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32. (außerordentliche) öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke
TOP: Ö 2
Gremium: Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Fr, 14.12.2018 Status: öffentlich
Zeit: 15:00 - 15:35 Anlass: Außerordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum CHELTENHAM (118), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
FB61/1612/18-1 Bebauungsplan Göttingen Nr. 250 "Weender Tor West"
- Auslegungsbeschluss
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
  Bezüglich:
FB61/1612/18
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

 

Herr Edler erläutert die geänderte Ausschussvorlage. Dabei sollen im westlichen Teilbereich statt einer Riegelbebauung zwei Solitäre zulässig sein. Hinsichtlich der Geschossigkeit und der Gebäudehöhe sei keine Änderung vorgesehen; die GFZ werde von 1,7 auf 1,2 reduziert. Im Vergleich zum Istzustand sei dennoch eine stärkere Ausnutzung um ca. 1200 qm Geschossfläche gegeben.

 

Herr Dienberg ernzt, dass Handlungsbedarf aufgrund einer im Jahre 2019 auslaufenden Veränderungssperre bestehe. Es wurde eine Bauvoranfrage für die Errichtung eines Parkhauses eingereicht. Das Parkhaus widerspreche dem Innenstadtleitbild; außerdem sei gutachterlich nachgeweisen worden, dass das geplante Parkhaus an dem Standort unzulässig sei, weil die Erschließung nicht gesichert sei. Gegen die Veränderungssperre seien Rechtsmittel eingelegt worden.

 

Frau Binkenstein spricht sich gegen die Solitäre und für eine Riegelbebauung aus. Ruhiges Wohnen sei nur gewährleistet, wenn der durch den Kraftfahrzeugverkehr auf der Berliner Straße erzeugte Lärm durch die Riegelbebauung zurückgehalten werde. Darüber hinaus halte sie in Zeiten knappen Wohnraums eine Reduzierung der Geschossfläche für nicht akzeptabel.

 

Herr Becker spricht sich für die geänderte Vorlage mit den Solitären aus. Hinsichtlich des Verkehrslärms könnten Lösungen in Abstimmung mit dem Investor gefunden werden.

 

Nach Meinung von Herrn Feuerstein sind schnelle Entscheidungen unter Zeitdruck grundsätzlich ungünstig. Die Lärmproblematik könne jedoch gelöst werden, indem transparente Verbindungen zwischen den Solitären geschaffen werden. Von einer Reduzierung der Geschossfläche könne nicht ausgegangen werden, weil im Vergleich zum Bestand noch deutlich mehr Wohnraum geschaffen werde. Insofen spreche er sich für die Solitärbebauung aus.

 

Herr Welter-Schultes begrüßt die geänderten Planungen, weil sie städtebauliche Erwägungen berücksichtige und nicht über die Maßen „investorengesteuert“ seien. Zudem werde so der Charakter des Walls hinreichend gewürdigt.

 

Frau Binkenstein weist noch einmal daraufhin, dass die Stadt dringend Wohnraum benötige.

 

Herr Grothey bemängelt, dass die Stadt sich schwertue, wenn es darum gehe, die Schaffung von Wohnraum konkret umzusetzen. Eine Zustimmung zur vorgeschlagenen Vorlage könne er nicht geben, weil diese einen Verzicht von immerhin 1400 qm Wohnfläche bedeute. Insofern sollten die Sichtbeziehungen zum Wall dem Interesse zur Schaffung von Wohnraum untergeordnet werden.

 

Herr Dienberg betont, dass der Bereich zum Weichbild der Stadt gehöre und eine erhebliche Wertigkeit für die Stadt habe. Insofern müssen der städtebaulichen Figur und der Gebäudegesaltung eine besondere Bedeutung beigemessen werden.

 

Herr Hilterhaus sieht in der Riegelbebauung einen schlimmen Umgang mit historischen Bauten.

 

Herr Wedrins bemängelt in der Vorlage das Fehlen einer Erörterung zu der Bebauungsproblematik. Er betont, dass es auch hier darum gehe, die Lebensqualität zu optimieren. Die Riegelbebauung könne auch durchlässiger gestaltet werden. Im Übrigen gebe es an anderer Stelle genügend Sichtbeziehungen zum Wall.

 

Frau Binkenstein ergänzt, dass die Riegelbebauung auch gegliedert werden könne, wie sie schon anderswo im Stadtgebiet umgesetzt sei.

 

Herr Welter-Schultes gibt zu Bedenken, dass auch an vielen anderen Stellen des Walles dem Schallschutz nicht in optimaler Weise Rechnung getragen werde und vor den Wall eine Riegelbebauung gesetzt wird.

 

 

 

 

Sodann beschließt der Ausschuss mehrheitlich mit 8 Ja und 4 Nein-Stimmen:

 

 

 

Beschlussvorschlag:

 

1.Dem Entwurf zum Bebauungsplan Göttingen Nr. 250 „Weender Tor West“ wird zugestimmt.

 

2.Die Verwaltung wird beauftragt, für den o.g. Bebauungsplan die erforderliche Auslegung gem. § 3 Abs.2 BauGB sowie die Beteiligung der Behörden gem. § 4 Abs. 2 BauGB durchzuführen.

 

3.Ziele und Zwecke der Planung:

 

-Städtebauliche Gestaltung der nördlichen Torsituation zur Innenstadt

-Entwicklung einer Mischnutzung (Wohnen und Gewerbe)

-Festsetzung eines Urbanen Gebietes (MU) gem. § 6a BauNVO unter Ausschluss von Einzelhandelsbetrieben, Vergnügungsstätten sowie Tankstellen

-Entwicklung einer Neubebauung mit einer dem Standort angemessenen Maßstäblichkeit und baulichen Dichte durch Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung und zu den überbaubaren Grundstücksflächen

-Freistellung der Wallanlage

-Gewährleistung der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs durch Festsetzungen von Zufahrtsbereichen

-Festsetzung von Straßenverkehrsflächen

 

4.Geltungsbereich:

 

Der Geltungsbereich umfasst das Flurstück Gemarkung Göttingen Nr. 294 (ehemaliges Grotefendehaus Berliner Straße 1/1a sowie Weender Landstraße). Weiterhin sind die nördlich angrenzende Straßenflächen, ein Teil des Kreuzungsbereiches Weender Landstraße / Berliner Straße sowie der östlich gelegene Heinz-Erhardt-Platz vom Geltungsbereich erfasst.

Der Geltungsbereich wird im Wesentlichen begrenzt im Norden durch die Berliner Straße, im Westen durch den Leinekanal, im Süden durch den Wall und im Westen durch die Weender Landstraße. Der Geltungsbereich umfasst eine Fläche von ca. 11.000 m².

Maßgeblich ist die Planzeichnung im Maßstab 1:500

 

Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes Göttingen Nr. 250 wird ein kleiner Teilbereich des Bebauungsplans Göttingen Nr. 59 „Weender Tor – Nord“ 2. Änderung überplant. In diesem Abschnitt des Kreuzungsbereiches Weender Landstraße / Berliner Straße befand sich die ehemalige Fussgängerüberführung.

 

 

 
 

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