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26. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 4
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 12.11.2009 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 19:21 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
 
Wortprotokoll
Beschluss

Herr Gläser berichtet über die Ausbildungsplatzsituation aus Sicht der Agentur für Arbeit

 

Herr Gläser berichtet über die Ausbildungsplatzsituation aus Sicht der Agentur für Arbeit. Ein Blick auf die Relation von Bewerber/innen zu vorhandenen Stellen der letzten Jahre zeige, dass sich  seit kurzem der demographische Wandel bemerkbar mache und sich in einem starken Absinken der jugendlichen Bewerber/innen äußere. Dies führe dazu, dass die insgesamt stabile Zahl an vorhandenen Ausbildungsplätzen derjenigen der Bewerber/innen entspreche.

 

Dies habe den erfreulichen Effekt, dass zur Zeit im gesamten Agenturbezirk Göttingen lediglich 21 Jugendliche keinen Ausbildungsplatz hätten, davon 9 in der Stadt Göttingen. Von den 21 Jugendlichen seien 13 zu Nachvermittlungen eingeladen worden, zu denen 6 Jugendliche erschienen seien. Man stehe zu den Jugendlichen weiter in Kontakt und versuche, diese in Ausbildungsverhältnisse zu vermitteln. Zudem sei die Agentur aktiv bei der Schaffung außerbetrieblicher Ausbildungsstellen gewesen.

 

Bei den von den Jugendlichen angestrebten Berufen überwögen traditionell die kaufmännisch orientierten Berufe gegenüber Berufsbildern wie Kraftfahrzeugmechatroniker/in, Koch/Köchin oder Friseur/in. Dies entspreche in etwa dem Angebot an vorhandenen Ausbildungsplätzen.

 

Er antwortet auf Fragen aus dem Ausschuss. In der Tat finde ein Verdrängungswettbewerb statt, wobei Jugendliche mit Hauptschulabschluss eine zunehmend schwierigere Position hätten. Die Klage der Betriebe über eine zu schlechte Qualifikation der Bewerber werde seit 20 Jahren mit eher unterschiedlicher Berechtigung geführt. Um dem zu begegnen, werde die Zahl der Fördermaßnahmen erhöht. Frau Jördening-Kalde ergänzt, dass diese Maßnahmen bei den Jugendlichen nicht sehr beliebt seien, die lieber einen richtigen Ausbildungsplatz hätten. Herr Gläser führt dazu aus, dass die Agentur auf andere ursächliche Problemfelder wie etwa das familiäre Umfeld keinen Einfluss habe.

 

Es sei weiterhin so, dass das Handwerk in Göttingen der Hauptausbilder sei. Es sei zu beobachten, dass die Betriebe angesichts der unklaren wirtschaftlichen Entwicklungen vorsichtig bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen seien. In Punkto Geschlechterdifferenzen könne er nur sagen, dass Mädchen zwar teilweise andere Berufsfelder bevorzugten. Bei der Versorgungsquote mit Ausbildungsplätzen gebe es aber keine Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen.

 

 

Frau Jördening-Kalde legt die Ausbildungsplatzsituation aus Sicht der Beschäftigungsförderung Göttingen (JobCenter Jugend / Pro Aktiv Center) dar. Zielgruppe seien Schüler/innen aus den Abschlussklassen der allgemeinbildenden sowie Berufsbildenden Schulen im Alter bis zu 18 Jahren. Dazu sei anzumerken, dass über die Hälfte der betreuten Jugendlichen Hauptschüler/innen mit oder ohne Abschluss seien.

 

Allgemeine Problemlagen bei den meisten betreuten Jugendlichen seien neben SGB II-Bezug eine eingeschränkte Wahrnehmung ihrer Fähigkeiten und Interessen. Dies äußere sich sowohl in Berufswünschen, die nicht zum eigenen Bildungsstand passten als auch in einer sehr beschränkten Auswahl an Berufswünschen.

 

Die Beschäftigungsförderung betreue ca. 120 – 140 Jugendliche je Fallmanager. Diese Jugendlichen würden je nach Ausbildungsstand in Gruppen geteilt. Der Zielorientierung der Beschäftigungsförderung entsprechend gebe es nur wenige gut ausgebildete und ausbildungsreife Jugendliche, die um Hilfe bitten würden. Diese Fälle bräuchten nur kurze Begleitung, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Der größte Teil der Jugendlichen sei entweder beruflich orientiert, habe aber noch Qualifikationsbedarf (z.B. bessere Deutschkenntnisse), oder aber habe erhebliche Vermittlungshemmnisse (z.B. Suchtproblematik, Überschuldung). Diese Jugendlichen würden in etwa 20 verschiedenen Angeboten betreut. Die meisten davon in Maßnahmen der „Eingliederung in Arbeit“ oder der „Integration in Ausbildung“.

 

In der näheren Zukunft wolle man vor allem die Kooperation aller Beteiligten im Übergangsmanagement Schule-Beruf verbessern sowie die Chancen von Jugendlichen auf betriebliche und außerbetriebliche Ausbildung erhöhen.

 

Sie antwortet auf Fragen aus dem Ausschuss. Mit Hauptschulabschluss den Beruf des/der Mechatronikers/in zu ergreifen sei nicht unmöglich, allerdings komme es da stark auf den Einzelfall an. Grundsätzlich sei man für Jugendliche aus allen Schulformen offen, allerdings würden schwerpunktmäßig Haupt-, Real- und Berufsbildende Schulen eingeladen. In die Schulklassen selber gehe man nicht, da dies eher die Aufgabe der Berufsberatung sei.

 

 

Herr Hecke teilt zum Thema Übergangsmanagement abschließend mit, dass es bei der Finanzierung der Kompetenzagentur KonTur Probleme und es demnächst Gespräche mit allen Beteiligten gebe, da man dieses Angebot erhalten wolle.

 

 

 
 

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