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1. -konstituierenden- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt - und Klimaschutz
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 29.11.2011 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:10 - 17:25 Anlass: Konstituierende Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
FB67/110/11 Ergebnis der Baumkontrolle 2011
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt   
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Herr Menzel führt aus, die 1

 

Herr Menzel führt aus, die 1. visuelle Überprüfung (Regelkontrolle) umfasst die biologische Kontrolle wie zum Beispiel Vitalität und Pilzbefall sowie die mechanische Kontrolle im Hinblick auf Bruch- und Standsicherheit. Auffällig waren 326 Bäume bei dieser Regelkontrolle. Bei diesen Bäumen erfolgte aufgrund der vermuteten Defekte die 2. weitergehende Untersuchung (Baumschau). Diese ergab, 182 Bäume können durch baumpflegerische Maßnahmen erhalten bleiben. Von den übrigen 144 Bäumen waren 12 Stück zusätzlich durch einen Sachverständigen zu überprüfen. Diese eingehende Sachverständigenuntersuchung ergab die erforderliche Fällung von 4 Bäumen. Anschließend fand die Abstimmung mit dem ehrenamtlich tätigen Arbeitskreis Baumschutz der Göttinger Umweltverbände statt. Nach diesem Ergebnis sind 140 Bäume zu fällen, bei 12 von diesen Bäumen erfolgt ein Rückschnitt der Kronen oder sind als Totholzhabitate zu bewahren.

Von den 140 zu fällenden Bäumen sind 88 Bäume über die Baumschutzsatzung geschützt, bei zwei Bäumen ist der Status eines Naturdenkmals gegeben.

Nachgepflanzt werden 140 Bäume, davon 76 Bäume am Standort und 64 Bäume zusätzlich im Stadtgebiet. Ferner werden noch rund 75 Bäume im Rahmen verschiedener Baumaßnahmen gepflanzt.

Herr Menzel erläutert, die von den Fällungen betroffene Hauptbaumart ist diesmal die Birke mit einer Anzahl von 27 Stück, gefolgt vom Ahorn mit einer Stückzahl von 20. Die Birken starben vermutlich aufgrund Trockenheit ab. Dieses massive Absterben der Birken ist dieses Jahr zum ersten Mal aufgetreten. Auch zwei raumprägende Buchen am Albanifriedhof müssen aufgrund eines Pilzbefalls am Stammfuß gefällt werden.

Alle Standorte der sogenannten Baumfällliste sind seit dem 28.11.2011 in dem Internet-Stadtplan integriert. Dort finden sich neben einem Foto des Baumes alle wichtigen Angaben zu Baumart, Stammumfang, Standort und Schadensbefund.

(Anmerkung Protokoll: Die o. a. Darstellung enthält bereits die berichtigten Zahlen).

 

Herr Dr. Scherer dankt Herrn Menzel für seine Ausführungen.

Frau Bank merkt an, die Fällarbeiten dauern bis Ende Februar 2012 an. Am Sonntag seien ihr beim Sparziergang an dem Verbindungsweg Greitweg/Grätzelstraße, welcher auch vielfach von Schülern/innen genutzt wird, zwei Pappeln aufgefallen; von diesen gehen augenscheinlich Gefahren aus. Sie erkundigt sich, wann genau mit den Fällarbeiten begonnen wird und ob auch diese Pappeln von der Baumfällliste erfasst wurden.

Herr Menzel erwidert, Morgen früh wird mit den Fällarbeiten begonnen. Da der Fall der Pappeln pressiert, wird der Baubetriebshof entsprechend informiert.

(Anmerkung Protokoll: Beide Pappeln stehen auf der Baumfällliste und werden aufgrund Astbruchgefahr bzw. gebrochener Krone gefällt.)

 

Herr Dienberg ergänzt, erst nach der Vorstellung der Baumfällliste im Ausschuss wird mit den Fällungen begonnen.

Frau Göbel begrüßt dieses Verfahren, da andernfalls nicht nachvollziehbar sei, ob tatsächlich die Erforderlichkeit der Fällung eines Baumes gegeben sei. Weiterhin interessiert sie, ob mit dem Arbeitskreis Baumschutz die Entscheidung über die Fällung der 140 Bäume einvernehmlich getroffen wurde.

Herr Menzel / Frau Dölle (Arbeitskreis Baumschutz) bejahen dies.

