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13. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Umweltausschusses
TOP: Ö 7
Gremium: Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 25.11.2008 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:50 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
FB67/052/08 Ergebnis der Baumkontrolle 2008
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt Beteiligt:66-FB Tiefbau und Bauverwaltung
 
Beschluss

Herr Gieße stellt das Ergebnis der Baumkontrolle vor

 

Herr Gieße stellt das Ergebnis der Baumkontrolle vor. In dem Zeitraum Mai bis                 September ergab die Regelkontrolle einen Bestand von rund 33.100 Bäumen. Der Gesamtaufwand der Regelkontrolle betrug 1.400 Stunden. Von diesen 33.100 Bäumen waren 214 Bäume zur weiteren Überprüfung vorgesehen. Nach dem Ergebnis der weitergehenden Untersuchung (Baumschau) der 214 Bäume im Oktober war vorgesehen, 126 Bäume zu fällen, 70 Bäume durch Maßnahmen der Baumpflege zu erhalten, und 18 Bäume durch einen Sachverständigen überprüfen zu lassen. Die eingehende Sachverständigen-Untersuchung, dessen Kosten sich auf 4000,00 EUR belaufen, ergab, dass 6 Bäume zu fällen sind, 4 Bäume baumpflegerisch zu behandeln (Kronensicherung, Einkürzung) und bei 8 Bäumen keine Maßnahmen erforderlich sind. Anschließend erfolgte die Abstimmung mit dem ehrenamtlich tätigen Arbeitskreis Baumschutz der Göttinger Umweltverbände. Nach diesem Ergebnis sind 125 Bäume zu fällen, 5 Bäume zu erhalten und 2  Bäume nochmals durch einen Sachverständigen überprüfen zu lassen.

Der Großteil der zu fällenden Bäume iHv. 62% befindet sich im Kernbereich Göttingens einschließlich Stadtfriedhof, 11% jeweils in Grone und Weende, 10% in Geismar, 6 % in den übrigen Stadtgebieten.

Bei 35% der vorgesehenen Bäumfällungen liegt eine abgestorbene Krone/ Schwachwüchsigkeit vor. 33% der Bäume sind von Holzfäule / holzzersetzenden Pilzen betroffen. Aufgrund von Grenzabständen/Bauwerkschaden müssen 16% der Fällungen vorgenommen werden, bei 9% besteht Astbruchgefahr, bei 5% eine Druckzwiesel/Stammrisse, 2 % der Fällungen betreffen sonstige Gründe.

Alle Standorte der sogenannten Baumfällliste sind in dem Internet-Stadtplan integriert. Dort finden sich neben einem Foto des Baumes alle wichtigen Angaben zu Baumart, Stammumfang, Standort und Schadensbefund.

 

Die Nachpflanzungen erfolgen zu 61% an den Standorten der entfernten Bäume. Die restlichen Nachpflanzungen finden an anderen Orten statt, da an der entfernten Stelle keine Möglichkeiten zum Gedeihen bestehen, Grenzabstände nicht eingehalten werden oder Versorgungsleitungen im Boden verlaufen. Generell werden mehr Bäume gepflanzt als gefällt. In dem Zeitraum von März 2008 bis Mai 2008 wurden bereits 336 Neu- und Nachpflanzungen vorgenommen.  263 Pflanzungen erfolgten durch Gärtner der Stadt, 73 Pflanzungen über Gartenbaubetriebe u. a. im Sanierungsgebiet Grone.

 

Frau Morgenroth merkt an, 30% bis 40% der Bäume könnten bereits durch den Klimawandel geschädigt sein. Frau Morgenroth erkundigt sich, ob Pflanzungen von Bäumen, die den Klimawandel mögen, vorgenommen werden können.   

 

Herr Gieße antwortet, die Auswirkungen des Jahrhundertsommers 2003 macht sich erst einige Jahre später in der Ausbildung der Kronen bemerkbar. Einige einheimische Baumarten vertragen den Klimawandel sehr gut. Diesbezüglich kommen im Moment 10 bis 15 Baumarten in Frage; für eine Stadt wie Göttingen zu wenig.

 

Frau Morgenroth fragt nach, ob auch Pflanzungen des Ginkgos erfolgen.

 

Herr Gieße verneint die Frage.

 

Frau Bank erkundigt sich bezüglich der Nachpflanzungen. An der Otto-Brenner-Straße seien ausreichend freie Flächen für Pflanzungen vorhanden; diese würden dort jedoch nicht stattfinden. Weiterhin stellt Frau Bank fest, auch auf dem Stadtfriedhof erfolgen keine Nachpflanzungen.

