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28.öffentliche Sitzung des Ortsrates Holtensen
TOP: Ö 4
Gremium: Ortsrat Holtensen Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 22.03.2011 Status: öffentlich
Zeit: 20:00 - 21:50 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Gasthaus "Wille", Lenglerner Str. 37, 37079 Göttingen-Holtensen
Ort:
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Herr Ortsbürgermeister Wille begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Herrn Jütting und Frau Burger von den Göttinger Entsorgungsbetrieben

Herr Ortsbürgermeister Wille begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Herrn Jütting und Frau Burger von den Göttinger Entsorgungsbetrieben.

Herr Jütting bedankt sich vor Beginn seiner Ausführungen bei Herrn Manfred Weger, der beim letzten Hochwasser ein umfassendes Protokoll über den Wasserstand in den Kanälen geführt und zur Verfügung gestellt hat. Auch sei ein Ergebnis seit dem letzten Hochwasser gewesen, dass die Kanaldeckel im gefährdeten Gebiet gegen tagwasserdichte (ohne Lüftungsschlitze) Deckel ausgewechselt wurden.

Weiterhin führt Herr Jütting kurz in die Problematik des Themas ein und stellt mit Hilfe einer Power Point Präsentation, die als Anlage 3. beigefügten Bereiche vor.

Hierbei wird schnell deutlich, dass parallel zur Betrachtung des Feuerteichgrabens auch die Schmutzwasserkanalisation betrachtet werden muss. Immerhin muss das Oberflächenwasser von einer Flächengröße von 2,5qkm westlich der Autobahn weitergeleitet werden.

 

An fünf verschiedenen Stellen in Holtensen gibt es Grundwassermessstellen, nämlich in der Silberbreite, Eisenbreite, Schmaligweg, An der Tränke und Im Körbchen. Hier steht das Grundwasser höher als der Schmutzwasserkanal, was zur Folge hat, dass das Wasser in den Kanal eintreten kann.

Durch eine nächtliche Begehung im April 2010 wurde festgestellt, dass die Schmutzwasserkanalisation, die in dieser Zeit kaum benutzt wird, viel Wasser mit sich führt. Dies und eine Dichtheitsprüfung mittels Muffenprüfung sowie eine Kontrolle der Kanäle durch eine TV- Untersuchung im Zuge der nächtlichen Begehung, lassen nur ein Ergebnis zu, nämlich dass die Fremdwassereinwirkung im Schmutzwasserkanal viel zu hoch ist.

 

Die weitere Vorgehensweise ist in 5 Schritte unterteilt:

1.      Bildung von Sanierungsbereichen (wird zur Zeit durchgeführt)

2.      Eigentümerinformation für die einzelnen Bereiche

3.      Komplettuntersuchung öffentlich-privat

4.      Sanierungsplan und -beratung

5.      Durchführung

 

 

Herr Ortsbürgermeister Wille weist Herrn Jütting darauf hin, dass im Gespräch mit den Göttinger Entsorgungsbetrieben mit Herrn Mecke und ihm noch weitere Absprachen getroffen worden sind. Danach soll jeder Hausanschluss kostenlos TV untersucht werden. Auch erfolgt nach Darlegung der Ergebnisse eine kostenlose Beratung der Eigentümer. Dies sei einmalig in Deutschland.

Die notwendigen Maßnahmen müssen auch nicht sofort durchgeführt werden. Dies vereinfacht in den meisten Fällen auch das Zahlen der anfallenden Kosten.

Er habe am Grundstück Im Alten Dorfe 5 sehr gute Erfahrung mit den kompetenten Mitarbeitern der Göttinger Entsorgungsbetriebe gemacht.

 

Herr Jütting bestätigt diese Absprachen. Es werden Hilfestellungen bei folgenden Fragen angeboten: Was ist los? Welche sinnvollen Sanierungsmöglichkeiten gibt es? Wie viel Zeit kann der Eigentümer sich lassen?

Die Mitarbeiter seien sehr für ihr „Fingerspitzengefühl“ im Umgang mit dem Bürger geschult.

 

Herr Mecke führt aus, dass er es beruhigend findet, dass die Verwaltung sich kümmere. Man habe feststellen müssen, dass die auftretenden Probleme nicht nur am Graben liegen. Der hohe Grundwasserstand und die falschen Einleitungen führen dann zur Katastrophe, wenn es beginnt, länger zu regnen. Auch er vertritt die Auffassung, dass die Sanierung der privaten sowie öffentlichen Anschlüsse der richtige Weg sind.

 

Herr Ortsbürgermeister Wille bestärkt nochmals die Auffassung, dass das Fremdwasser im Schmutzwasserkanal das größte Problem sei.

 

Auch Frau Schultz begrüßt den eindrucksvollen Bericht der Göttinger Entsorgungsbetriebe. Für sie sei wichtig zu wissen, auf welchem Platz Holtensen in der Sanierungsliste des Stadtgebietes steht, denn für die Sanierungen müssen ja auch Gelder zur Verfügung stehen.

