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28. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke
TOP: Ö 10
Gremium: Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 19.06.2008 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 19:33 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
FB61/581/08 Bebauungsplan Göttingen Nr. 235 "Windausweg" mit örtlicher Bauvorschrift über Gestaltung (ÖBV)
- Aufstellungsbeschluss
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Herr Uhlig verweist auf die mit der Ladung versandte Vorlage und erläutert diese

Herr Dienberg verweist darauf, dass die Konversion der ehemaligen Gerichtsmedizin bereits mehrfach im Ausschuss thematisiert worden sei. Insofern verweise er auf die bisherige Diskussion im Ausschuss und erläutert nochmals kurz die Vorgehensweise in diesem Projekt. Er danke den drei beteiligten Wohnungsbaugesellschaften, dass diese sich zur Durchführung eines städtebaulichen Wettbewerbes bereit erklärt hätten.

 

Herr Uhlig erläutert sodann die mit der Ladung versandte Vorlage. Wie bereits im Ausschuss erläutert, solle das Areal der ehemaligen Gerichtsmedizin nach Aufgabe der universitären Nutzung mit der Errichtung städtischer Wohnbebauung einer Nachnutzung zugeführt werden. Die Entwicklung des Standortes solle hierbei durch die Städtische Wohnungsbau GmbH Göttingen, die Wohnungsgenossenschaft Göttingen sowie die Volksheimstätte Göttingen erfolgen.

 

Städtebauliches Ziel sei es, den Standort zu einem attraktiven innenstadtnahen Wohnquartier mit Ergänzungseinrichtungen zu entwickeln. Kennzeichnende Merkmale sollten hierbei eine qualitätvolle Freiraumgestaltung sowie eine hohe Erschließungs­qualität für den Fuß- und Radverkehr sein. Daher sollten auch vorhandene Wegeverbindungen im Windausweg sowie zwischen Felix-Klein-Gymnasium und Windausweg in der Entwicklung berücksichtigt werden.

 

Zur näheren Bestimmung der städtebaulichen Zielsetzungen sei im vergangenen Sommer ein städtebauliches Gutachterverfahren durchgeführt worden. Der Siegerentwurf unterteile das Grundstück in sechs annähernd gleich große Quartiere und beschränke sich insgesamt auf nur zwei Gebäudetypen. Jedes Quartier setze sich aus mehreren vier- bis fünfgeschossigen Gebäuden (jeweils eine Zeilenbebauung und bis zu zwei Stadtvillen) und den privaten Grünbereichen zusammen. Im mittleren Bereich zum Windausweg sei ein Quartiersplatz mit Cafe und kleinen Läden vorgesehen.

 

Die Aufstellung des Bebauungsplanes solle als sog. „beschleunigtes Verfahren“ i.S.v. § 13 a BauGB erfolgen; der Flächennutzungsplan der Stadt Göttingen werde dementsprechend im Rahmen der Berichtigung geändert werden. Ein Baubeginn werde für das kommende Frühjahr angestrebt.

 

Sodann schlägt Herr Holefleisch vor, die Vertreter der drei beteiligten Wohnungs­bau­gesellschaften als Sachverständige i.S.v. § 43a(2) NGO zu diesem Tagesordnungspunkt anzuhören; dieser Vorschlag stößt auf allgemeine Zustimmung.

 

Herr Albrecht (Volksheimstätte Göttingen e.G.) ergänzt, dass der Abriss vorauss. Ende August abgeschlossen werden könne. Die Abrissarbeiten hätten sich aufwändiger gestaltet, als zunächst angenommen. Herr Köhler (Städtische Wohnungsbau GmbH) erläutert sodann kurz das durchgeführte Gutachterverfahren; dieses habe gestalterisch und städtebaulich zu sehr qualitätsvollen Ergebnissen geführt. Herr Przybilla (Wohnungsgenossenschaft Göttingen e.G.) ergänzt, dass die Gebäude über eine nach dem neuesten Stand der Technik optimierte energetische Ausstattung verfügen sollten.

 

Herr Holefleisch fordert die Verwaltung auf, mit den Bauträgern und den Stadtwerken Gespräche zu führen, um Konzepte für eine zukunftsweisende vernetzte Energieversorgung – z.B. durch ein Blockheizkraftwerk – zu ermitteln. Er beantrage, den Aufstellungsbeschluss entsprechend zu ergänzen.

 

Herr Köhler erklärt hierzu, dass derartige Aspekte ohnehin bereits mit der Verwaltung diskutiert würden; der Einsatz eines Blockheizkraftwerkes könnte konzeptionell jedoch sogar eher kontraproduktiv sein.