Herr Dienberg erläutert, für Laien sei es nicht immer ersichtlich, ob von einem Baum tatsächlich eine Gefahr ausgehe. Die Verwaltung sei hier in der Verantwortung, kein Risiko einzugehen. Seit 6-7 Jahren stimmen Fachleute auf beiden Seiten Verwaltung wie auch Arbeitskreis Baumschutz die Vorgänge miteinander ab.

Herr Menzel antwortet auf Nachfrage von Frau Göbel, bei Sturmschäden werden im Laufe des Jahres im Schnitt zwei Bäume zusätzlich aufgrund von unmittelbar ausgehender Gefahr gefällt.

Frau Göbel erkundigt sich, ob die Nachpflanzung von 75 zusätzlichen Bäumen ausreicht, um die gefällten älteren, größeren Bäume zu ersetzen.

Herr Menzel führt aus, in diesem Sinn kann keine Kompensation erfolgen. Ziel sei nicht, mittels Biomasse waldartige Strukturen in Göttingen zu erzeugen. Die Nachpflanzungen erfolgen 1:1. Sukzessive soll der Baumbestand erhöht werden.

Frau Göbel gibt zu bedenken, perspektivisch müssen 5 neue Bäume gegen 1 alten Baum

gepflanzt werden, um diesen zu ersetzen. Von 200 gepflanzten Bäumen wachsen 50 Bäume im 1. Jahr nicht an, 50 Bäume gehen im 2. Jahr ein. Das würde bedeuten, voraussichtlich nur die Hälfte der gepflanzten Bäume entwickelt sich intakt.

Herr Menzel verweist darauf, dass nach den bisherigen Erfahrungswerten von 100 gepflanzten Bäumen 90 Bäume anwachsen.

Herr Dr. Scherer ergänzt, in der Forstwirtschaft gehen regelmäßig jedes Jahr von 20.000 Bäumen rund 10% ab.

Herr Scheibler berichtet, die Abstimmung der Baumfällliste zwischen der Stadt Göttingen und dem Arbeitskreis Baumschutz resultierte über einen durchgehenden Konsens und bedankt sich bei der Verwaltung für die hervorragende Zusammenarbeit.

 

Herr Dr. Scherer dankt allen Helfern, welche bei der Abstimmung der Baumfällliste mitgewirkt haben.

 

 

Herr Dr. Scherer eröffnet die Bürgerfragestunde:

 

Herr Kunze berichtet, zwei vor dem Auditorium stehende Bäume seien erkrankt und erkundigt sich, ob diese der Stadt gehören.

Herr Dienberg erwidert, diese Bäume sind Eigentum der Universität.

Herr Scheibler plädiert dafür, dass sich die Universität dem fachlich abgestimmten Verfahren der Baumfällliste anschließen sollte.

 

Herr Kunze erkundigt sich nach dem aktuellen Sachstand der Mountainbikestrecke des Stadtwaldes.

Frau Friedrich-Braun berichtet, die Strecke sei momentan gesperrt. Ein Sachverständiger beurteilt z. Zt. die Gefahrenstellen, da die Stadt als Grundstückseigentümer bei Unfällen das Haftpflichtrisiko trägt.

Herr Kunze interessiert die Anzahl der bisherigen Unfälle.

Frau Friedrich-Braun antwortet, zwei Mountainbiker sind bisher verunglückt.

Herr Kunze sieht es als problematisch an, dass Mountainbiker unmittelbar aus dem Stadtwald die Wege bis hinunter zum Teich an der Schillerwiese, ohne Rücksicht auf Personen, als Rennstrecke nutzen.

Herr Dr. Scherer stimmt dem zu.

 

Herr Kunze spricht sich auch für einen Rückschnitt der Grünflächen am Geismar Tor/Volksbank aus; zumindest das Tannengrün sollte entfernt werden. Eine Bepflanzung mit Bodendeckern wäre an dieser Stelle vorteilhaft. Fehlende Beleuchtung in diesem Bereich sei ein weiterer Kritikpunkt.

Herr Dienberg bestätigt dies. Verschiedene Anträge der Fraktionen wurden zu dem Thema bereits gestellt. Grundlegende Veränderungen erfordern finanzielle Mittel; die Zustimmung des Rates sei erforderlich. An der Stelle des ehemaligen Kiosks befindet sich eine Anlage der E.ON. Diese Leitungen zu verlegen, kostet Geld. Umsetzbar sei zum jetzigen Zeitpunkt das wuchernde Grün zu entfernen.

Herr Menzel ergänzt, dieser Bereich bietet sich für das im Ausschuss vorgestellte Grünflächenpflegekonzept an. Zu überlegen sei, die dort stehenden Eiben zurückzuschneiden.