 

Herr Jütting erläutert, dass Holtensen recht weit oben auf dieser Liste stehe. Bisher haben sich die Göttinger Entsorgungsbetriebe häufig dem Sanierungplan der Stadtwerke  angeschlossen. In Holtensen sei bereits vor Jahren schon einmal saniert worden. Kleinere Eingriffe wurden schon damals vom Bürger durchgeführt. Auch aus diesem Grunde wollte man den Eigentümer nicht so schnell wieder belasten. Nun haben aber die wiederkehrenden Hochwasser sowie die Planung eines weiteren Neubaugebietes dazu geführt, dass der Blick wieder eher auf Holtensen gerichtet werden muss. Da aber auch noch an anderen Stellen Sanierungsbedarf besteht, könne er keine genaue zeitliche Prognose abgeben.

Auf die Frage von Herrn Ortsbürgermeister Wille, wann denn angefangen werde, teilt Herr Jütting mit, dass im Jahr 2011 noch die TV- Untersuchungen stattfinden werden. Auch sollen in diesem Jahr die notwendigen Beratungen erfolgen. Bauliche Maßnahmen werden erst in 2012 stattfinden.

 

Frau Brückner fragt nach, welcher Bereich denn den höchsten Sanierungsbedarf habe. Herr Jütting verweist auf die dunkelroten Bereiche in der Anlage 3.

 

Ab 21.00 Uhr unterbricht der Ortsrat einstimmig die Sitzung für Bürgerfragen.

 

Auf die Frage von Frau Mönning, ob sie nach der Sanierung kein Wasser mehr im Keller habe, teilt Herr Jütting mit, dass dies nur dann der Fall sei, wenn sie nicht im Bereich eines

hohen Grundwasserstand gebaut habe. Ansonsten seien andere Sicherungsmaßnahmen notwendig. Auf jeden Fall werde gleichzeitig mit diesen Maßnahmen auch das Regenwassernetz überprüft. Auf die Nachfrage, ob er weitere Probleme im Bereich des Oberflächenwassers sehe, teilt er mit, dass dies nicht der Fall sei. Sorge bereite aber noch der Feuerteichgraben.

Auch Herr Fricke äußert seine Bedenken, insbesondere über die großen Mengen aufzunehmenden Wassers, westlich der Autobahn. Diese Gebiet kann nicht vernünftig “entwässert“ werden, wenn die Kanäle und Gräben dicht sind.  Seiner Meinung nach taucht das größte Problem vor der letzten Brücke auf, da hier zu wenig Geschwindigkeit vorhanden sei. Der Graben sei zugewachsen und hinter der Kurve zu schmal.

Herr Jütting vertritt die Auffassung, dass das vorrangige Problem die Schmutzwasserkanalisation sei. Hiernach kommt die Problematik des Oberflächenwassers (insbesondere durch die häufig eintretenden kleinflächigen Nierderschlagsereignisse) und des Grabens.

Herr Fricke fordert, dass unbedingt auch am Graben gearbeitet werden müsse.

 

Auch Herr Reiner Schilf vertritt die Auffassung, dass durch die große Fläche an der Autobahn die Oberflächenwasserproblematik im Graben dramatisch zunimmt.

Frau Mönning führt aus, dass ihrer Meinung nach das Ausbaggern der Gräben Am Sportplatz dazu führt, dass das Wasser erheblicher schneller zum Graben fließt und sich dort staut.

 

Auf Herrn Ludewig´s Frage, wohin das Oberflächenwasser der Bundesautobahn fließe, teilt Herr Jütting mit, dass auch dies eingeleitet werde und über den Graben abfließt.

Herr Mecke erwidert, dass der Graben für diese vielen Funktionen nicht geeignet war. Außerdem seien neue Rückhaltebecken angelegt worden, die ihre Aufgaben aber wohl nicht erfüllen. Auf die Frage nach der Betreuung der neuangelegten Becken, teilt Herr Jütting mit, dass diese von der Straßenmeisterei unterhalten werden.

Frau Schneider vertritt die Auffassung, dass das neue Baugebiet wohl auf lange Sicht nicht weiter geplant werden kann, da die Verwaltung zu viele Fehler gemacht habe.

Nachdem Herrn Fuss auf Nachfrage nochmals der Verfahrensablauf erläutert wurde, wird die Sitzung um 21.25 Uhr wieder eröffnet.

 

Herr Ortsbürgermeister Wille fasst zusammen, dass in kürzester zeit eine weitere Begehung mit Herrn Jütting entlang des Grabens und Regenwasserrückhaltebecken erfolgen muss. Dies sagt Herr Jütting zu.

Der Ortsrat beschließt einstimmig:

Der Ortsrat beschließt einstimmig:

 

Die Verwaltung wird aufgefordert, die Sanierung der Schmutzwasserkanalisation im privaten und öffentlichen Bereich in Holtensen schnellstmöglich durchzuführen

Die Verwaltung wird aufgefordert, die Sanierung der Schmutzwasserkanalisation im privaten und öffentlichen Bereich in Holtensen schnellstmöglich durchzuführen.

Außerdem sollen die dringend notwenigen Pflegemaßnahmen am Feuerteichgraben unverzüglich stattfinden.

 

 
 

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