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70. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke
TOP: Ö 7
Gremium: Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 24.03.2011 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:25 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
FB61/841/11 Bebauungsplan Göttingen Nr. 240 „Universitätsmedizin Göttingen“
-Aufstellungsbeschluss
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Der Ortsrat Weende habe der Vorlage bereits einstimmig zugesti9mmt

Herr Dienberg teilt mit, dass im Bereich des Universitätsklinikums ein erheblicher baulicher Erneuerungsbedarf bestehe. Im Bereich der bisherigen Bettenhäuser sei hierbei ein Neubau wirtschaftlicher, als eine Ertüchtigung und Sanierung der bisherigen Bausubstanz. Die gesamte Baumaßnahme umfasse verschiedenste Gebäude und Funktionsbereiche und gliedere sich voraussichtlich in insgesamt 5 Bauabschnitte. Die Planungen für die ersten Bauabschnitte seien bereits im Städtebaubeirat vorgestellt worden. Aufgrund der Diskussion im Städtebaubeirat habe die Universitätsmedizin Göttingen ihre bisherigen Entwürfe nochmals modifiziert und städtebaulich optimiert. Die aktuellen Planungen sollten in der heutigen Sitzung vorgestellt werden.

 

Der 1. Bauabschnitt könne voraussichtlich im Wege der Befreiung auf der Grundlage des bisherigen Bebauungsplanes realisiert werden. Um die weiteren Bauabschnitte planungsrechtlich zu sichern, solle jedoch eine Änderung des Bebauungsplanes erfolgen; dieses Verfahren werde mit dem heute zur Diskussion gestellten Aufstellungsbeschluss eingeleitet. Für die weitere Entwicklung solle parallel ein Rahmenplan resp. Masterplan erarbeitet und mit der Stadt abgestimmt werden.

 

Frau Schulte erläutert, dass sich die Universitätsmedizin in der jüngeren Vergangenheit in einer durchaus kritischen wirtschaftlichen Situation befunden habe. Hier müsse mit einem Konsolidierungsprogramm gegensteuert werden, was z.T. auch bereits erfolgt sei. Ein derartiger Konsolidierungsprozess dürfe sich jedoch nicht nur auf Kostenreduktionen beschränken, sondern müsse – um nachhaltig wirken zu können – auch Qualitätssteigerungen beinhalten. Hier setzte das aktuelle Um- und Neubauprogramm an: Die derzeitige suboptimale Infrastruktur habe bisher unverhältnismäßig hohe Betriebskosten – auch im personellen Bereich - verursacht. Besonders hervorzuheben seien in diesem Kontext die durch den baulichen Zustand bedingten extrem hohem Energiekosten.

 

Vor diesem Hintergrund habe die Universitätsmedizin einen baulichen Generalentwicklungsplan erarbeitet. Hierzu sei zunächst ein Nutzungsprofil erstellt worden, welches auf aktuelle Entwicklungen in Lehre und Forschung abgestellt sei. Darauf aufbauend sei eine „Optimalvariante“ im Sinne eines Neubaus auf der „grünen Wiese“ erarbeitet worden, um hiervon die Parameter für das konkrete Bauvorhaben am Standort der Universitätsmedizin Göttingen abzuleiten. Das Gesamtinvestitionsvolumen für alle 5 Bauabschnitte belaufe sich auf rd. 800 Mio. EUR. Zunächst sollten in den Bauabschnitten 1 bis 3 Neubauten für die klinischen Bereiche (Behandlung, OP, Bettenhäuser) erstellt werden; die Bauabschnitte 4 und 5 beträfen die Bereiche Verwaltung sowie Forschung und Lehre incl. des sog. UBFT-Gebäudes (Untersuchung-Betreuuung-Forschung-theoretische Medizin).

 

Derzeit seien viele Bereiche der Universitätsmedizin dezentral untergebracht. Das Bauprogramm solle auch dazu dienen, eine größtmögliche Konzentration der verschiedenen Kliniken zu erreichen. So sollten grdstzl. alle Bereiche an einem Standort zusammengefasst werden. Ausgenommen hiervon seien lediglich die Psychiatrie, die Krankenpflegeschule sowie das Gebäude der Hautklinik. Der 1. Bauabschnitt werde ein Investitionsvolumen von rd. 150 Mio. EUR haben.

