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7. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Bau- und Planungsausschusses
TOP: Ö 3.1
Gremium: Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 22.03.2007 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:25 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
 
Wortprotokoll
Beschluss

Herr Dienberg teilt mit, dass die Verwaltung geeignete Maßnahmen treffen wolle, um auch weiterhin einen Zweirichtungsverkehr a

Herr Dienberg teilt mit, dass die Verwaltung geeignete Maßnahmen treffen wolle, um auch weiterhin einen Zweirichtungsverkehr auf dem hier in Rede stehenden Radweg zu ermöglichen. Derzeit bestehe eine Benutzungspflicht im Sinne der Straßenverkehrs­ordnung nur in Fahrtrichtung Norden, nicht jedoch in Fahrtrichtung Süden. Diese Situation sei sicherlich nicht befriedigend und sei den Verkehrsteilnehmern auch kaum zu vermitteln. Der kürzlich erfolgte Verkehrsunfall sei für die Verwaltung Anlass gewesen, die Situation in diesem Bereich erneut zu überprüfen. Das vor wenigen Tagen installierte Verbotsschild sei in diesem Kontext als Sofortmaßnahme zu verstehen; die weitergehenden Maßnahmen sollten in der heutigen Sitzung vorgestellt werden. Er wolle in diesem Zusammenhang jedoch deutlich machen, dass aufgrund der beengten Verhältnisse eine Ideallösung nicht zu finden sei.

 

Herr Horn ergänzt, dass bereits im Jahre 1997 im Zusammenhang mit dem Universitäts-Radroutennetz im Bauausschuss Überlegungen vorgestellt worden seien, den südwärts führenden Radverkehr auf der Fahrbahn zu führen; die Verkehrsbelastung in der Bühlstraße lasse auch aus Verkehrssicherheitsaspekten eine derartige Lösung durchaus zu. Dieser Vorschlag sei jedoch nicht auf Zustimmung gestoßen, so dass in der Folge der komplette Radverkehr über den Radweg auf der Ostseite der Bühlstraße abgewickelt worden sei. Linksseitige Radwege seien jedoch stets mit einem erhöhten Unfallrisiko verbunden, wie auch der kürzlich erfolgte Unfall leider gezeigt habe.

 

Zudem habe die Aufsichtsbehörde darauf hingewiesen, dass nach der Novellierung der Straßenverkehrsordnung der Radweg nicht mehr die für Zweirichtungsverkehr erforderliche Breite aufweise. Daher habe bereits 2002 die Benutzungspflicht in Fahrtrichtung Süden aufgehoben werden müssen.

 

Eine Verbreiterung des bestehenden Radweges komme jedoch wegen der beengten Verhältnisse und der befürchteten Konflikte mit Fußgängern aus Sicht der Verwaltung nicht in Betracht. Ähnliches gelte für die Möglichkeit, einen separaten Radweg im Bereich des westlichen Bürgersteiges anzulegen; auch hier reiche der Platz nicht aus. Als weitere Option könnten die soeben erläuterten Planungen aus dem Jahr 1997 aufgegriffen werden. Danach könnte der Radfahrerverkehr in Richtung Süden auf der Fahrbahn geführt werden und zum gesicherten Queren der Fahrbahn eine Mittelinsel installiert werden. Es werde jedoch befürchtet, dass diese Lösung bei den Radfahrern auf wenig Akzeptanz stoße.

 

Im Ergebnis schlage die Verwaltung daher vor, den Radweg derart zu ertüchtigen, dass der Radverkehr auf dem bestehenden Radweg in beiden Fahrtrichtungen sicher abgewickelt werden könne, ohne dabei die Belange der Fußgänger zu vernachlässigen. Im Einzelnen seien folgende Maßnahmen vorgesehen, die alsbald umgesetzt werden sollten:

  • Ausschilderung des Wegeabschnitts auf der Ostseite der Bühlstraße zwischen Nikolausberger Weg und Planckstraße als „Gehweg, Radfahrer frei“.
  • Ergänzende Beschilderung („Radfahrer kreuzen aus beiden Richtungen“) sowie  Einfärbung der Furten und Aufbringen von Fahrrad-Piktogrammen in den Einmündungsbereichen der Nebenstraßen.

 

Mit vorbenannten Maßnahmen werde nicht nur die Benutzbarkeit des Radweges in beide Richtungen ermöglicht, sondern überdies den Fußgängern an den besonders engen Stellen Vorrang eingeräumt. Ferner sei sichergestellt, dass Radfahrer, die sich auf der Fahrbahn sicherer fühlten,  diese in Richtung Süden auch weiterhin benutzen könnten. Er bitte jedoch zu berücksichtigen, dass es in diesem Bereich aufgrund der sehr beengten Verhältnisse und der verschiedenen unterschiedlichen funktionalen Anforderungen leider keine Ideallösung gebe, die Funktions-, Sicherheits- und Akzeptanzaspekte gleichermaßen berücksichtige.

 

Die Verwaltung werde gemeinsam mit der Polizei die Situation weiterhin sorgfältig beobachten.

 

Sodann überreicht Frau Oldenburg eine Unterschriftenliste von Anwohnern zu diesem Thema. Grundsätzlich begrüße sie, dass der Radweg auch weiterhin in beide Richtungen benutzt werden könne. Sie bitte die Verwaltung, bei den avisierten Maßnahmen den Schwerpunkt auf die Fahrbahnmarkierung – und weniger auf die Beschilderung - zu legen.

 

Auch Herr Wedrins begrüßt, dass die Maßnahmen der Verwaltung einen Zweirichtungsverkehr ermöglichten. Er bezweifle allerdings die Aussage, dass der Platz für einen Ausbau des bestehenden Radweges nicht ausreiche. Herr Horn entgegnet, dass die von der Straßenverkehrsordnung vorgeschriebene Mindestbreite für einen Zweirichtungsradweg von 2,50 Metern im ganz überwiegenden Verlauf der Bühlstraße nicht eingehalten werden könne. Im Bereich der Bäume verenge sich der Radweg überdies zusätzlich.

 

Auch Herr Semmelroggen unterstützt den Vorschlag der Verwaltung.

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Sodann unterbricht Herr Holefleisch die Beratung der Ausschussmitglieder, um Bürgerfragen i.S.v. § 43a (1) NGO zu diesem Tagesordnungspunkt zuzulassen.

 

Herr Schild erklärt (für den ADFC), die Vorschläge der Verwaltung grdstzl. mitzutragen. Er wolle allerdings auch darauf hinweisen, dass linksseitige Radwege stets mit einem großen Gefährdungspotential verbunden seien. Er fordere die Verwaltung daher auf, ergänzende Maßnahmen zu prüfen, um die südwärts fahrenden Radfahrer zu einem Queren der Fahrbahn zu animieren. Ferner möge die Verwaltung prüfen, ob die Benutzungspflicht des Radweges in der Humboldtallee nicht aufgehoben werden könne.

 

Auch Herr Mönnich ist der Ansicht, dass der südwärts fahrende Radverkehr auf der Straße geführt werden könne, zumal in der Bühlstraße Tempo 30 gelte. Ein linksseitiger Radweg vermittle lediglich eine Scheinsicherheit.

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Herr Holefleisch dankt der Verwaltung für ihr schnelles Handeln. Er bitte jedoch darum, in Form einer tabellarischen Übersicht darzustellen, wo ähnliche Probleme mit zu schmalen Radwegen bestünden. Auch Herr Arnold schließt sich dieser Bitte an.

 

 

 

 

 
 

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