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41. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke
TOP: Ö 6
Gremium: Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 23.04.2009 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 20:40 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
FB61/670/09 "Rundumgrün an Göttinger Kreuzungen" (Antrag der Bündnis 90 / Die Grünen-Ratsfraktion zum Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke am 24.04.2008)
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Tischvorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Herr Koss erläutert, dass eine „Rundumgrün“-Regelung den Vorteil habe, dass eine Gefährdung der Fußgänger durch Abbiegeverkehre vollständig ausgeschlossen werde; gleiches gelte für „Diagonalgrün“

 

Herr Koss erläutert, dass eine „Rundumgrün“-Regelung den Vorteil habe, dass eine Gefährdung der Fußgänger durch Abbiegeverkehre vollständig ausgeschlossen werde; gleiches gelte für „Diagonalgrün“. Allerdings seien beide Lösungen auch mit erheblichen Nachteilen verbunden.

 

Voraussetzung für eine derartige Signalisierung sei eine möglichst große Fußgängerfrequenz. Die Überlegungen der Stadt seien daher auf die am stärksten durch Fußgänger frequentierten Knoten beschränkt worden. Hinsichtlich „Rundumgrün“ seien 5 Kreuzungen und hinsichtlich „Diagonalgrün“ seien 3 Kreuzungen näher untersucht worden. Bei Einführung von „Diagonalgrün“ würden sich die signaltechnischen Umlaufzeiten deutlich erhöhen (z.B. von 90 Sek. auf 130 Sek.). Gleichwohl sei der Fußgänger in der Regel nicht in der Lage, innerhalb einer Grünphase zwei Kreuzungsäste zu queren, so dass im Falle einer solchen Verkehrsregelung die Leistungsfähigkeit des Knotens nicht nur für den Kraftfahrzeugverkehr, sondern auch für den Fußgänger sinken werde. Sodann erläutert Herr Koss die Effekte der Einführung einer  „Rundumgrün“-Regelung exemplarisch anhand der Kreuzung Kreuzbergring/ Humboldtallee im Detail. An der benannten Kreuzung sei am 28.10.08 eine aufwändige Verkehrszählung durchgeführt worden.

 

Im Ergebnis könne an keiner der 5 untersuchten Knoten die Einführung von „Rundumgrün“ empfohlen werden.

 

Bei „Diagonalgrün“ würden sich die Umlaufzeiten noch dramatischer erhöhen, da bei einer diagonale Querung der Kreuzung durch die Fußgänger längere Wege zurückzulegen seien, als bei Querung lediglich eines Astes. Z.T. würden Umlaufzeiten erreicht, die bereits die Grenzwerte der einschlägigen Richtlinien überschritten. Sehr lange Umlaufzeiten führten zudem aufgrund der fehlenden Akzeptanz zu einer vermehrten Zahl von Rotlichtverstößen.

 

Allgemein könne gesagt werden, dass eine „Diagonalgrün“-Regelung ausgeschlossen sei, wenn bereits die Einführung von „Rundumgrün“ nicht möglich sei.

 

Auch die Erfahrungen anderer Kommunen führten nicht zu einer anderen Einschätzung. In Berlin sei die Zahl der Abbiegeunfälle durch Einführung von „Rundumgrün“ nicht gesunken; in Göttingen sei der Anteil der durch Abbiegeverkehre verursachten Unfalle an der Gesamtunfallzahl ohnehin sehr gering. In Aachen sei „Rundumgrün“ mit Erfolg eingeführt worden; allerdings handele es sich dort um Kreuzungen im Studentenviertel, die ein überproportionales Fußgängeraufkommen und vergleichsweise geringe Kfz-Verkehre aufwiesen.

 

Herr Holefleisch dankt der Verwaltung für die umfangreiche Untersuchung.

Sodann beschließt der Ausschuss nach kurzer weiterer Diskussion einstimmig:

 

Sodann beschließt der Ausschuss nach kurzer weiterer Diskussion einstimmig:

Der Ausschuss nimmt den Verfahrensvorschlag (Die Einführung von Rundumgrün wird nicht weiter verfolgt) zustimmend zur Kenntnis

 

Der Ausschuss nimmt den Verfahrensvorschlag (Die Einführung von Rundumgrün wird nicht weiter verfolgt) zustimmend zur Kenntnis. Einer Befassung im Rat bedarf es daher nicht.

 

 
 

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