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6. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke
TOP: Ö 6
Gremium: Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 08.03.2012 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:15 - 18:25 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Herr Dienberg erläutert, dass es im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes erforderlich werde, die künftigen Bedarfe an Wohnbauflächen gutachterlich zu ermitteln; er verweise hierzu auf den seinerzeitigen Vortrag der Verwaltung zur Einleitun

Herr Uhlig erläutert, dass es im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes erforderlich werde, die künftigen Bedarfe an Wohnbauflächen gutachterlich zu ermitteln; er verweise hierzu auf den seinerzeitigen Vortrag der Verwaltung zur Einleitung des Aufstellungs­verfahrens für den Flächennutzungsplan. Vor diesem Hintergrund beabsichtige die Verwaltung, eine Wohnbauflächenbedarfsanalyse in Auftrag zu geben und diese Frage gutachterlich untersuchen zu lassen.

 

Allgemein seien in der Siedlungsentwicklung neue Trends zu beobachten; er verweise hierzu auf eine zunehmende Reurbanisierung. Vor diesem Hintergrund komme einer wohnortnahen Infrastruktur eine besondere Bedeutung zu. Dies betreffe auch die soziale Infrastruktur, wie auch eine leistungsfähige Einzelhandelsstruktur.

 

Die bisherige Datenerhebung habe ergeben, dass in Göttingen überwiegend Mietwohnungen im Geschosswohnungsbau angeboten würden. So befänden sich 75 % der Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, während lediglich 25 % auf Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern entfielen. Der Wohnungsbestand sei zudem vergleichsweise alt. Insgesamt sei eine eher unterdurchschnittliche Versorgung mit Wohnbauflächen festgestellt worden.

 

Ziel müsse es sein, eine qualitativ hochwertige, nachfrageorientierte Wohnungsversorgung sicherzustellen. Er verweise in diesem Zusammenhang auch auf das seinerzeitige Gutachten des Pestel-Institutes aus dem Jahr 2006. Damals sei ein Bedarf von 1.100 Wohneinheiten in Ein- und Zweifamilienhäusern und 1.100 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau ermittelt worden, wovon mittlerweile 300 resp. 700 Wohneinheiten hätten realisiert werden können. Das seinerzeitige Gutachten reiche für die Zwecke der aktuell anstehenden Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes allerdings nicht aus.

 

Herr Uhlig erläutert sodann die Aufgabenstellung für die geplante zukünftige Analyse im Detail. U.a. solle – aufbauend auf den Daten der statistischen Ämter der Stadt und des Landkreises – eine Bevölkerungsanalyse für den Zeitraum bis 2025 erarbeitet werden. Die Wohnungsnachfrage solle nicht nur quantitativ ermittelt werden, sondern nach Qualität des Wohnraums und der Nachfragestruktur differenziert werden. Im Ergebnis sollten sozio-ökonomische Aspekte im besonderen Maße Berücksichtigung finden; Gleiches gelte für die Thematik „Klimaschutz und Energiewende“.

 

Aufbauend auf den Ergebnissen der Analyse und der Erarbeitung von zwei Szenarien sollten dann entsprechende Zukunftsstrategien entwickelt werden; hierzu werde dann ein Arbeitskreis eingerichtet. Für die Analysearbeiten seien bereits vier Angebote geeigneter Fachbüros eingeholt worden.

 

Herr Holefleisch kritisiert die s.E. zu deffensive Herangehensweise der Verwaltung. Es müsse vermehrt auf das Potenzial der derzeitigen Pendler abgestellt werden. Die bisherigen Fehler der Zersiedlung der Außenbereiche und des Umlandes müssten revidiert werden. Insofern müssten auch die Nachbargemeinden – zumindest Rosdorf und Bovenden - einbezogen werden. Herr Uhlig erklärt, dass hier kein Dissens mit der Zielsetzung der Verwaltung bestehe. So werde als Zielvorgabe z.B. explizit die Entwicklung von Strategien zur attraktiven Außendarstellung des Göttinger Wohnungsangebotes definiert.

 

Herr Nier bittet darum, die Rahmendaten für die geplante Wohnbauflächenbedarfsanalyse den Fraktionen möglichst auch schriftlich zur Verfügung zu stellen.

 

Herr Friebe verweist darauf, dass Pendlerströme auch dadurch erzeugt würden, dass v.a. für größere Familien kaum bezahlbarer Wohnraum im Stadtgebiet zur Verfügung stehe. Ferner ließen einige Wohnungseigentümer ihren Bestand bewusst verkommen, um sie bei geringem Aufwand zu vergleichsweise hohen Mieten an Empfänger von Transferleistungen zu vermieten. Auch derartige Tendenzen seien für eine ausgewogene urbane Entwicklung extrem schädlich.

 

Herr Henze dankt der Verwaltung für ihren Bericht; seines Erachtens handele es sich hierbei um einen Einstieg in die inhaltliche Diskussion zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes. Zu gegebener Zeit könne die Angelegenheit ggfs. neuerlich beraten werden.

 

Sodann beschließt der Ausschuss einstimmig:

Sodann beschließt der Ausschuss einstimmig:

Der Bericht wird zur Kenntnis genommen

Der Bericht wird zur Kenntnis genommen.

 
 

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