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41. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 27.04.2021 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:41 - 21:18 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: per Videokonferenz
Ort:
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Herr Presting, Koordinator aller Biodiversitätsprojekte von Sartorius, stellt das Projekt „Gewässerbiotop südlich Flüthwehr“ vor. Er merkt an, dass Sartorius Sponsor dieses Projektes ist, und das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen seit mehreren Jahren global eng verankert sei. Dabei hebt er die derzeitige Kooperation mit der Heinz-Sielmann-Stiftung und der Stadt Göttingen besonderes hervor. Man wolle am Flüthewehr eine Feuchtbiotopanlage anlegen, um die Themen Naherholung, Umweltbildung und Naturschutz zu vereinen.

Frau Dr. Koch, Mitarbeiterin der Heinz-Sielmann-Stiftung, ergänzt mit inhaltlichen Aspekten. Zunächst geht sie auf die Lage und Gestalt des neuen Feuchtbiotops ein. Ziel sei es ein ca. 16 ha großes erlebbares Biotop anzulegen mit mehreren Stillgewässern. Das angrenzende Grünland solle dabei extensiv gepflegt werden.

Darüber hinaus geht sie auf weitere Fakten und Herausforderungen ein. Hervorzuheben sei, dass östlich der Leine Wasserschutzgebiet vorhanden ist und hier Grabungen nur bis maximal 1m Tiefe erfolgen können. Hierbei solle eine Flutrinne mit Mulden auch Hochwasserereignissen entgegenwirken.

Fortführend geht sie auf die einzelnen Lebensräume für Amphibien, gel, Insekten und Pflanzen ein. Insbesondere das extensive Grünland stelle einen wertvollen Lebensraum dar. Anschließend geht sie auf das Naherholungskonzept für Besucher*innen ein. Die Arbeiten zur Herstellung des Biotops erfolgen über den Sommer. Ziel sei am 31.10.2021 das Feuchtbiotop feierlich einzuweihen. (Anmerkung: Die im Vortrag verwendete Präsentation ist im System Allris zu diesem Punkt hinterlegt.)

 

Frau Morgenroth bedankt sich für den hervorragenden Vortrag.

 

Herr Holefleisch merkt an, dass das Flüthewehr nicht barrierefrei sei. Er möchte wissen, wie man dieses Problem lösen wolle. Die Erreichbarkeit mit dem Fahrrad oder mit dem Rollstuhl müsse zukünftig gewährleistet werden. Gerade der Bereich im Norden von der Leine bis hin zum Flüthewehr, sei problematisch.

Frau Dr. Kochgt hinzu, dass an die Barrierefreiheit auf den Wegen und auch bei dem Steg über die Flutmulden gedacht worden sei.

Frau Czypull, Inhaberin des Büros für Freiraumplanung, ergänzt, dass das Flüthewehr nicht barrierefrei sei. Man habe dies in den Planunterlagenr das Genehmigungsverfahren angemerkt.

Frau Friedrich-Braun verdeutlicht, dass die Anlage vom Land Niedersachsen unterhalten werde und zwar vom Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Man könne das Thema dort erneut ansprechen.

 

Herr Dr. Welter-Schultes zeigt sich erfreut über die Planungen insbesondere, dass das Flüthewehr für die Öffentlichkeit mit dem Bau eines Steges zugänglich gemacht werde. Er schlägt vor, den deutschen Sandlaufkäfer (Cylindera germanica), eine seltene fer-Art, die offene Bodenstellen benötige, auch ein Habitat anzubieten. Darüber hinaus stimme er den Ausführungen von Herrn Holefleisch zu.

Herr Dr. Scherer bedankt sich für den Vortrag. Er merkt an, dass es hierbei jedoch primär um den Naturschutz gehe und nicht um die Ansiedlung spezieller Käferarten. Zudem möchte er wissen, wie die Teiche abgedichtet und wie die Amphibien dort angesiedelt werden.

 

Herr Dr. Joger fragt nach, ob die Beweidung der Flächen ganzjährig oder zeitweise erfolge.

Frau Walbrun bedankt sich ebenfalls für den informativen Vortrag und schließt sich der Frage von Herr Dr. Joger an.

 

Herr Grothey teilt die Begeisterung. Zudem möchte er wissen, wer die Kosten der Beweidung trage, da das Gebiet des Flüthwehrs zum Teil in der Stadt Göttingen und zum Teil im Landkreis Göttingen liege.

 

Herr Dr. Wiedemann betont, dass er den Termin r ein Akteurstreffen wahrnehmen werde. Dennoch benötige man eine stärkere Vernetzungsstruktur.

 

Herr Wachenhausen schließt sich den Anmerkungen zur Barrierefreiheit von Herrn Holefleisch vollumfänglich an. Bezüglich der Besiedlung des Biotopes fügt er hinzu, dass dies von selbst erfolge.

 

Frau Dr. Koch merkt an, dass man dem Vorschlag von Herrn Dr. Welter-Schultes bezüglich des deutschen Sandlaufkäfers nachgehen werde und sich genau anschaue, ob eine Ansiedlung in dem Gebiet möglich sei. Sie stimme der Aussage von Herrn Wachenhausen zu. Die Besiedlung eines Biotops entwickele sich grundsätzlich von allein. Eine Ansiedlung von speziellen Arten müsse man im Vorfeld abwägen und überlegen, ob dies Sinn mache. Die Frage der Beweidung habe man noch nicht abschließend geklärt, man tendiere aber zu einer temporären Beweidung. Besucher*innen werden jedoch abgehalten, sich frei auf dem Gelände zu bewegen, da ein dauerhafter Zaun um das Biotop gebaut werde.

Frau Czypull ergänzt, dass grundsätzlich die Stadt Göttingen für die Kosten der Beweidung aufkommen werde. Jedoch seien die Beweidungskosten bei größeren Weidetieren, so wie man es sich auch vorstelle, geringer. Dennoch werde Sartorius durch Gestattungsverträge unterstützend mitwirken, um die Kosten zu teilen.

Darüber hinaus müsse man zunächst die Dynamik des Biotops abwarten. Dann könne man sehen, welche Lebensräume dort entstehen und ggf. weitere Amphibien umsiedeln. Dies könne man in den nächsten Jahren besser abschätzen.

Eine Abdichtung der Teiche erfolge nicht, da dies durch den natürlichen Lehmboden reguliert werde.

 

Bezüglich der Nachfrage von Herrn Grothey erklärt Frau Friedrich-Braun, dass die Dauerpflege der Gesamtfläche, sowohl für den westlichen als auch für den östlichen Teil, die Stadt Göttingen übernehme.

 

Herr Prestinggt hinzu, dass das Biotop primär ein Naturschutzrefugium darstelle, um auch seltenen Arten Rückzug und genügend Raum zu geben. Bezugnehmend auf den deutschen Sandlaufkäfer werde das Biotop sich selbst regulieren, gerade auch durch die angesprochene Beweidung mit dem Entstehen offener Bodenstellen.

 

Herr Persting verweist auf eine Online-Informationsveranstaltung zu diesem Thema, die am 28.04.2021 stattfinde. Dazu lade er die Mitglieder des Ausschusses ganz herzlich ein.

 

Frau Morgenroth bittet darum, den Link zu dieser Online-Informationsveranstaltung den Mitgliedern des Ausschusses zukommen zu lassen.

 

Frau Dr. Koch sagt dies zu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sodann beschließt der Ausschuss einstimmig:

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich TOP 4 HSSVortrag_Umweltausschuss27042021 (7095 KB)      

Der Bericht wird zur Kenntnis genommen.

 

 
 

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