zurück
 
 
41. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke
TOP: Ö 8
Gremium: Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 23.04.2009 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 20:40 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
 
Wortprotokoll
Beschluss

Herr Lepper erläutert,

Herr Dienberg erläutert, dass für den hier in Rede stehenden Bereich bereits vor etlichen Jahren ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt worden sei, der im Wesentlichen einen Anbau an das bestehende Parkhaus vorgesehen habe. Dieses Wettbewerbsergebnis sei jedoch nie realisiert worden. Aktuelle Gespräche mit den betroffenen Eigentümern hätten jedoch aktuell zu dem Ergebnis geführt, dass seitens der Eigentümer grundsätzliches Interesse an einer Umgestaltung und Aufwertung des Areales bestehe.

 

Herr Lepper ergänzt, dass der Bereich der Kommende derzeit durch die überdimensionierte Verkehrsfläche (westlicher Abschnitt der Groner-Tor-Straße), das Parkhaus und die sich anschließende Brachfläche negativ geprägt werde. Diese städtebaulichen Defizite gelte es zu beheben.

 

Nach Auskunft von Herrn Dienberg seien zur Beseitigung der vorbenannten Defizite folgende Maßnahmen entwickelt worden:

  • Rückbau der Verkehrsfläche um 2 Fahrstreifen;
  • Schaffung einer städtebaulichen Entsprechung für den sog. „Kauschietenplan“ auf der Nordseite der Straße;
  • sowie die – zumindest teilweise – Verlagerung des Parkhauses unter die Erde; insgesamt solle die Zahl der bisherigen Stellplätze möglichst erhalten bleiben.

 

Herr Lepper erläutert, dass zur Umsetzung der vorbenannten Zielsetzung verschiedene konzeptionelle Lösungsansätze entwickelt worden seien. Diese sähen alternativ eine kleinräumige Hofstruktur, zwei große Höfe oder auch eine geschlossene Blockbebauung vor. Einige Entwürfe sähen vor, durch ein schräg gestelltes Gebäude, welches die Winkelstellung der Kommende aufgreife, eine Platzbereich zu schaffen und somit städtebaulich die Funktion des gegenüberliegenden „Kauschietenplans“ aufzugreifen. Nach Ansicht von Herrn Dienberg werde auch die Durchwegung des Areales eine deutliche strukturelle Qualitätssteigerung mit sich bringen. Derzeit sei das gesamte Areal der Stadt völlig entzogen; eine städtebauliche Aufwertung sei dringend erforderlich. Um diesen Prozess voranzutreiben könne es u.U. eine denkbare Option sein, das Parkhaus mittelfristig zu erhalten und die vorgestellten Planungen schrittweise umzusetzen. Er räume allerdings ein, dass die Erschließung des Parkhauses ein großes Hemmnis für eine qualitätsvolle Umgestaltung darstelle. 

 

Herr Semmelroggen möchte sichergestellt wissen, dass der Blick auf das historische Gebäudeensemble der Kommende nicht verstellt wird; insofern spreche er sich für eine derjenigen Varianten aus, bei der vor dem abknickenden Gebäudeteil der Kommende eine Platzsituation vorgesehen sei. Im Übrigen weise er darauf hin, dass die Anlage einer Tiefgarage wg. des in diesem Bereich sehr hoch anstehenden Grundwassers problematisch sei. Auch Frau Morgenroth befürchtet Probleme mit dem Grundwasser. Herr Dienberg erläutert hierzu, dass verschiedene Lösungen denkbar seien; u.U. werde auch nur für einen Teil der Stellplätze eine Tiefgarage errichtet und die übrigen Parkplätze würden dann in einem – entsprechend verkleinerten Parkhaus – vorgehalten. Nach den bisher vorliegenden Untersuchungsergebnissen ließe sich die Erstellung von zwei Untergeschossen konstruktiv relativ gut lösen; weitere Untergeschosse erforderten jedoch einen deutlich höheren konstruktiven Aufwand. Herr Holefleisch verweist darauf, dass einem ausreichenden Stellplatzangebot eine entscheidende Bedeutung zukomme; allerdings sollten nicht mehr als zwei Tiefgeschosse erstellt werden, da bei einer größeren Zahl von Untergeschossen die Beleuchtung und Belüftung der Flächen problematisch seien.