 

Herr Gieße antwortet, der Stadtfriedhof ist bereits sehr dicht bepflanzt. An der Otto-Brenner-Straße soll kein Wald erzeugt werden. Gestalterisch und funktionell machten dort Pflanzungen keinen Sinn.

 

Herr Vaupel dankt für die Darstellung der Baumfällliste im Internet-Stadtplan. Ebenso den ehrenamtlich Tätigen des Arbeitskreises Baumschutz für die Abstimmung. Rückfragen (zu den Nachpflanzungen) wird er in der Januarsitzung einreichen.

 

Herr Mattern teilt mit, die Internetpräsentation der Baumfällliste im Internet-Stadtplan fand reges Interesse beim deutschen Städtetag.

 

Herr Dr. Scherer begrüßt die gut nachvollziehbare Repräsentation im Internet. Grenz- wertig sei die Vergabe der Überprüfungen (Kontrollen) an die Uni, da auch private Baumsachverständige diese Leistung anbieten.

 

Herr Gieße erwidert, die HAWK verfügt über die erforderliche Gerätschaft, welche in dem Zug auch getestet wird.

 

Herr Dr. Winter/Arbeitskreis Baumschutz/BUND erläutert, die Position des Arbeitskreises verlangt einen allgemeinen Erörterungstermin im Hinblick auf die Meinungsverschiedenheiten. Der Arbeitskreis sieht sich aufgrund seiner  mehrjährigen Erfahrungen als Bindeglied zwischen den kommunalen Behörden und den Bürgern.

Weiterhin sei die Baumfällliste erst im Oktober übergeben worden. Sinnvoll sei ein früherer Zeitpunkt, Ende August bis Mitte September. Z. Zt. stehen nur eine begrenzte Anzahl von Studenten  und Fachkräften zur Verfügung. Erforderlich sei fachlich qualifiziertes Personal; der Wert des Grüns in der Stadt soll einen entsprechenden Stellenwert finden. Es fehle ein Konzept für die Pflege von Park- und Wallanlagen und Friedhöfen. Auch neben der Fällliste z. B. bei geplanten Fällungen westlich der Lokhalle soll der BUND in Kenntnis gesetzt werden. Dem Rat der Stadt soll die Information übermittelt werden, sich nachhaltig für das Stadtgrün  einzusetzen und zu erhalten. Eine Einbindung anderer Bereiche wie die Universität, Wohnungsgenossenschaft sowie Sport und Freizeit GmbH sollte von politischer Seite angestrebt werden.

 

Herr Dr. Scherer eröffnet die Bürgerfragestunde:

 

Frau El-Taib/Haus und Grund erkundigt sich nach der Umsetzung der geplanten Maßnahme Verkehrsverstetigung und Modernisierung der Busflotte.

           

Frau Friedrich-Braun erläutert, der Rat muss über den Luftreinhalteplan, welcher mehrere  Maßnahmen zur Verbesserung des Verkehrsflusses und die Modernisierung der Busflotte beinhaltet,  entscheiden. Erst dann könne zur Untersuchung der Thematik Verkehrsverstetigung ein Gutachterbüro eingeschaltet werden.

          

Herr Kunze/Bürger erkundigt sich nach den Ausführungen von Frau Friedrich-Braun. Er habe den Eindruck,  Friedrich-Braun bedauert das Fehlen einer Südumgehung.

 

Frau Friedrich-Braun erwidert, es sei lediglich die Feststellung des Fehlens einer Südumgehung als Umfahrung gemacht worden.

             

            Herr Kunze/Bürger berichtet weiter, auf dem Dach der Sporthalle des Hainberggym-                    

            nasium sei der Schnee rasch getaut. Dies weise auf einen hohen Energieverlust hin.   

                        

            Herr Dienberg teilt mit, der Bauausschuss habe sich in seiner letzten Sitzung mit dem

Energiebericht für das Jahr 2007 befasst. Die Thematik sei an Schulen und öffentlichen Gebäuden, z. B. dem Amtshaus aktuell. Jetzt muss dafür Sorge getragen werden, dass die Finanzmittel zur Verfügung stehen, um die Gebäude energetisch auf den neusten Stand zu bringen.

             

Eine weitere Frage von Herrn Kunze/Bürger an Herrn Dr. Scherer wird von diesen                   beantwortet.

 

 
 

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