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31. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke
TOP: Ö 2
Gremium: Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 06.12.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 20:55 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende, Seminarraum in Haus 6; Dachgeschoss
Ort: Seminarraum in Haus 6 (Dachgeschoss) - barrierefrei erreichbar)
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Herr Ibold erläutert, dass das Evangelische Krankenhaus am Standort Weende eine bauliche Erweiterung plane. Zwischen dem Evangelischen Krankenhaus und der Stadt Göttingen habe Einvernehmen dahingehend erzielt werden können, dass hierzu zunächst ein Rahmenplan erarbeitet werden solle. Dieser liege nunmehr vor und solle heute vorgestellt werden. Auf der Grundlage dieses Rahmenplanes solle dann in einem nächsten Schritt das notwendige Bebauungsplanverfahren durchgeführt werden. Das Evangelische Krankenhaus sei derzeit noch auf mehrere Standorte verteilt; langfristig sei jedoch geplant, den Standort Lenglern aufzugeben. Am Standort Weende solle daher ein Neubau entstehen, mit dem die angestrebte Einhäusigkeit umgesetzt werden könne. Die bisher in Lenglern angesiedelte Lungenfachklinik solle mit ihren 86 Betten in den geplanten Neubau („Haus 3) einziehen. Die Gebäudesubstanz des sich derzeit dort noch befindlichen Bestandsgebäudes werde sich dabei nicht erhalten lassen, so dass hier ein kompletter Neubau vorgesehen sei.

 

Langfristig seien jedoch darüber hinaus noch weitere Bauabschnitte auf dem Areal des Weender Krankenhauses erforderlich. Zur Koordinierung der verschiedenen Erweiterungs- resp. Modernisierungsmaßnahmen habe das Evangelische Krankenhaus Weende den bereits erwähnten Rahmenplan erarbeitet, der die Grundlage r alle weiteren Verfahrensschritte bieten solle.

 

Sodann erläutert Herr Ibold den Rahmenplan im Detail. So sollten die Stellplätze möglichst gebündelt werden; das neu errichtete Parkhaus mit seinen rd. 600 Parkplätzen werde hierzu langfristig nicht ausreichen. Die logistische Andienung solle ggfs. von der Nordseite auf die Westseite des Areals verlagert werden. Die Lage der zentralen Notaufnahme werde wohl grundsätzlich erhalten bleiben ebenso wie die Ausrichtung des Haupteinganges, auch wenn ggfs. in leicht veränderter Lage. Ggfs. solle jedoch ein weiterer Zugang/ Nebeneingang auf der Ostseite entstehen.

 

Langfristig sei eine 4-6-geschossige Reihenbebauung des Areals in Nord-Süd-Ausrichtung vorgesehen, die sich jedoch in ihrer Kubatur an der historischen Kasernenbebauung anlehnen werde. Der Patientengarten solle im endgültigen Ausbauzustand mit dann rd. 13.000 qm annähernd über die doppelte Fläche verfügen, als derzeit. Dies bedinge dann allerdings auch eine entsprechend hohe Baumasse der künftigen Baukörper.

 

Auf Nachfrage von Frau Dr. Sakowsky zur künftigen verkehrlichen Anbindung und zur energetischen Konzeption erläutert Herr Ibold, dass die bisherige Nord-Süd-Achse für den Individualverkehr grundsätzlich erhalten bleiben solle. Aber auch auf die Verkehrsmittel des sog. Umweltverbundes werde der Fokus gelegt. Daher sollten auch künftig die Bushaltestellen sich in unmittelbarerhe zum Haupteingang befinden. Mit dem Radschnellweg sei das Krankenhaus Weende zudem gut an das Radwegenetz angebunden. Ggfs. könnten noch zusätzliche Anreize für die Mitarbeiter geschaffen werden, verstärkt den ÖPNV oder das Rad zu benutzen. Hinsichtlich des künftigen Energiekonzeptes bitte er um Verständnis dafür, dass zum jetzigen Zeitpunkt der Planungen noch keine abschließende Aussage getroffen werden könne. Das bisherige Energiekonzept werde jedoch auf jeden Fall fortgeschrieben und angepasst werden.

 

Frau Walbrun fordert den Erhalt des Baumbestandes. 

 

Auf Nachfrage von Herrn Dr.Wiedemann erläutert Herr Czeczelski, dass der Standort Lenglern nicht gänzlich aufgegeben werde. Er solle allerdings einer anderen Nutzung zugeführt werden und künftig der ambulanten Versorgung dienen; eine stationäre Betreuung sei dort dann nicht mehr vorgesehen.

 

Frau Binkenstein erklärt, die vorgestellten Planungen grundsätzlich zu begrüßen. Auf Nachfrage von Frau Binkenstein teilt Herr Habenicht mit, dass der hier in Rede stehende Rahmenplan eine sehr langfristige Perspektive aufzeige und sich auf einen Zeitraum von rd. 40 Jahren beziehe. Er bitte hierbei zu berücksichtigen, dass nicht nur der Bedarf an Klinikbetten steige, sondern der Raumbedarf insgesamt, bedingt durch die Anforderungen an eine zeitgemäße Unterbringung der Patienten, auf auch durch verstärkten Platzbedarf für diagnostische Einrichtungen.

 

Nach Ansicht von Herrn Dienberg stelle der vorgestellte Rahmenplan eine durchdachte Gesamtkonzeption dar, auf der man gut aufbauen könne. Dies gelte auch deshalb, weil das beauftragte Büro zugleich auch einen entsprechenden Rahmenplan für die Universitätsmedizin erarbeite, wodurch eine gewisse gesamtheitliche Betrachtungsweise gewährleistet sei. Die ÖPNV-Anbindung könne jedoch noch optimiert werden; Entsprechendes gelte auch für die Radverkehrsanbindung. Er bitte hierbei zu berücksichtigen, dass das Streckennetz ja nicht nur die Kliniken einbinden müsse, sondern insbesondere auch das Uni-Nord-Gelände. Hierdurch ergäbe sich Bedarf für verschiedene Wegestränge.

 

Als nächster Schritt wolle die Verwaltung den Aufstellungsbeschluss r das Bebauungsplanverfahren erarbeiten und den politischen Gremien vorlegen. Zugleich wolle er deutlich machen, dass einige Baumaßnahmen allerdings vorab durchgeführt würden, da diese bereits derzeit bauplanungsrechtlich gem. § 34 BauGB zulässig seien.

 

Herr Dr. Welter-Schultes kritisiert, dass das Weender Krankenhaus zwar die Frage der Kfz-Stellplätze im Rahmenplan thematisiere, dem Radverkehr hingegen seines Erachtens nicht die angemessene Bedeutung zubillige. Er vermisse z.B. Aussagen zu Fahrradstellplätzen. Die bestehenden Fahrradstellplätze reichten jetzt schon nicht aus; diese Thematiksse ernster genommen werden.

Sodann beschließt der Ausschuss einstimmig:

Der Bericht wird zur Kenntnis genommen.

 
 

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