Frau Reuter fragt, ob dieses Konzept erneut - für die neuen Ausschussmitglieder - im Ausschuss vorgestellt werden kann.

Herr Dienberg schlägt vor, den Vortrag als PDF-Datei dem Protokoll beizufügen.

Herr Kunze erinnert an die zusätzliche Beleuchtung.

Herr Dienberg erklärt, er werde mit Herrn Menzel eine Begehung vor Ort durchführen, um die Fragen Rückschnitt und Beleuchtung zu klären.

Herr Dr. Scherer merkt an, zwei aus dem Botanischen Garten nach Nikolausberg/forstbotanischen Garten verpflanzte Eiben seien eingegangen.

 

Herr Scheibler bemängelt, dass in den vergangenen Jahren die Bebauungspläne trotz zum Teil sehr wichtiger Umweltaspekte lediglich im Bau- und Planungsausschuss beraten wurden. Nicht alle B-Pläne, sondern die größere, landwirtschaftliche Flächen oder Gewässer betreffen, sollten auch im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz behandelt werden. Nach Ansicht von Herr Scheibler habe die Ausgleichsmaßnahme des Ausbaus der B27 - Verlegung und Renaturierung der Lutter - seine Wirkung verfehlt. Sei Mitte Juni sei durchgehend die Wasserführung in der Lutter von Herberhausen bis Weende fehlend. Herr Scheibler bittet weiterhin um Vorstellung des Katasters der Ausgleichsflächen.

Frau Friedrich-Braun antwortet, wie bereits in einer vorangegangenen Sitzung mitgeteilt, sei die Maßnahme „Kreuzungsumbau Hoffmannshof" nicht ursächlich im Zusammenhang mit dem ausgetrockneten Flussbett zu sehen. Die Ursache liege in diesem Abschnitt in der geologischen Beschaffenheit des Untergrundes in Form von Muschelkalk. Aufgrund der ausbleibenden Niederschläge führt die Lutter kein Wasser. Bisher handelt es sich - bezogen auf den November - um den trockensten Monat seit den Wetteraufzeichnungen.

 

Herr Scheibler hält es für sinnvoll, die B-Pläne wie in der Vergangenheit, auch in diesem Ausschuss zu beraten.

Herr Dienberg verdeutlicht, dies sei nicht obligatorisch. Die Stadtplanungen würden durch die Doppelberatungen erschwert. Wenn dieser Wunsch bestehe, muss die Verwaltung in die Lage versetzt werden, diese Aufgabe zu leisten. Die im Ausschuss vortragenden Mitarbeiter leisten Überstunden, die sie abgleiten müssen und so an anderen Arbeitstagen fehlen. Sicherlich seien grundlegende Beratungen wie der Flächennutzungsplan und Landschaftsschutzplan Thema dieses Ausschusses, die überwiegende Anzahl der B-Pläne nicht.

Frau Walbrun schließt sich dieser Aussage an. Nicht jeder B-Plan sollte beraten werden, sondern nur spezielle, den Umweltbereich berührende Bereiche. Für die Repräsentation eines Mitarbeiters werden sich sicherlich Mittel und Wege finden.

Frau Göbel ergänzt, sensible bzw. problematische B-Pläne sollten zusätzlich in diesem Ausschuss beraten werden. Dies könne im Bauausschuss festgestellt werden und in den Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz überwiesen werden. Zu beachten sei die Tatsache, dass der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz sechsmal im Jahr tagt. Zu klären sei, wie der Ablauf funktionieren soll. Der Bauausschuss müsste unter Umständen nach seiner Beratung und Beschlussempfehlung zwei Monate warten, bis auch der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz seine Beratung abgeschlossen hat. Per se sollte nicht jeder B-Plan im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz beraten werden.

Herr Dr. Scherer schlägt vor, Mitglieder dieses Ausschusses könnten zu den Beratungen des Bauausschusses geladen werden. Die zeitliche und technische Organisation sei problematisch, da der Bauausschuss nur dann die entsprechenden B-Pläne behandeln könnte, wenn der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz annähernd zeitgleich tagt.

Herr Dienberg sagt eine Klärung des Sachverhaltes zu.

 

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Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 4 1 öffentlich Biodiversitaet Gruenflaechenpflege (5713 KB)      
Beschlussempfehlung:

 

Der Bericht über die Ergebnisse der Baumkontrolle 2011 wird zur Kenntnis genommen.

 

 
 

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