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3. öffentliche Sitzung des Ausschusses für allg. Angelegenheiten, Integration und Gleichstellung
TOP: Ö 6
Gremium: Ausschuss für allg. Angelegenheiten, Integration und Gleichstellung Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mo, 27.02.2012 Status: öffentlich
Zeit: 16:30 - 18:10 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
FB11/894/12 Vorstellung des Gleichstellungsplanes
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:11-Fachbereich Personal und Organisation Beteiligt:11-Fachbereich Personal und Organisation
 
Wortprotokoll
Beschluss

Die Mitglieder des personalauschuses …zu diesem Top …

 

Zu diesem Tagesordnungspunkt erscheinen die Mitglieder des Personalausschusses und es wird zu diesem TOP gemeinsam getagt.

 

Herr Käse stellt den Gleichstellungsplan 2012-2014 vor. Aufgrund des Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetzes sei die Erstellung eines neuen Planes notwendig geworden. Der Gleichstellungsplan verfolge das Ziel, die Situation bezüglich Voll- und Teilzeitbeschäftigung, Frauen und Männern, Beschäftigen und Beamten abzubilden und eine Prognose zu ermöglichen. Der Gleichstellungsplan stelle zudem die Maßnahmen zur Gleichstellung und Frauenförderung dar.

 

Frau Müller ergänzt, dass der Gleichstellungsplan ein wichtiger Schritt sei. Sie sei jedoch erschrocken über die Zahlen bezüglich des Frauenanteils bei den Teilzeitbeschäftigungen. An der Tatsache, dass der Frauenanteil bei der Besoldungsgruppe A9 auf dem gleichen hohen Stand wie 1991 sei, erkenne man, dass keine große Veränderungen eingetreten seien. Der Frauenanteil in Führungspositionen habe sich nur mühsam und sehr wenig erhöht.

 

Beigeordneter Becker führt aus, dass er aus anderen Unternehmen wisse, dass auch bei einer gleichwertigen Bezahlung das Problem, dass mehr Frauen als Männer Teilzeit arbeiten, zu finden sei.

 

Bürgermeister Holefleisch spricht den Wunsch, den Anteil von männlichen Erziehern in den Kindertagesstätten zu erhöhen, an. Es sei im vorliegenden Gleichstellungsplan nicht ablesbar, wie diese erreicht werden könne.

 

Frau Thür entgegnet, dass es Ziel des Zukunftstages sei, Jungen früh an derartige Berufsfelder heranzuführen. Die Bewerberlage lasse es derzeit nicht zu, männliche Erzieher einzustellen. Um Männer für den Beruf zu begeistern, müsse im gesellschaftlichen Bereich angesetzt werden.

 

Beigeordneter Nier ergänzt, dass der Status und die Bezahlung des Berufs für die Gründe, warum es so wenig männliche Auszubildende gäbe, eine wichtige Rolle spiele. Er fragt, wie qualifizierte Frauen, die sich derzeit in niedrigen Lohngruppen befinden, besser einzusetzen seien.

 

Frau Müller teilt mit, dass in diesem Lohnsegment die Männer unterrepräsentiert seien (Küchenkräfte, Reinigungspersonal). Beispielsweise könnten Frauen aus dem Reinigungsbereich auch im Verkehrsaußendienst eingesetzt werden. Hierzu seien EDV-Schnupperkurse anzubieten und auf diese Art Perspektiven zu schaffen. Ein derartiges Projekt sei beispielsweise die Maßnahme „Älter werden – na und?“. Wenn Perspektiven und Anreize geschaffen würden, könne auch für Männer ein derartiges Berufsfeld von Interesse sein.

 

Die Frage der Beigeordneten Behbehani bezüglich der bis dato im Sinne der Gleichstellung geringen Personalentwicklung beantwortet Herr Käse. Das Thema sei stets präsent gewesen, auch wenn die sichtbaren Ergebnisse nur minimal seien. Es komme vor, dass sich keine Frauen bewerben oder sie nicht das Anforderungsprofil erfüllten.

 

Frau Demirel weist auf die zum Großteil mit alleinerziehenden Frauen besetzten Teilzeitstellen hin. Hier bestehe großer Unterstützungsbedarf.

 

Ratsfrau Valena begrüßt den Gleichstellungsplan und sieht in dieser Bestandsaufnahme einen ersten Schritt. Bezüglich der Maßnahmen kritisiert sie, dass trotz des jahrzehntelangen Bestehens die Ergebnisse nur gering seien. Es gäbe seit 1998 eine Betriebsvereinbarung zur Teilzeitarbeit und doch würde dies von männlichen Mitarbeitern kaum in Anspruch genommen. Hier müssten mehr Anreize geschaffen werden.

 

Beigeordneter Becker regt an, zukünftig konkrete Zahlen im Gleichstellungsplan anzugeben.

 

Auch Ratsherr Roth spricht sich für die Aufnahme von Zielzahlen aus. Diese wären jedoch differenziert zu erarbeiten; dies setze voraus, die Rahmenbedingungen und Maßnahmen zu beachten. So könne die Stadt beispielsweise nicht unmittelbar eine Änderung der Tarifeinstufung der Kita-Mitarbeiter herbeiführen, sondern müsse sich an den kommunalen Arbeitgeberverband wenden.

 

Die Frage der Beigeordneten Behbehani nach dem Stand des Antrages der SPD-Ratsfraktion zu der alternierenden Telearbeit, beantwortet Herr Käse. Die hierzu vorbereitete Dienstvereinbarung befände sich derzeit in der Abstimmung mit dem Gesamtpersonalrat. Er weist darauf hin, dass die alternierende Telearbeit nur einen Aspekt darstelle. Derzeit gäbe es 170 verschiedene Arbeitszeitmodelle, was zeige, dass man in jeglicher Hinsicht versuche, den Mitarbeitern gute Rahmenbedingungen zu bieten. Es müssten Anreize geschaffen werden bei der Stadt zu arbeiten und auch bei der Stadtverwaltung zu bleiben. Zu dem Aspekt der gewünschten männlichen Erzieher führt Herr Käse aus, dass es derzeit schwer sei, überhaupt Erzieher/innen anzustellen. Die Bewerberlage sei, unabhängig vom Geschlecht, schlecht.

 

Die Frage des Bürgermeisters Holefleisch, wie realistische Kennzahlen erarbeitet werden könnten, beantwortet Herr Käse. So müsse sich jeder konkrete Sachverhalt angesehen und jede individuelle Maßnahme erarbeitet werden.

 

Beigeordneter Nier wünscht sich ein sukzessives Abarbeiten der Problembereiche und Veränderungen, in Bereichen, wo es möglich ist. Herr Käse erklärt, dass punktuelle Lösungen denkbar seien.

 

 
 

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