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22. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 23.05.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:30 - 18:40 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum THORN (126), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
B' 90/0301/19 Antrag der B'90/Die Grünen-Ratsfraktion betr."Denkmäler für verdienstvolle Bürgerinnen der Stadt Göttingen"
     
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:Bündnis 90/Die Grünen-Ratsfraktion Beteiligt:41-Fachbereich Kultur
    Dezernat C - Soziales und Kultur
 
Beschluss

r die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen erläutert Herr Harms den Antrag und führt ergänzend aus, dass es sich bei den genannten Frauen nicht um eine abschließende Liste handele und diese, wie als Auftrag an die Verwaltung formuliert, mit weiteren Namen ergänzt werden könne. Grundsätzlich halte seine Fraktion die in der Öffentlichkeit festzustellende geringe Repräsentanz bedeutender Frauen für einen Anachronismus und es sei Zeit für einen Wechsel.  

Herr Arndt verweist ergänzend im Zusammenhang mit dem 70-jährigen Jubiläum des Inkrafttretens des Grundgesetzes darauf, dass mit Elisabeth Selbert ein Mitglied des Parlamentarischen Rates in Göttingen promoviert habe.

Nach Aussage von Frau Broistedt werde eine Steigerung der Repräsentanz von verdienten Frauen in der Öffentlichkeit von der Verwaltung ausdrücklich begrüßt. Die im Zusammenhang mit dem Antrag geforderte Aufstellung von Denkmälern allerdings werde kritisch gesehen, da eine figürliche Darstellung verdienter Personen nach Ansicht der Verwaltung nicht mehr zeitgemäß sei. Insofern sei zu überlegen, ob statt einer figürlichen Darstellung einzelner Personen ggf. nicht eine thematische Form der Ehrung gewählt werden sollte. Auch sei zu klären, aus welchen gesellschaftlichen Gruppen und Bereichen die zu ehrenden Frauen ausgewählt werden sollen.

Darüber hinaus sei die Umsetzung eines Denkmals mit sehr hohem organisatorischen und finanziellen Aufwand verbunden. Im Zusammenhang mit der im Antrag geforderten Einwerbung von Drittmitteln und Sponsorengeldern führt sie aus, dass die Kulturverwaltung dies für ihr jährliches Veranstaltungsprogramm bereits umfangreich praktiziere und dieses, auch weil es i. d. R. immer dieselben Unterstützerinnen und Unterstützer seien, nicht weiter gesteigert werden könne. Darüber hinaus bemühe sich die Stadt auch für Projekte wie das Kunsthaus dauerhaft um Unterstützung Dritter. Sollte eine Finanzierung über Spenden und Sponsoring nicht möglich sein, so müssten entsprechende Ansätze im Haushalt etatisiert werden.  

Frau Dr. Sors erklärt, dass sie den Antrag grundsätzlich begrüße und es in der Tat kein Denkmal für bedeutende Frauen in Göttingen existiere. So gebe es zwar r die sehr bedeutende Wissenschaftlerin Emmy Noether eine Gedenktafel, dieses aber sei angesichts ihrer Bedeutung für die Mathematik und die Göttinger Universität viel zu wenig. Insofern gebe es im Zusammenhang mit einer Recherche nach bedeutenden Frauen sicher Überschneidungen mit der Universität und sie empfehle eine Aufnahme von Gesprächen.

Frau Müller erklärt, dass sie über diese Initiative sehr erfreut sei und über die Inhalte noch diskutiert werden könne. Bezüglich der Finanzierung sei sie zuversichtlich, dass zu diesem Thema ggf. neue Finanzierungsquellen erschlossen werden können.

Gegen den Vorschlag von Herrn Arndt, dem anwesenden Bildhauer Joachim Eriksen das Wort zu erteilen, erhebt sich kein Widerspruch.