 

Herr Holefleisch fordert, dass für die jetzt in Rede stehenden Neubauten möglichst nachhaltige Lösungen gefunden werden. Es dürfe nicht wieder passieren, dass – wie im Fall der Bettenhäuser – nach rd. 40 Jahren Nutzung nur noch ein Komplettabriss in Frage komme.

 

Frau Schulte erläutert, dass dieser Aspekt bei den Planungen bereits berücksichtigt werde. Allerdings weise sie auch darauf hin, dass das UBFT-Gebäude bautechnisch und gestalterisch durchaus über Qualitäten verfüge und daher auch erhalten bleiben solle; die energetische Situation sei hier allerdings ausgesprochen unbefriedigend.

 

Auf Nachfrage von Herrn Holefleisch erklärt Frau Schulte, dass die Universitätsmedizin bei der Konzeption der Neubauten ein Höchstmaß an Flexibilität hinsichtlich der künftigen Nutzungen anstrebe. Herr Ludes ergänzt, dass für die Gebäude eine Skelett-Konstruktion mit hoher Standfestigkeit vorgesehen sei; hierdurch erhalte man ein Tragwerk, in dem künftige Nutzungen flexibel angeordnet werden können. Auch hinsichtlich der Baumaterialien sei Nachhaltigkeit ein zentraler Aspekt der Planungen; allerdings könnten zum jetzigen Zeitpunkt des Verfahrens noch keine Aussagen zur Materialität getroffen werden.

 

Sodann erläutert Herr Ludes die Bauplanung für den klinischen Bereich im Detail. In den ersten Bauabschnitten solle auf dem Bereich der derzeitigen Bettenhäuser und der westlich angrenzenden Flächen ein auf die aktuellen medizinischen und funktionalen Anforderungen ausgerichteter Neubaukomplex entstehen. Hierzu soll zunächst ein neuer Trakt mit Notfallaufnahme, zentralem OP, Herzzentrum und Pflegebereich auf der bislang unbebauten Fläche im Südwesten des Areals entstehen; anschließend sollen die Bettenhäuser Zug um Zug abgerissen und durch weitere Klinikmodule ergänzt werden; die Kinderklinik werde im Nord-Osten des Gebäudekomplexes angeordnet. Der gesamte Gebäudekomplex dieser ersten Bauabschnitte solle als Kammstruktur ausgebildet werden; die Gebäudehöhe überschreitet die Hochhausgrenze nicht. Die Erschließung dieses neuen Gebäudekomplexes solle über das UBFT erfolgen; der bisherige Haupteingang zum Universitätsklinikum bleibe damit erhalten. Zwischen den künftigen OP-Bereichen und den neuen Bettenhäusern solle eine Wegeachse angeordnet werden. Die genaue Lage des Hubschrauberlandeplatzes müsse noch geprüft werden; er könne jedoch nicht am bisherigen Standort verbleiben, da eine große räumliche Nähe zum OP-Bereich zwingend erforderlich sei.

 

Sodann beschließt der Ausschuss nach kurzer weiterer Diskussion einstimmig:

Sodann beschließt der Ausschuss nach kurzer weiterer Diskussion einstimmig:

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Göttingen möge beschließen:

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Göttingen möge beschließen:

 

1.       Für den nachfolgend aufgeführten Geltungsbereich wird der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Göttingen Nr. 240 „Universitätsmedizin Göttingen“ gefasst.

2.       Die Verwaltung wird beauftragt, für den Bebauungsplan Göttingen Nr. 240 „Universitätsmedizin Göttingen“ das erforderliche Verfahren mit Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden einzuleiten.

 

Geltungsbereich:

Der Planbereich umfasst das Gebiet der Universitätsmedizin Göttingen und wird begrenzt im Westen durch die Robert-Koch-Straße, im Norden durch die Zimmermannstraße, im Osten durch die Straße „Am Papenberg“ und im Süden durch den Erwin Baur-Weg und dessen Fortsetzung in westlicher Richtung zur Robert-Koch-Straße.
Maßgeblich für die Abgrenzung ist die zeichnerische Darstellung des Bebauungsplanes im Maßstab 1:500.

 

Allgemeine Planungsziele:

§         Entwicklung eines Sondergebiets mit der Zweckbestimmung „Universität“ mit zugeordneten Nutzungsarten

§         Darstellung eines städtebaulichen Gesamtkonzepts einschließlich der Freiraumnutzungen

§         Ermittlung des Eingriffs und der erforderlichen Ausgleichmaßnahmen im Rahmen einer Umweltprüfung

§         Sicherung der Erschließung, Ver- und Entsorgung

 
 

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