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22. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle
TOP: Ö 3
Gremium: Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 23.05.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:30 - 18:40 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum THORN (126), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
 
Beschluss

Frau Broistedt verweist bezüglich der mit dem MWK geführten Zielvereinbarungsgespräche für das DT darauf, dass von Seiten des Ministeriums für die Haushaltsberatungen des Kabinetts eine Verstetigung der 2019 einmalig bereitgestellten Haushaltsmittel der sog. „politischen Liste“, eine pauschale Tarifsteigerung i. H. v. 2 % und darüber hinaus weitere 3 Mio. Euro für eine Förderung der kommunalen Theater in Niedersachsen angemeldet wurden. Die nächste Beratung sei am 19.06.2019 geplant.

Herr Beck verweist auf die Veranstaltungen des Göttinger Kultursommers und des nunmehr feststehenden Programms für das Open-Air-Festival „KWP - Musik im Wald“, die beide in diesem Jahr unter neuer Leitung geplant und durchgeführt würden.

Weiterhin verweist er auf

-  die noch bis zum 21.06.19 im Alten Rathaus im Rahmen des Netzwerkes „Mayors for

   Peace“ präsentierte Ausstellung „50 Städte-50 Spuren“,

-  die am 09.06.19 in Torun geplante Verleihung des Samuel-Bogumil-Linde-Preises an

  Szczepan Twardoch und Christoph Hein. Darüber hinaus sei auch eine Festver-

   anstaltung anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Deutsch-Polnischen Gesellschaft

   Torun geplant.

- die am 15.06.19 geplante „Nacht der Kultur“,

- die in der Zeit vom 13. bis 16.06.19 geplanten dischen Kulturtage und

- die 11. ttinger Märchenwoche“ vom 07. bis 23.06.19.

Herr Dr. Böhme verweist auf den vom Ausschuss geäerten Wunsch, im Rahmen der in der letzten Sitzung beschlossenen öffentlichen Gedenkveranstaltung zum 75-jährigen Ende des 2. Weltkrieges nach möglicherweise noch lebenden ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern zu recherchieren. Die Verwaltung habe hierzu Frau Dr. Tollmien um Auskunft gebeten, die seinerzeit im Auftrag der Stadt Göttingen die Geschichte der Zwangsarbeit im Stadtgebiet aufgearbeitet habe. Frau Dr. Tollmien antwortet darauf wie folgt:   

Der 2. WK ist 80 Jahr her, also sind alle ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter heute mindestens zwischen 90 und 100 Jahre alt.

Die ersten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die nach Göttingen kamen, waren im Oktober 1939 Polen, die alle über 20 Jahre, teilweise schon 40 Jahre alt waren. Diese sind also heute schon deutlich über 100 Jahre alt. Gleiches gilt für die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Westeuropa, die 1942/43 nach Göttingen kamen. Sie waren damals alle mindestens 20 Jahre alt, sind also heute mindestens zwischen 96 und über 100 Jahre alt, immer vorausgesetzt, dass sie noch leben.

Die jüngsten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter waren die sog. Ostarbeiter, darunter auch einige Kinder. Der Jüngste war 8 Jahre alt und starb 2001. Die Kinder kamen alle aus Weißrussland, also aus einem Land, wo es besonders schwer ist, jemanden nach Deutschland einzuladen und die entsprechenden Genehmigungen und Visa zu bekommen. Außerdem habe ich zu niemanden dort mehr Kontakt und gehe im übrigen davon aus, dass die meisten dieser damaligen Kinder ebenfalls heute nicht mehr leben.

Den längsten Kontakt hatte ich zu einer ehemaligen Zwangsarbeiterin, die 13 Jahre alt war, als sie nach Deutschland kam. Der Kontakt brach 2014 mit der Annektion der Krim ab.

Die meisten "Ostarbeiter" stammten aus der Ukraine und von diesen wiederum die meisten aus der Ostukraine, in der bekanntlich Krieg herrscht.  Ich habe zu niemanden dieser ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter heute noch Kontakt. Von einigen weiß ich, dass sie - wie beispielsweise Jelena Kijan, die ja 1942 als 16-hrige nach Göttingen kam und uns hier 2003 besucht hat - inzwischen gestorben sind. Aber von vielen anderen werde ich das nicht erfahren.

Herr Dr. Böhme resümiert, dass es nach seiner Ansicht faktisch unmöglich sei, ggf. noch lebende ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zu finden. Sollte es noch lebende Personen geben, so stelle sich für ihn die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Einladung nach ttingen.

Bezüglich der in der letzten Ausschusssitzung beschlossenen gemeinsam mit der Uni Göttingen zu planenden Gedenkveranstaltung verweist Herr Dr. Böhme auf Gespräche mit Herrn Prof. Dr. Dirk Schumann und Herrn hring, die an einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung mit der Stadtttingen grundsätzliches Interesse signalisiert hätten. Verwiesen werde in diesem Zusammenhang aber auf den Präsidentenwechsel, der abgewartet werden sollte.

Frau Ershova verweist auf die am 28.05.19 von Stadt und Universität gemeinsam geplanten Veranstaltungen zum 7. bundesweiten „Diversity-Tag“ zum Thema Gewichtsdiskriminierung.

Herr Arndt verweist auf das vom KAZ mit Unterstützung dieses Ausschusses eingerichteten „Freiraumprojektes“, für das die Einsetzung einer Jury vorgeschlagen werde. Gegen seinen Vorschlag, dass er und Frau Güntzler als seine Stellvertreterin diesen Ausschuss in der Jury vertreten, erhebt sich kein Widerspruch.

 
 

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