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Herr Eriksen erklärt, dass er aufgrund der im Antrag formulierten Initiative ein „posting“ im Internet abgesetzt und darauf zahlreiche positive Rückmeldungen erhalten habe. Grundsätzlich sollte nach seiner Aussage ein Denkmal „zeitgemäß und zukunftsweisend“ und die Finanzierung müsse gesichert sein. In diesem Zusammenhang verweise er auf die von ihm am Albaniplatz vor seinem Atelier am Wall aufgestellte Skulptur „Die Läuferin“, die mit Unterstützung der Verwaltung und der Göttinger Bevölkerung realisiert werden konnte.

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Nach Ansicht von Herrn Holefleisch sein die Fragen nach der Finanzierung sowie Art und Weise eines Denkmals zunächst zweitrangig. Hier gebe es einen Antrag mit einem klaren Auftrag bezüglich der Aufstellung einer Liste an die Verwaltung. Erst in einem zweiten Schritt könne dann über die Finanzierung gesprochen werden. Für eine Einwerbung von Sponsoring- und Drittmitteln sei eine Liste mit zu ehrenden Frauen notwendig und er verweise im Übrigen auf die Göttinger Kulturstiftung.

Bezüglich der Bemerkung von Frau Broistedt, ggf. über eine Ehrung verdienstvoller Frauen im Zusammenhang mit einem Thema nachzudenken erklären Herr Holefleisch und Herr Harms, dass explizit einzelne Frauen benannt und ein Denkmal bekommen sollen. Ggf. ließen sich hierfür Sponsoren aus der Göttinger Bürgerschaft finden.  

Aufgrund von Erfahrungen im Zusammenhang mit einer Denkmalaufstellung weist Herr Beck darauf hin, dass dieses je nach Bekanntheit der Künstlerin/des Künstler und des Materials ggf. sehr hohe Herstellungs- und Honorarkosten bedeute. Darüber hinaus müsse ein künstlerisches Gestaltungskonzept entwickelt und ggf. ein regionaler oder überregionaler Skulpturenwettbwerb ausgerichtet werden. Dies erfordere neben erheblichen finanziellen Mitteln sehr viel Zeit und Aufwand, der von der Kulturverwaltung nicht nebenbei geleistet werden könne. Auch halte er die Aufstellung einer figürlichen Plastik/Skulptur vor dem Hintergrund der Diskussion über Denk-Mäler und Ehrungenr nicht mehr zeitgemäß.

Herr Dr. Böhme gibt zu bedenken, dass eine Auswahl von einzelnen Frauen immer subjektiv und unvollständig sein werde und eine stationäre Ehrung daher schwierig sei.

Auf den Hinweis von Herrn Harms, dass dann Ehrungen wie z. B. die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes entfallen müssten verweist Herr Dr. Böhme darauf, dass mit der von der Stadt Göttingen praktizierten Aufhängung von Gedenktafeln ein dynamisches Denkmal geschaffen worden sei.

Herr Siepmann erklärt, dass er den Argumenten der Verwaltung grundsätzlich folgen könne und auch er die Ansicht vertrete, dass die Aufstellung eines Denkmals eher nicht mehr zeitgemäß sei. Von daher schlage er vor, dem Antrag bezüglich der Vorlage einer Liste mit entsprechenden Namen von Frauen zuzustimmen, den Halbsatz bezüglich der Realisierung der Denkmäler und der Erarbeitung eines Finanzierungsvorschlags zu streichen.

Frau Bury erklärt, dass für die SPD-Ratsfraktion dieses Thema wichtig sei, weiter verfolgt werden müsse und insofern dem Antrag zugestimmt werde. Grundsätzlich schlage sie vor, die Stellungnahme der Verwaltung abzuwarten.

Nach Aussage von Frau Güntzler werde von Seiten der CDU-Ratsfraktion dem Ansinnen, bedeutende Frauen in der Öffentlichkeiten präsenter zu machen, ebenfalls grundsätzlich zugestimmt.

Herr Arndt resümmiert, dass er der Diskussion eine einmütige Zustimmung zu dem Antrag entnehme und dass eine Stellungnahme/Vorlage der Verwaltung abgewartet werden solle. Frau Broistedt ergänzt, dass eine Vorlage voraussichtlich frühestens in der August-Sitzung dieses Ausschusses erfolge. Hiergegen erhebt sich kein Widerspruch.    

 
 

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