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25. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 4
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Do, 15.08.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:03 - 17:49 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
GöALR/0003/19 Antrag der Göttinger-Linke/ALG- Ratsgruppe betr.: „Sofortprogramm für Kinder aus der Groner Landstraße 9a-c“
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:Göttinger Linke/ALG-Ratsgruppe Beteiligt:51-Fachbereich Jugend
    Dezernat B - Personal, Schule und Jugend
 
Wortprotokoll
Beschluss

 

Herr Klaus Schmidt erklärt eingangs, dass man eigentlich eine schriftliche Stellungnahme zugesagt habe. Angesichts der Komplexität des Themas habe man sich aber für einen Vortrag entschieden.

 

Frau Teepe, Jugendhilfeplanerin der Stadt Göttingen, und Frau Petrova vom Verein „Jugendhilfe Göttingen e.V.“ erläutern die Situation rund um die Groner Landstraße. Die Jugendhilfeplanung habe mit dem allgemeinen Sozialdienst der Stadt Göttingen kooperiert, Begehungen vor Ort vorgenommen und alle Akteure vor Ort kontaktiert, um die Situation und Probleme zu ermitteln. Als Handlungsfelder bzw. Ziele seien unter anderem die Schaffung niedrigschwelliger Angebote und Verbesserung der Netzwerkarbeit formuliert worden. Vom demographischen Aspekt her habe man festgestellt, dass die Anzahl der Bewohner insgesamt als auch jene der minderjährigen Bewohner in den vergangenen Jahren stark gestiegen sei. Die größte Gruppe unter den Kindern stamme aus Rumänien. Angesichts mangelnden Wohnraums werde sich an dieser Situation kurzfristig nichts ändern. Dies schaffe Bedarf an vielfältigen Angeboten, unter anderem an Kindergartenplätzen.

 

Der Verein Jugendhilfe kooperiere mit der Stadt Göttingen bei der Ausgestaltung zukünftiger Angebote. Kontakt zu den Familien erhalte man über das Jugendhaus Gartetalbahnhof. Zugang zu Kindertagesstätten (Kita) gestalte sich nicht nur wegen des Mangels an Betreuungsplätzen schwierig. Es müsse den Eltern zum Teil der Wert von institutioneller Kinderbetreuung nahegebracht werden. Zudem seien die Familien nicht mobil, weshalb Einrichtungen im direkten Umfeld vorgezogen würden, insbesondere die Kita in der Gartenstraße. Kinder im Jahr vor der Einschulung würden häufig eine Kita besuchen, allerdings wäre dies aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse schon früher nötig. Kurzfristig könne man sich als Maßnahmen Integrationskurse für Eltern, eine Großtagespflegestelle für Kinder im letzten Jahr vor der Schule sowie eine mobile Kita vorstellen.

 

Frau Teepe und Frau Petrova antworten auf Fragen aus dem Ausschuss. Angebote würden von den Bewohnern grundsätzlich angenommen, allerdings seien die Arbeitsbedingungen vor Ort nicht immer günstig. Man arbeite daran, einen Raum im Gebäude Groner Landstraßer die Familienarbeit zu bekommen. Wie viele Personen sich im Leistungsbezug befänden, könne zurzeit nicht gesagt werden. Dies müsste im Rahmen der Sozialraumplanung festgestellt werden. Akzeptanz von Kindertagesstätten sei insofern da, als sich bereits 21 Kinder auf der Warteliste der Kita Gartenstraße befänden. Die Platzvergabe erfolge über Vergabekriterien, die je nach Träger unterschiedlich seien. Es gebe Fälle von minderjährigen Schwangeren, die ebenfalls Betreuungsplätze benötigten. Aufgrund des nicht bedarfsgerechten Angebots an Krippenplätzen wolle man die Problematik mit Familienhebammen auffangen. Unter bestimmten Bedingungen hätten Mütter Anspruch auf einen Deutschkurs, was auch oft wahrgenommen werde. Bei den Kindertagesstätten seien die Kitas Gartenstraße und Rosdorfer Weg im Fokus. Man müsste prüfen, ob ein Zugang zur Kita Leinepiraten im Brauweg möglich sei, obwohl diese schon verhältnismäßig weit entfernt sei. Herr lscher äert dazu, dass es Versuche in diese Richtung gebe, eine Begleitung zur Kita allerdings personalintensiv sei. Frau Mecke meint, dass man die Möglichkeit eines Fahrdienstes prüfen könnte.

 

Frau Maria Schmidt erklärt, dass die Verwaltung im Rahmen der Bedarfs- und Ausbauplanung bestrebt sei, ein bedarfsgerechtes Angebot herzustellen. Sie begrüße zudem den Gedanken einer Großtagespflegestelle. Herr Klaus Schmidtgt hinzu, dass das grundsätzliche Problem der Mangel an Betreuungsplätzen sei, woran auch ein Fahrdienst nichts ändern könne. Frau Mecke äert, dass man Initiative zur Schaffung von Betreuungsplätzen im Zusammenhang mit Bauprojekten wie etwa der Sparkasse zeigen könne.

 

Herr Friebe erklärt, dass auch weitere Angebote vor Ort nichts daran ändern würden, dass die Groner Landstraße kein geeigneter Wohnort für Kinder beziehungsweise Familien sei. Herr lscher stimmt zu, dass dies kein Ort für Kinder sei, allerdings sei man mit dem Zuzug an die Örtlichkeit konfrontiert und man müsse kreative Lösungen finden. Herr Mafinda äert, da es sich um keinen normalen Ort für Familien handle, dass man die Möglichkeit einer Umsiedlung der dort lebenden Personen prüfen könnte.

 

Frau Meyer stellt abschließend fest, dass der Ausschuss die genannten Maßnahmen, also Integrationskurse, eine mobile Kita und eine Großtagespflegestelle, unterstütze. Zur finanziellen Machbarkeit meint Frau Maria Schmidt, dass dies eventuell im Rahmen eines Nachtragshaushaltes berücksichtigt werden könne.

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Präsentation Groner Landstraße (430 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anbieterübersicht (3197 KB)      

 

 

 
 

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