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24. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Grone
TOP: Ö 3.1
Gremium: Ortsrat Grone Beschlussart: vertagt (zurückgestellt)
Datum: Do, 26.09.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 20:00 - 22:20 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Bürgerhaus Grone, Martin-Luther-Str. 10, 37081 Göttingen-Grone
Ort:
FB61/1710/19 Bebauungsplan Göttingen-Grone Nr. 22 "Siekhöhe", 6. Änderung
- Aufstellungsbeschluss
- Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung Beteiligt:11-Verwaltungsstellen
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Frau Ortsbürgermeisterin Sterr begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt von der EBR, Projektentwicklung GmbH, Herrn Rafie, Herrn Schwindt und Frau Schubert, sowie Herrn Lopez von Fachdienst Stadt- und Verkehrsplanung der Stadt Göttingen.

 

Herr Lopez erläutert mit einer Präsentation (Anlage 2) die Planungsziele. Eins davon ist, die Erhöhung der Nutzbarkeit der Gewerbeflächen.

Die Verwaltungsvorlage beschäftigt sich mit dem Aufstellungsbeschluss und der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden.

Herr Schwindt ergänzt, dass sich dieser Bereich der Siekhöhe zu einem lebendigen Quartier entwickeln soll. Er ergänzt mit einer Präsentation der EBR (Anlage 3) diese Aussage. Geplant sei, hier einen Wissenschaftsstandort zu etablieren. Dazu sei eine starke Nachverdichtung in die Höhe notwendig. Die Planungs- und Bauzeit soll 7-10 Jahre betragen. Es sollen 4-7 geschossige Gebäude entstehen. Final seien 75.000 Bruttogrundfläche geplant. Begonnen werden soll mit zwei neuen Gebäuden für den Medizinlaborbedarf. Als letztes Gebäude sei ein „Bosco Vertikale“  (Mailand) vorgesehen.

Herr Schwindt betont, dass durch das Bauen in die Höhe weniger Fläche versiegelt wird.

Herr Lopez ergänzt, dass ein städtebaulicher Vertrag mit der EBR geschlossen werden soll.

 

Herr Schiferau fragt, ob denn auch die Nachbarn höhere Bauten errichten könnten. Herr Lopez antwortet, dass zurzeit keine Anfragen dieser Art durch Nachbarn vorliegen.

Da sich einige politische Anträge mit den Gewerbegebieten befassten und die Verwaltung beauftragt sei, sich planerisch hiermit zu befassen, schließt Herr Lopez eine Möglichkeit nicht aus, ggfls. muss hierzu auch eine Bebauungsplanänderung erfolgen.

 

Herr Rafie teilt auf die Frage von Herrn Eilert nach Wohnbebauungen und Immissionsschutz für die Nachbarn mit, dass keine Wohnbebauung vorgesehen sei.

 

Herr Grunwald begrüßt ausdrücklich die Planungen in diesem Gebiet. Seit 20 Jahren wird man von den Bürgerinnen und Bürgern auf diesen „Glasbunker“ angesprochen. Er beanstandet aber, dass es sich bei der Änderung des Bebauungsplanes um ein Verfahren nach §13a Baugesetzbuch (BauGB) handele. Er fordert eine Umweltprüfung. Der „Bosco Vertikale“ sei sicherlich ein großer Gewinn für den Standort, leider sei er aber im Aufstellungsbeschluss mit keinem Wort erwähnt. Achtgeschossige Bauten, ca.30m in die Höhe, neben der Autobahn seien schon eine erhebliche Verdichtung.

 

Herr Rafie erwidert, dass es sich um eine sehr nachhaltige Bebauung handele mit einer intensiven Begrünung. Er informiert weitergehend, dass es keine weitere Versiegelung geben wird durch die Bauten in die Höhe. Die bisherigen Planungskosten belaufen sich auf 180 000 Euro und die Machbarkeitsstudien auf 250 000 Euro. Es handele sich nicht, wie oft geäert, um ein „Filetstück“, denn dann hätte es nicht 20 Jahre keinen Interessenten gefunden.

Er weist ausdrücklich auf die geringere Co2-Produktion hin.

Herr Lopez antwortet, dass auf jeden Fall Umweltstudien erstellt werden. Er verweist auf den Hinweis in der Vorlage (Seite 2, 2. Spiegelpunkt „Festsetzung und Regelungen zu grünordnerischen Maßnahmen“). Eine Änderung des Flächennutzungsplanes sei nicht notwendig.

 

Frau Gerl-Plein beschäftigen einige Fragen:

  1. Abriss des alten Glasgebäudes.
  2. Beeinträchtigt die Höhe das Raumklima der anderen vorhandenen Gebäude.
  3. Wieviel kostet die Pflege des Waldes am „Bosco Vertikale“.

