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15. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 6
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 11.09.2008 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:02 - 18:18 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum THORN (126), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
 
Wortprotokoll
Beschluss

Herr Hecke eröffnet, dass die beiden Themen Kindertagesstätten sowie Hilfe zur Erziehung (HzE) zunehmend stärker in den Fokus

Herr Hecke eröffnet, dass die beiden Themen Kindertagesstätten sowie Hilfe zur Erziehung (HzE) zunehmend stärker in den Fokus geraten. Zur Situation bei der HzE wolle man heute einige Informationen betreffend Fallzahlen- und Kostenentwicklung präsentieren.

 

Frau Triebel, Herr Witschel sowie Frau Snell präsentieren die Ergebnisse auf Basis der Zahlen der Jahre 2003 – 2007. Wesentliche und zunehmende Problemlagen seien Kinderarmut, fehlende Erziehungskompetenz der Eltern sowie Integrationsprobleme bei Kindern mit Migrationshintergrund. Die Hilfe zur Erziehung ziele daher vor allem auf Steigerung der familiären Ressourcen. Fremdunterbringung solle nicht von vornherein endgültige Lösung und Rückführung in die Familie so lang als möglich als Ziel beibehalten werden. Daneben betreibe man, auch unter dem Aspekt der Kosteneffizienz, präventive Maßnahmen sowie eine ausführliche Diagnostik zwecks Auswahl eines möglichst passenden Hilfeangebots. Schließlich solle eine Vernetzung von Hilfsdiensten sowie eine intensive Elternarbeit den Erfolg der HzE gewährleisten.

 

Zur Fallzahlenentwicklung sei im Wesentlichen zu sagen, dass die Zahl der stationären Hilfen im Berichtszeitraum kontinuierlich gesunken sei (von 190 auf 120 Fälle) und jene der ambulanten Hilfen extrem angestiegen (von 80 auf 180). Die Fallzahlen insgesamt seien im Berichtszeitraum um etwa 13% gestiegen, was nicht nur auf die ambulanten Hilfen zurückzuführen sei. Auch die Zahl der teilstationären Hilfen und Vollzeitpflegen hätte leicht zugenommen.

 

Bei der Kostenentwicklung könne man feststellen, dass die Verschiebung von den stationären zu ambulanten Hilfen sowie der Vollzeitpflege zu einer erheblichen Kostenersparnis von etwa 1,2 Millionen Euro geführt habe. Auch die Kosten je Fall sei im Berichtszeitraum von etwa 27.000,- € auf ca. 22.000,- € pro Jahr gesunken.

 

Für die Zukunft setze man auf Ausbau präventiver Hilfen gerade im frühkindlichen Stadium sowie Stärkung der Erziehungskompetenz. Auf der Angebotsseite sehe man Spielraum für einen weiteren Ausbau ambulanter Hilfen sowie der Vollzeitpflege.

 

Herr Dames fragt, ob die gesunkenen Kosten je Fall eventuell auf eine kürzere Betreuungsdauer zurückzuführen sei. Frau Snell meint, dass es hierzu keine konkreten Zahlen gebe. In Anbetracht der komplexen Problemlagen sei dies aber unwahrscheinlich.

 

Herr Höfer erfragt die Erfahrungen seitens des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) bezüglich der mit den Kindertagesstätten abgeschlossenen Schutzvereinbarungen. Frau Triebel erklärt, dass die Funktion des ASD in erster Linie in einer Beratungstätigkeit bestehe. Sollte in den Kindertagesstätten ein möglicher Fall bekannt werden, so stehe zwischen der Einrichtung und dem ASD noch die Fachkraft nach § 8a. Inwiefern diese Vereinbarungen zu einer besseren Wahrnehmung des Themas geführt hätten, lasse sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Die diesbezüglichen Fallzahlen seien jedoch leicht gestiegen.

 

Frau Wendelborn schlägt vor, im Rahmen der Sozialcard das Angebot eines Elterntrainings einzuschließen. Herr Hecke rät hier zur Vorsicht im Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung. Die Sozialcard ziele ausschließlich auf sozial schwächere Haushalte ab und eine Einbindung von Familienhilfen in die Sozialcard könnte zu einer ähnlichen Gleichsetzung führen.

 

Frau Fischer erkundigt sich nach dem Erfolg der vor einiger Zeit angelaufenen Werbekampagne zur Gewinnung von Pflegepersonen. Herr Witschel äußert, dass diese sehr erfolgreich verlaufen sei und auch viele Umlandkommunen hiervon profitiert hätten. Im November werde eine erneute Kampagne im südniedersächsischen Raum anlaufen.

 

Frau Mann bittet darum, die Powerpoint-Präsentation an die Ausschussmitglieder zu verteilen. Herr Schmidt sagt eine Verteilung in Papierform zu.

 

 

 

Herr Höfer teilt mit, dass er sich bei den folgenden Tagesordnungspunkten 8, 10 und 11 gemäß § 26 Niedersächsischer Gemeindeordnung (NGO) nicht an der Abstimmung beteiligen werde.

 

 

 
 

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