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öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 5
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 17.12.2009 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:05 - 19:12 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
 
Wortprotokoll
Beschluss

Frau Wendelborn erläutert eingangs, dass es sich sowohl bei „Wellcome“ als auch den „Erziehungslotsen“ um von Ehrenamtlichen getragene Projekte handelt, die in einem überregionalen Netzwerk von Familienbildungsstätten sowie weiteren Institutionen getrage

 

Frau Wendelborn erläutert eingangs, dass es sich sowohl bei „Wellcome“ als auch den „Erziehungslotsen“ um von Ehrenamtlichen getragene Projekte handelt, die in einem überregionalen Netzwerk von Familienbildungsstätten sowie weiteren Institutionen getragen werden.

 

Frau Wendelborn und Frau Drebing erläutern das Projekt „Wellcome“. Als Idee im Jahre 2002 entstanden und in Göttingen seit März 2007 bestehend, ziele das Projekt darauf ab, Familien zu unterstützen, die durch die Geburt des Kindes überfordert seien und ansonsten keine Hilfe (z.B. durch Angehörige) zur Verfügung hätten. Im Falle, dass eine Familie um Unterstützung bitte und man überein komme, dass „Wellcome“ ein passendes Angebot sei, würde der Familie eine möglichst ortsnah wohnende Kontaktperson vermittelt. Diese würde über einen Zeitraum von durchschnittlich drei Monaten ein- bis zweimal die Woche die Familie aufsuchen.

 

Man versuche, den bürokratischen Aufwand möglichst gering zu halten. Die Familie müsse keine „Aufnahmebedingungen“ erfüllen und lediglich einen Unkostenbeitrag von 4 € je Stunde entrichten, wobei über die Hälfte der Familien aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage weniger bezahlten.

 

Die Entwicklung in Göttingen sehe man sehr positiv. In 2010 habe man auf diese Weise 27 Familien helfen können, zum Teil bereits im Vorfeld der Geburt. Man arbeite eng mit dem Familienkompetenzzentrum in Grone zusammen. Bereits 2007 habe es eine Evaluation des Projekts durch die Universität Kiel gegeben.

 

Sie antworten auf Fragen aus dem Ausschuss. Ehrenamtliche würden sich in der Regel von sich aus melden, da sie zum Beispiel über das Programmheft „Der rote Renner“ auf das Projekt aufmerksam würden. In der Regel habe man etwa 16 Ehrenamtliche zur Verfügung, die über Erfahrung im Umgang mit Säuglingen verfügen, ein Führungszeugnis vorlegen und verschwiegen sein müssten. In etwa einem Viertel der Familien gebe es einen alleinerziehende Elternteil und von den zur Zeit neun betreuten Familien hätten zwei Migrationshintergrund. Pro Familie werde nur ein/e ehrenamtliche/r Helfer/in eingesetzt. Die Ehrenamtlichen würden bei regelmäßigen Treffen begleitet und nähmen an diversen Fortbildungen teil. Bei Problemsituationen, welche die Qualifikation einer/s ehrenamtlichen Helfers/in eindeutig überstiegen, würde auch das Jugendamt hinzugezogen.

 

 

Frau Quaschning berichtet über das Projekt „Erziehungslotsen“. Dies sei ein Programm des Bundesfamilienministeriums in Kooperation mit den niedersächsischen Familienbildungsstätten sowie dem Landesprogramm „Familien mit Zukunft“. In Göttingen habe das Projekt im November 2008 begonnen.

 

Ziel des Projekts sei die praktische Begleitung im Alltag von Familien mit Kindern. Die Erziehungslotsen seien Bezugspersonen für die Familien und würden zum Beispiel im Vorfeld einer Sozialpädagogischen Familienhilfe tätig. Die Erziehungslotsen seien Ehrenamtliche, die über einen Zeitraum von maximal einem Jahr höchstens drei Stunden die Woche die Familien betreuen würden. Die Erziehungslotsen würden nach dem Curriculum des Sozialministeriums qualifiziert, welches in 50 Stunden ein breites Spektrum an Themen behandeln würde. Zur Zeit gebe es acht ausgebildete sowie fünf in Ausbildung befindliche Erziehungslotsen, denen je drei laufende und in Vorbereitung befindliche Einsätze gegenüberstünden.

 

Die Idee des Sozialministeriums sei, dass die Qualifizierung, Begleitung und Vermittlung der Erziehungslotsen über Familienbildungsstätten oder andere kommunale Dienste bzw. die Jugendämter erfolgen solle. Allerdings sei die Frage der zukünftigen Vermittlung in Göttingen noch nicht geklärt.

 

Herr Hecke äußert dazu, dass im Programm „Familie mit Zukunft“ die Förderung der Tagespflege absolute Priorität habe. Lediglich nicht verbrauchte Restmittel, sofern vorhanden, könnten für andere Zwecke eingesetzt werden.

 

Frau Wendelborn und Frau Quaschning beantworten Fragen aus dem Ausschuss. Der Unterschied zwischen den beiden Projekten sei die Zielgruppe, da sich „Wellcome“ auf Familien mit Neugeborenen konzentriere. Die Erziehungslotsen hingegen erhielten zudem eine bessere Qualifizierung. Als Ehrenamtliche meldeten sich häufig Personen, die bereits über einschlägige Erfahrung verfügten. Es gebe keine Altersbegrenzung bei den in den Familien vorhandenen Kindern, allerdings sei es in der Regel so, dass eher die Eltern begleitet werden müssten. Mittel für Supervision stünden bereit. Es sei aber anzumerken, dass es sich hier um ein niedrigschwelliges Angebot der Hilfe zur Selbsthilfe handele. Bei zu komplexen Problemlagen würden das Jugendamt eingeschaltet. Informationen zum Thema seien auch im Internet unter www.erziehungslotsen.de erhältlich.

 

 

 
 

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