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Sodann unterbricht Herr Holefleisch die Beratung der Ausschussmitglieder, um Bürgeranhörungen i.S.v. § 43a NGO zu diesem Tagesordnungspunkt zuzulassen.

 

Herr Wöhler kritisiert die seines Erachtens unzureichende Informationspolitik im Zusammenhang mit dem Gebäudeabbruch. Er befürchte eine Emission von Asbeststäuben. Herr Köhler tritt dieser Befürchtung entgegen. Zwar sei es richtig, dass im Gebäude der bisherigen Gerichtsmedizin in hohem Maße Asbest verbaut worden sei, wodurch sich die Abbrucharbeiten sehr aufwändig gestaltet hätten. So habe zum Beispiel mit Staubschleusen gearbeitet werden müssen. Es sei jedoch zu keinerlei Freisetzung von Asbeststäuben oder einer sonstigen Havarie gekommen.

 

Auf Nachfrage von Frau Rohmann erläutert Herr Köhler, dass die geplanten Wohnungen weitestgehend barrierefrei und grundsätzlich behindertengerecht gestaltet seien. Er weise jedoch darauf hin, dass die Wohnungen in diesem Baugebiet aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eher dem höherpreisigen Marktsegment zugerechnet werden müssten.

 

Frau Schröder kritisiert dies; vorrangig sei es Aufgabe der Genossenschaften, preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Herr Albrecht entgegnet, dass auch eine Wohnungsgenossenschaft das gesamte Nachfragespektrum abdecken müsse. Die Volksheimstätte verfüge nach wie vor über einen großen Wohnungsbestand im unteren Preissegment, müsse jedoch auch in der Lage sein, höherwertige Wohnungen anzubieten. Auch Herr Przybilla und Herr Köhler teilen diese Ansicht. Herr Köhler verweist darauf, dass von insgesamt 4.500 Wohnungen der Städtischen Wohnungsbau alleine 2.500 dem Sozialen Wohnungsbau zuzurechnen seien.

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Nach kurzer weiterer Diskussion erklärt Herr Holefleisch namens seiner Fraktion, den Ergänzungsantrag zurückzuziehen.

Sodann beschließt der Ausschuss einstimmig:

 

Sodann beschließt der Ausschuss einstimmig:

Der Verwaltungsausschuss möge beschließen:

Der Verwaltungsausschuss möge beschließen:

1.      Für den nachfolgend aufgeführten Geltungsbereich wird der Aufstellungsbeschluss gem. § 2 Abs. 1 BauGB für den Bebauungsplan Göttingen Nr. 235 “Windausweg“ mit örtlicher Bauvorschrift über Gestaltung (ÖBV) gefasst.

Die Aufstellung erfolgt im beschleunigten Verfahren ohne Durchführung einer Umweltprüfung gem. § 13 a BauGB.

 

2.      Die Verwaltung wird beauftragt, für den o. g. Bebauungsplan den Entwurf zu erarbeiten.

 

3.      Ziele und Zwecke der Planung:

§         Nachnutzung der Grundstücke der ehemaligen Rechtsmedizin

§         Errichtung eines innenstadtnahen, attraktiven Wohnquartiers mit verdichteten Wohnformen

§         Schaffung von Gemeinschaftseinrichtungen und Versorgungsangeboten des täglichen Bedarfs

 

4.      Geltungsbereich:

Der Geltungsbereich liegt in fußläufiger Entfernung südlich der historischen Innenstadt. Der Geltungsbereich umfasst die Liegenschaft der ehemaligen Rechtsmedizin, die derzeit beräumt wird. Betroffen sind die Flurstücke 217/11, 217/9, 218/9, 218/10, 323/1, 233/10, 324/3 sowie jeweils teilweise 235/17, 236/2, 326/5, 235/15 und 325/7 der Flur 029 der Gemarkung Göttingen.

Westlich an den Geltungsbereich schließen städtische Grundstücke an, die als Grabeland genutzt werden. Nördlich angrenzend liegt das Felix-Klein-Gymnasium mit Schulgebäuden, Sporthallen und Außenbereichen. Östlich schließt die straßenbegleitende Wohnbebauung der Lotzestraße (2 – 3-geschossige Einzelhäuser) an, deren rückwärtige Gärten bis an das Planungsgebiet heranreichen. Südlich grenzen das Badeparadies Eiswiese sowie Kleingärten an.

Der südwestliche Geltungsbereich überschneidet sich mit dem Bebauungsplan Göttingen Nr. 215, 1. Änderung „Freizeitbad Eiswiese“, rechtsverbindlich seit 17.02.2004. Dieser wird hiermit überplant.

Maßgeblich für die Abgrenzung ist die zeichnerische Darstellung im Maßstab 1:500. (siehe Anlage)

 

 
 

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