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49. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke
TOP: Ö 10
Gremium: Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 09.01.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 21:41 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
FB61/1664/19
Ausbau der Straße Am Leinekanal sowie der angrenzenden Freifläche bis zur neuen Fußgängerbrücke
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Frau Hoffmann verweist auf die mit der Ladung übersandte Drucksache und erläutert diese. Der Straßenunterbau solle wegen der zunehmenden Belastungen grundlegend ertüchtigt werden. Die Gelegenheit solle zugleich genutzt werden, eine bessere funktionale Aufteilung des Straßenraumes zu realisieren. Übergeordnetes Ziel sei hierbei ein durchgehender Fußweg von der Reitstallstraße entlang des Leinekanals bis zur Groner-Tor-Straße. Im Bereich des neu gestalteten Robert-Gernhardt-Platzes sowie in einem Teilabschnitt zwischen Groner Tor und Goethe-Allee sei dies bereits gelungen. Jetzt solle die Lücke im Bereich der alten Stockleffmühle geschlossen und die Straße „Am Leinekanal“ fußgänger- und fahrradfreundlich umgestaltet werden.

 

Die Verwaltung schlage hierfür vor, den rdlichen Abschnitt (zwischen Mühlenstraße und Mühle) verkehrsberuhigt auszubauen und dendlichen Abschnitt (zwischen Mühlenstraße und Goetheallee) als Einbahnstraße auszuweisen. Eine solche Verkehrsregelung sei aus Sicht der Verwaltung in Anbetracht des sehr geringen Verkehrsaufkommens an dieser Stelleglich und praktikabel. Die durchgeführten Verkehrszählungen hätten ergeben, dass die gegenwärtig vorhandene Zweirichtungs­fahrbahn ohne Bedenken in eine Einrichtungsfahrbahn umgewandelt werden könne. Der Lieferverkehr würde dann stadteinwärts über die Straße Stumpfebiel und stadtauswärts über die Goethe-Allee erfolgen.

 

Durch die geplante Umgestaltung rden allerdings im nördlichen Abschnitt zehn vorhandene Anwohnerparkplätze entfallen; im südlichen Abschnitt hingegen könnten drei Anwohnerstellplätze erhalten bleiben.

 

Im Detail habe die Verwaltung je Abschnitt zwei Ausbauvarianten erarbeitet: Der rdliche Teil solle auf jeden Fall verkehrsberuhigt werden. Variante 1 sehe hierzu einen Ausbau entsprechend der Pflasterung in der Fußngerzone mit Mittelrinne vor. Am Übergang zum Robert-Gernhardt-Platz und zwischen den Bäumen auf der Kanalseite sollten Aufenthaltsflächen entstehen. Diese Variante sei die Vorschlagsvariante der Verwaltung. Variante 2 hingegen orientiere sich an der alten Straßenaufteilung mit Fahrbahn und Fußweg; hierbei nnten dann 5 Stellplätze für Autos erhalten bleiben und sollten auf die östliche Seite verlegt werden. Auf der westlichen Seite würden fünf Fahrradbügel installiert werden. Am Kanal sollten wie in Variante 1 Aufenthaltsbereiche angelegt werden.

 

Der dliche Abschnitt zwischen Mühlenstraße und Goethe-Allee solle als reine Anliegerstraße ausgebaut werden mit asphaltierter Fahrbahn und Flachborden. Die hierfür entwickelte Variante 1 sehe vor, dass dieser Straßenabschnitt von der Mühlenstraße aus dann nur noch als Einbahnstraße Richtung Goethe-Allee befahrbar re. Die Mühlenstraße sei i.Ü. auch bereits jetzt schon Einbahnstraße. Bänke und Lichtmasten sollten verhindern, dass auf dem Seitenbereich am Kanal widerrechtlich Autos abgestellt werden können. Dies sei aus Sicht der Verwaltung die bevorzugte Variante. In beiden Varianten seien 13 Fahrradstellpätze vorgesehen. Bei Variante 2 bliebe der Südabschnitt wie bisher in beide Richtungen befahrbar. Hierdurch könne dann allerdings nur an der Ostseite ein Fußngerweg realisiert werden. Ein homogener zusammenhängender Straßenbereich würde damit in der Straße „Am Leinekanal“ allerdings nicht entstehen.

 

Mit den Bauarbeiten solle im Laufe des Jahres begonnen werden; dieser Zeitpunkt biete sich an, weil die Göttinger Entsorgungsbetriebe in Kürze die Kanalrohre unter der Straße ohnehin erneuern müssten. Kanalbau und Straßenbau könnten dann „in einem Rutsch“ erledigt werden. Herr Ernst weist darauf hin, dass die reinen Straßenbauarbeiten voraussichtlich auf zwei Jahre (2020 und 2021) verteilt durchgeführt werden müssten.

