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24. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Schulausschusses
TOP: Ö 5.1
Gremium: Schulausschuss Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 27.08.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:40 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Ratssaal des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen
Ort:
Inter/0523/20 Gemeinsamer Dringlichkeitsantrag der SPD- und B90/Die Grünen-Ratsfraktionen betr. "27 Kinder sind zuviel - Kleinere Klassen für unsere Jüngsten!"
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:Interfraktionell Beteiligt:40-Fachbereich Schule
    Dezernat B - Personal, Schule und Jugend
 
Wortprotokoll
Beschluss

Frau Bury berichtet, dass bei der Einrichtung der neuen 1. Klassen an der Lohbergschule und der Wilhelm-Busch-Schule der maximale Klassenteiler von 27 Schüler*innen pro Klasse angewendet werde und die je zwei neuen Klassen daher maximal voll seien. Die Eltern sähen dies mit großer Sorge. Sie plädierten dafür, dass die zu erwartenden Zuzüge in den Schuleinzugsbereichen Berücksichtigung fänden und im Hinblick auf diese je eine weitere 1. Klasse eingerichtet werde. Durch die Entscheidung, nur zwei und nicht drei 1. Klassen an der Wilhelm-Busch-Schule einzurichten, werde von der Landesschulbehörde zudem verhindert, dass für diese Schule vorgesehene Kinder aus der Groner-Landstraße aufgenommen werden könnten und stattdessen an die Hagenbergschule verwiesen würden, da die Klassen maximal voll seien. Für eine gelingene Integration sei ein Schulbesuch dort aber wichtig. Die Verwaltung werde daher gebeten, sich mit der Landesschulbehörde in Verbindung zu setzen und eine Lösung zu erarbeiten, damit an den Schulen jeweils drei 1. Klassen eingerichtet werden können.

 

Herr Dr. Häntsch weist darauf hin, dass für die Festlegung des Klassenteilers das Kultusministerium verantwortlich sei. 27 Grundschulkinder pro Klasse seien im Hinblick auf Corona ein Skandal. Erfahrungsgemäß sei davon auszugehen, dass die Anzahl der Schüler*innen im Laufe des Schuljahres noch steige, was dann dazu führe, dass Klassen geteilt werden müssten. Dies mache pädagogisch keinen Sinn. Er frage sich aber, womit genau die Verwaltung durch den Antrag beauftragt werden solle.

 

Herr Siepmann meint, dass die Bündnis 90/Die-Grünen-Ratsfraktion eine wichtige Sache aufgegriffen habe. Er halte die von der Landesschulbehörde getroffenen Maßnahmen an den Schulen für unsinnig. Kleinere Klassen seien auch im Hinblick auf Corona sinnvoll. Zudem lägen die räumlichen Möglichkeiten vor.

 

Frau Schmidt bestätigt, dass der Schulträger die räumliche Ausstattung für weitere Klassen bieten könnte. Aus pädagogischen Gründen dürften die zahlreichen Schüler*innen aus der Groner Landstraße 9, die sonst ausschließlich der Leinebergschule zugeordnet wären, auf die Schulen aufgeteilt werden; dies sei positiv für die Integration der Schüer*innen.

Dennoch sei die Entscheidung der Landesschulbehörde rechtlich einwandfrei. Die Verwaltung habe in dieser Sache zwar bereits Gespräche mit der Landesschulbehörde geführt, könne diese aber wiederholen, wenn der Schulausschuss dazu einen Beschluss fassen würde.

 

Herr Wiedenmeier fragt, wann die Verwaltung Kontakt zur Landesschulbehörde aufnehmen könne.

 

Frau Schmidt antwortet, dass dies umgehend geschehen würde.

 

Frau Margraf findet es irritierend, dass sich 27 Kinder in einem Klassenraum befänden. Soweit sie wisse, sei die Wilhelm-Busch-Schule darauf eingerichtet gewesen, drei Klassen einzurichten. Nur weil die Landesschulbehörde es nicht genehmigt habe, dass die Schule Schüler*innen aus der Groner Landstraße aufnehme, sei nun die Bildung von lediglich zwei Klassen möglich.

 

Frau Stobbe weist darauf hin, dass es der Landesschulbehörde lediglich um eine geringere Ausstattung mit Lehrerpersonal ginge.

 

Herr Dr. Raubuch ist dafür dankbar, dass das Problem im Schulausschuss thematisiert werde. Für die Lehrer*innen und Schüler*innen seien die Bedingungen in großen Klassen schlecht. Die Bemühungen der Verwaltung seien anerkennenswert, jedoch handele es sich um einen politischen Skandal und man müsse direkt an das Kultusministerium herantreten, wenn der Antrag zum Erfolg führen solle. Die Landesschulbehörde habe Vorschriften, nach denen sie sich richten müsse. Was man brauche, sei ein Erlass des Kultusministerium. Es müssten also die politischen Parteien tätig werden. Denkbar sei auch ein Einsatz der Gewerkschaften. Darüber hinaus warne er davor, dass es passieren könne, dass die Stadt die Integration der Schüler*innen aus der Groner Landstraße nicht mehr bewältigen könne.

 

Auch Herr Dr. Häntsch ist der Meinung, dass man an das Kultusministerium, nicht an die Landesschulbehörde, herantreten müsse.

 

Auf Nachfrage von Frau Güntzler antwortet Frau Nagler, dass es an den anderen Grundschulklassen eher kleine Klassen gebe, die aktuellen Zahlen jedoch erst nach Erhebung der neuen Schulstatistik vorlägen. Weitere Problematiken seien an den Schulträger bislang nicht herangetragen worden.

 

Sodann fasst der Schulausschuss einstimmig folgenden

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Klassen teilen_Dringlichkeitsantrag (516 KB)      

Beschlussvorschlag:

 

Die Verwaltung wird beauftragt, umgehend mit de Niedersächsischen Landesschulbehörde, Regionalabteilung Braunschweig, Außenstelle Göttingen in Kontakt zu treten, um eine Lösung zu erarbeiten, damit zum Schulstart 2020 sowohl an der Lohbergschule als auch an der Wilhelm-Busch-Schule kleinere 1. Klassen eingerichtet werden.

 

 
 

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