot seien ebenfalls vorgesehen.

 

Im Rahmen der Überarbeitung des Verkehrsentwicklungsplanes müsse die Thematik „Vorbehaltsnetz“ sicherlich nochmals einer grundlegenden Überprüfung unterzogen werden. Derzeit sehe er jedoch keine Alternative dazu, die Königsallee weiter im Vorbehaltsnetz zu belassen.

 

Nach Ansicht von Herrn Holefleisch müsse die Verwaltung ernsthaft prüfen, wie die gefahrene Geschwindigkeit im Stadtgebiet nachhaltig gesenkt werden könne. Diese Diskussion müsse auch im Zusammenhang mit der Erarbeitung des kommunalen Klimaplans geführt werden. Im konkreten Fall müssten zumindest geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um Lkw-Verkehr in der Königsallee zu verhindern. Herr Koss gibt zu bedenken, dass die Einrichtung einer Tempo-30-Zone nicht in Betracht komme; hierzu habe die Verwaltung auch bereits vorgetragen. Es sei jedoch beabsichtigt, im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten, ein Tempo-30-Streckengebot auszuweisen.

 

Herr Welskop erklärt, die Planungen der Verwaltung zu unterstützen. Die Planungen seien gegenüber dem ersten Entwurf deutlich überarbeitet worden; die Bedenken der Anwohner seien dadurch weitestgehend aufgegriffen worden. Gleichwohl erfolge ein verkehrsgerechter und ausreichend dimensionierter Ausbau.

 

Auch Herr Henze ist der Ansicht, dass auf die Königsallee als Durchgangsstraße nicht verzichtet werden könne, da sich der Verkehr sonst ins Groner Altdorf verlagern würde. Entsprechende Schleichverkehre durch die dortigen engen Straßen müssten jedoch vermieden werden. Herr Roth entgegnet, dass die derzeitigen Verkehrsmengen nicht als gegeben hingenommen werden dürften. Vielmehr müsse im Sinne einer nachhaltigen Verkehrsplanung der Fokus viel mehr als derzeit auf Verkehrsvermeidung gelegt werden. Herr Dienberg erläutert, dass derartige grundsätzliche Fragen im Rahmen der Überarbeitung des Verkehrsentwicklungsplanes geklärt werden müssten. Die entsprechenden Planungen würden derzeit erarbeitet. Da diese Daten auch im Zusammenhang mit der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes benötigt würden, habe die Verwaltung auch ein hohes Eigeninteresse hieran. Er bitte jedoch um Verständnis dafür, dass mit der zur Verfügung stehenden Personalausstattung dies nicht schneller zu bewerkstelligen sei; er verweise hierzu auch auf die Stellungnahme der Verwaltung zu TOP 11. Er plädiere jedoch eindringlich dafür, die konkrete Ausbauentscheidung für die Königsallee nicht mit konzeptionellen Fragen, die an anderer Stelle geklärt werden müssten, zu überfrachten. Ohnehin bestehe hinsichtlich der Zielvorstellung, die Verkehrsmittel des sog. Umweltverbundes zu stärken, kein Dissens. Im Ergebnis sei er davon überzeugt, dass mit der überarbeiten Ausbauplanung für die Königsallee ein tragfähiger Kompromiss habe gefunden werden können; den Belangen des Radverkehr sei hier eine große Bedeutung eingeräumt worden.

 

Herr Klatt verweist darauf, dass durch die von der Verwaltung vorgeschlagene Ausbauvariante keinerlei Optionen für künftige Entwicklungen verbaut würden; dies gelte sowohl für einen optionalen Busverkehr, wie auch für eine weitere Verkehrsberuhigung resp. die Stärkung des Radverkehres.

 

Herr Nier stimmt Herrn Klatt grundsätzlich zu. Weitergehende Untersuchungen seien für die aktuelle Ausbauentscheidung daher zunächst nicht erforderlich; für die im Rahmen der Überarbeitung des Verkehrs­entwicklungs­planes anstehenden konzeptionellen Entscheidungen jedoch seien dezidierte Erhebungen zum Ziel- und Quellverkehr unverzichtbar.

 

Herr Henze dankt der Verwaltung für deren Ausführungen; seines Erachtens habe hierdurch eine gute Informationsgrundlage für die in der kommenden Sitzung anstehende abschließende Beschlussempfehlung des Ausschusses geschaffen werden können.

Sodann beschließt der Ausschuss einstimmig:

Sodann beschließt der Ausschuss einstimmig:

-----

Der Bericht wird zur Kenntnis genommen.

 
 

zurück