 

Herr Welskop nimmt Bezug auf den in der Ausschuss-Sitzung vom 07.09.06 beratenen Antrag seiner Fraktion und verweist darauf, dass einer der seinerzeitigen Forderungen der Erhalt – und möglichst auch die Erweiterung - des öffentlichen Stellplatzangebotes im Bereich des Groner Tores gewesen sei. Die Stellplatzzahl dürfe im Ergebnis nicht vermindert werden. Das bisherige Parkhaus sei jedoch stark erneuerungsbedürftig. Herr Dienberg verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass das Parkhaus in seiner jetzigen Form nicht erhalten werde; selbst wenn eine komplette Beseitigung nicht möglich sein sollte, so werde diese Einrichtung jedoch modernisiert und umgestaltet werden. Eine derartige Modernisierung gehe jedoch wg. veränderter Stellplatzgrößen i.d.R. mit einer Verminderung der Stellplatzanzahl einher. Vor diesem Hintergrund sei die Anlage einer Tiefgarage selbst bei Erhalt des Parkhauses sinnvoll.

 

Nach Ansicht von Herrn Wedrins werde sich das Investoreninteresse v.a. auf die Bebauung der Brachfläche fokussieren. Er befürchte daher, dass zunächst vorbenannte Bebauung realisiert werde und zugleich das Parkhaus und das Sparkassen-Gebäude langfristig erhalten blieben. Eine solche Lösung würde jedoch dem erklärten Ziel einer städtebaulichen Aufwertung des gesamten Areales zuwiderlaufen. In diesem Zusammenhang sei es auch von Interesse zu erfahren, wie die Wohnungsflächen am „Kauschietenplan“ nachgefragt würden.

 

Herr Lepper verweist darauf, dass die vorgestellten Alternativplanungen keine Investorenplanung repräsentierten, sondern dass diese Entwürfe von einem unabhängigen Büro im Auftrag der Bauverwaltung erarbeitet worden seien. Herr Dienberg ergänzt, dass verschiedenste bauliche Lösungen denkbar seien; dazu zählten auch Teillösungen und Zwischenbaustände. Wichtig sei, dass die städtebaulichen Essentialia realisiert würden. Hierzu zähle, dass auf der dem „Kauschietenplan“ gegenüberliegenden Straßenseite eine Platzsituation geschaffen werde, dass die historische Abwinklung des Kommendegebäudes gestalterisch aufgegriffen werde und dass eine attraktive Durchwegung und Erschließung des Areales unter gleichzeitiger baulicher Nutzung der jetzigen Brachfläche realisiert werde.

-----

Sodann unterbricht Herr Holefleisch die Beratung der Ausschussmitglieder, um Bürgeranhörungen i.S.v. § 43 a NGO zu diesem Tagesordnungspunkt zuzulassen.

 

Nach Ansicht von Frau Et-Taib seine eine Aufwertung des Areales sinnvoll; allerdings solle die Zahl der Stellplätze erhalten bleiben. Auf Nachfrage von Frau Et-Taib erläutert Herr Holefleisch, dass Stellplatzablösebeiträge auch für die Stärkung des ÖPNV und den Ausbau des Radwegenetzes Verwendung fänden.

 

Frau Buuhtz verweist darauf, dass die Zahl der Parkplätze alleine nicht aussagekräftig sei; wichtiger sei die Qualität der angebotenen Stellplätze.

 

Auf Nachfrage von Frau Buuhtz erläutert Herr Dienberg, dass der Baugrund auf seine Eignung hin bereits untersucht worden sei.

 

 
 

zurück