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öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 4
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 12.09.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:03 - 18:12 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
 
Wortprotokoll
Beschluss

 

Herr Jung erklärt eingangs, dass das Rahmenkonzept durch die Verwaltung in Zusammenarbeit mit den freien Jugendzentren und der Politik erarbeitet worden sei. Teil desselben sei gewesen, eine Evaluation durchzuführen. Dies habe im letzten halben Jahr stattgefunden.

 

Frau Gabler und Frau Berger stellen die Ergebnisse der Evaluation vor. Das Rahmenkonzept sei vor sieben Jahren in Kraft getreten. Man habe sich bei der Evaluation weniger auf einzelne Einrichtungen als auf die Umsetzung des Rahmenkonzepts insgesamt konzentriert. Das Rahmenkonzept gelte für 16 Einrichtungen, davon 8 in städtischer Trägerschaft. Die Häuser hätten unterschiedliche Konzepte und Klientel, befänden sich aber häufig in Stadtteilen mit einem hohen Anteil an Sozialleistungsempfängern.

 

Die Datenerhebung habe von Januar bis Juli 2019 in Form von Interviews, standardisierten Fragebögen sowie der Arbeit mit verschiedenen Fokusgruppen stattgefunden. Insgesamt könne man feststellen, dass das Rahmenkonzept eine gute Grundlage geschaffen habe, die im Konzept genannten Inhalte aber noch nicht oder nicht wie vorgesehen umgesetzt worden seien.

 

Bei den positiven Aspekten sei zunächst die Finanzierung zu nennen, welche als verlässlicher und auskömmlicher wahrgenommen werde. Ebenfalls positiv benannt wurde die bessere Kooperation zwischen freien und städtischen Trägern sowie die Institutionen der Lenkungsgruppe und des Großarbeitskreises, obwohl bei der Arbeitsweise dieser Institutionen Verbesserungsbedarf gesehen werde. Schließlich sähen die Befragten insgesamt eine höhere Akzeptanz.

 

Zu den festgestellten Defiziten zähle unter anderem die Profilbildung, da statt Angebotsschwerpunkten eher eine breite Palette an Angeboten vorhanden sei. Bei den Übergängen von Kinder- zu Jugendhäusern gebe es noch Probleme. Die Kooperation mit Schulen gestalte sich zum Teil schwierig, da sich die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhäuser nicht als gleichberechtigte Partner wahrgenommen fühlten. Die Mitbestimmung der Kinder und Jugendlichen sei mehr Wunscherfüllung als Prozessgestaltung, wiewohl diese eine umfangreichere Mitbestimmung auch als lästig empfinden würden. In der Genderarbeit gebe es noch nicht genug Angebote und Räume für Mädchen und junge Frauen. Im Bereich Inklusion gebe es einen starken Willen, Unterschieden gerecht zu werden, allerdings seien zum einen nicht alle Einrichtungen barrierefrei, zum anderen fühlten sich die Mitarbeiter mithin unsicher oder überfordert. Interkulturalität sei, angesichts hoher Besucheranteile mit Migrationshintergrund, ein wichtiges Thema. Allerdings fehlten hier wie bei der Inklusion gemeinsame Definitionen und Handlungsstrategien. Stärkere Absprachen seien hier wünschenswert. Probleme würden auch von den Mitarbeitern gesehen. Vor allem die personellen Ressourcen würden als nicht ausreichend angesehen. Daneben würden sowohl von Mitarbeitern als auch Kindern und Jugendlichen die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten als zu klein bewertet.

 

Frau Gabler, Frau Berger und Herr Jung beantworten Fragen aus dem Ausschuss. Zu den Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen würden auch solche mit körperlichen Behinderungen gerechnet. Eine Übersicht der Einrichtungen im Hinblick auf den Grad ihrer Barrierefreiheit gebe es nicht. Generell seien jüngere Einrichtungen in der Hinsicht besser geeignet. Weitere Informationen dazu könnten von interessierten Bürgern bei Herrn Jung abgefragt werden. Bei der Kooperation mit Schulen gebe es keine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, da die Kinder- und Jugendhäuser von den Schulen eher als Dienstleister angesehen würden. Kinderschutz werde im Rahmenkonzept thematisiert, wurde aber nicht evaluiert. Das von der Stadt Göttingen erstellte Ablaufschema sei den Einrichtungen aber bekannt. Fragebögen seien nur an Jugendliche ausgegeben worden. Der Rücklauf nach Einrichtungen sei nicht im Bericht festgehalten worden.

 

Herr lscher äert, dass die finanzielle Ausstattung mit den Leistungs- und Budgetverträgen besser sei, allerdings seien die städtischen Einrichtungen nach wie vor bessergestellt. Frau Lau stimmt dem zu. Sie ergänzt, dass die Einrichtungen in der Lenkungsgruppe „Jahresthemen“ besprechen würden. Inklusion sei bisher noch nicht als Thema aufgerufen worden, werde aber zeitnah behandelt. Herr Tom Schmidt äert in Bezug auf Profilbildung, dass diese nicht unbedingt notwendig sei, wenn das Klientel aus der Umgebung komme. Er halte Fortbildungen über die Jahresthemen hinaus für wichtig. Insbesondere in der Genderarbeit müsse man über die binäre Arbeit hinaus die Bedürfnisse der LGBTQ-Gemeinde aufgreifen. Herr Dames meint, dass die Schulen aufgrund ihres umfangreicheren Personals eher in der Lage seien, sich durchzusetzen. Das Rahmenkonzept und seine Bausteine seien eine gute Grundlage, aber man müsse sich regelmäßig den Stand der Umsetzung ansehen.

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Zoom_PP_Evaluation_Rahmenkonzept_JHA, 12.09.19 (1210 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Bericht zur Evaluation des Rahmenkonzeptes (1868 KB)      

 

 

 
 

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