 

Frau Hoffmann weist darauf hin, dass mit der heutigen Drucksache noch keine abschließende Entscheidung verbunden sei. Auf der Grundlage dieser Drucksache solle sofern der Ausschuss dem zustimme zunächst eine Informationsveranstaltung für die Anlieger und Grundstückseigentümer durchgeführt werden. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Bürgerbeteiligung werde die Verwaltung dann eine entsprechend überarbeitete Vorlage erstellen und dem Ausschuss zur abschließenden Beratung und Beschlussfassung vorlegen.

 

Herr Dr. Welter-Schultes spricht sich für Variante 1 aus. Der Entfall der Motorradstellplätze sei allerdings bedauerlich. Ggfs. könnten im Süden des Ausbauabschnittes neue Motoradstellplätze vorgesehen werden.

 

Auch Herr Feuerstein erklärt, Variante 1 mittragen zu wollen. Es handele sich hier um eine sinnvolle Maßnahme zur Aufwertung des Areals um den Robert-Gernhardt-Platzes. Der Entfall einiger Parkplätze sei seines Erachtens hinnehmbar, zumal sich auf den privaten Grundstücken zahlreiche Stellplätze befänden.

 

Frau Binkenstein spricht sich ebenfalls r Variante 1 aus. Allerdings sei auch sie der Auffassung, dass Bedarf für Motorradstellplätze bestehe.

 

Herr Dr. Wiedemann verweist darauf, dass ein Investor derzeit Überlegungen anstelle, im Bereich Stumpfebiel ein Hotel anzusiedeln. Er bitte um Auskunft ob die Stadt bei ihren Planungen ein entsprechend steigendes Verkehrsaufkommen berücksichtigt habe. Herr Lindemann erklärt, dass der durch das Hotel generierte Verkehrszuwachs nicht signifikant sei und keine veränderte Planung erfordere.

 

Herr Holefleisch präferiert ebenfalls Variante 1.

 

Herr Schu befürchtet, dass durch Einrichtung einer Einbahnstraßenregelung die gefahrenen Geschwindigkeiten steigen könnten. Aus Sicht von Frau Oldenburg sei eine Einbahnstraßenregelung u.U. kontraproduktiv; zumindest gestalte sich dadurch die Zufahrt zum Ruhstrat-Gelände sehr umwegig. Nach Überzeugung von Frau Walbrun ließen die festgestellten Verkehrsmengen einen Einbahnstraßenbetrieb zu.

 

Auf Nachfrage von Herrn Friebe teilt Frau Hoffman, dass mit dem Altenheim im Norden der Straße noch kein Kontakt aufgenommen worden sei. Aber auch hierzu solle ja die Bürgerinformationsveranstaltung dienen.

 

Aus Sicht von Frau ntzler komme dem Aspekt der Sichtbarmachung des Leinekanals eine große Bedeutung zu. Eine Kombination von Sitzbänken und Fahrradständern auf der Kanalseite sehe sie daher kritisch. Herr Lindemann stellt hierzu klar, dass auf der Westseite - mit Ausnahme einer kleinen Fläche nördlich der Mühlenstraße - ohnehin keine Fahrradständer vorgesehen seien. Herr Hilterhaus fordert in diesem Zusammenhang, den Leinekanal sauberer zu halten; ggfs. könne auch wieder mehr Wasser im Kanal fließen. Herr Arnold erläutert, dass der Wasserspiegel aus wasserrechtlichen Gründen nicht dauerhaft angehoben werden könne. Nach Kenntnis von Herrn Holefleisch liege dies v.a. in den Rechten des oberliegenden Turbinenbetreibers begründet.

 

Auf Nachfrage von Herrn Arnold teilt Frau Hoffmann mit, dass noch nicht feststehe, ob das Geländer entlang des Kanals ersetzt werden solle und falls ja, in welcher Form. Falls anstelle des bisherigen Geländers ein neues Geländer erstellt werden solle, so müsse dies so ausgebildet sein, dass es dem Anfahren mit einen Kfz standhalte. Herr Arnold fordert, dass in jedem Fall eine möglichst transparente Konstruktion – vergleichbar dem Metallgeländer südlich des Kanalübergangs auf der Ostseite bis zum „Teehäuschen“ - gewählt werde, um die Erlebbarkeit des Leinekanals nicht einzuschränken. 

 

Sodann beschließt der Ausschuss einstimmig:

Der Ausschuss stimmt der Durchführung einer Informationsveranstaltung mit den Anliegern und Eigentümern der Straße am Leinekanal zu.

 

Die in der in der Vorlage erläuterten Varianten 1 für den nördlichen als auch südlichen Bereich, der Straße Am Leinekanal sowie der angrenzenden Freifläche bis zur neuen Fußngerbrücke werden als Vorzugsvariante vorgestellt.

 
 

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