 

Sie erinnert daran, dass das damals ausgewiesene Gewerbegebiet für High Tech Unternehmen vorgesehen war, die sich aber leider nicht, wie geplant, angesiedelt hätten.

 

Herr Rafie antwortet, dass derGlaspalast“ nicht als erstes abgerissen werde, denn die ersten Gebäude entstehen an einer anderen Stelle des Geländes. Er sehe keine Beeinträchtigung der anderen Gebäude und die Kosten für den bewirtschafteten Wald belaufen sich 5-6 Euro pro qm im Jahr.

Es sollen sich dort nur Firmen ansiedeln, die zueinander passen und zwar auf 75 000qm. Gebaut wird erst, wenn ein Nutzer gefunden wurde. Es werden Mietverträge von 5-10 Jahren geschlossen. Eine Verschwendung von Grundfchen wird ausgeschlossen und neue Firmen werden sich ansiedeln.

Herr Lopez weist darauf hin, dass der Bebauungsplan nicht zwingend 1 zu1 mit den vorgestellten Visionen umgesetzt werden wird.

 

Frau Ortsbürgermeisterin Sterr findet, dass es sich bei dem Grundstückskomplex um das Herzstück der Siekhöhe handelt. Sie begrüßt ausdrücklich die neue Entwicklung einer mehrgeschossigen Bauweise für Gewerbebauten. Die bisherige überwiegende eingeschossige Bauweise in der Fläche sei nicht ressourcenfreundlich. Sie fordert, dass Umweltaspekte unbedingt untersucht werden müssen, denn durch diese lange Zeit des Brachliegensnne es sein, dass Flora und Fauna sich die Flächen zurück erobert haben. Auch regt sie an, die schon lange geforderte Busanbindung einzurichten und einen Betriebskindergarten zu prüfen.

Der „Bosco Vertikale“ sei die Besonderheit in diesem Komplex, der in der vorgelegten Beschlussvorlage aber nicht mit beschlossen würde, was sie sehr bedaure.

 

Herr Lopez sagt zu, dass das Gelände natürlich geprüft werde, insbesondere hinsichtlich Klimaaspekte. Eine Busanbindung werde ja bereits durch die GöVB in Richtung neuem Baumarkt geprüft und müsse dann weiter betrachtet werden. Wenn eine Ausgleichsfläche notwendig wird, dann wird diese auch in Grone realisiert. Da aber nicht beabsichtigt ist, weitere Flächen zu versiegeln, sondern die Geschossflächenzahl in die Höhe zu erweitern, erscheint es fraglich, ob Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind. Das Projekt insgesamt tut Grone und Göttingen sicherlich gut.

 

Herr Rafie ergänzt, dass diese Zukunftsvision so umgesetzt werden soll, wenn wirtschaftlich vertretbar und die politischen Gremien dem zustimmen.

In der heutigen Zeit seien die derzeitigen Festsetzungen nicht mehr vertretbar. Durch die vorgestellten Planungen werden 3000m² Parkanlage möglich, die vorher nicht umsetzbar seien.  Bisher sieht man von der Autobahn  eine Schallschutzwand und drei Pylone, wenn man an Göttingen vorbeifährt. Nun soll ein dynamischer Ansatz, bereits von der Autobahn, erkennbar sein. Die Abstandsrechte zu den Nachbarn werden gewährleistet. In Utrecht sei der „Bosco Vertikale“r sozialen Wohnungsbau nutzbar gemacht worden. In Mailand enthalte er nur Büroflächen. Es müsse nach deutschem Baurecht geprüft werden, welche Umsetzbarkeit hier möglich sei.

 

Herr Falkenberg fragt, wann eine Anhebung der Geschossflächenzahl(GFZ) auf 2,4 möglich sei. Herr Lopez antwortet, dass dies durch eine städtebauliche Begründung erreicht werden könne und die max. zulässige GFZ von 2,4 im Gewerbegebiet ist der aus Sicht des Gesetz(Verordnungs-)gebers notwendige Grenzwert für die in den Bebauungsplänen zur Gewährleistung einer geordneten städtebaulichen Entwicklung und sozialgerechten Bodennutzung vertretbare städtebauliche Bebauungsdichte.

Herr Falkenberg begrüßt ausdrücklich eine Entwicklung in die Höhe.

 

Herr Steckel meldet für die SPD-Ortsratsfraktion Beratungsbedarf an.

 

 

Der Ortsrat beschließt mit 8 Ja-Stimmen gegen 2 Nein-Stimmen:

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich 022_Praesentation OR Grone_2019-09-26 (2254 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich 2019-09-26_Präsentation_HQS_Ortsrat_Grone_EBR (2962 KB)      

In der heutigen Sitzung wird wegen Beratungsbedarf kein Beschluss gefasst.

 
 

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