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09. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Sportausschusses
TOP: Ö 5
Gremium: Sportausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 20.11.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:15 - 17:02 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Mehrzweckraum West in der Sparkassen-Arena, Schützenplatz 1, 37081 Göttingen.
Ort:
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Herr Wiedemann hält das AWIA-Umweltgutachten zur Untersuchung der Stäube auf dem Kunstrasenplatz am Sandweg für sehr bedenklich, da die Messgeräte außerhalb der Sportfläche hinter einer Hainbuchenhecke gestanden hätten. Seiner Meinung nach sei es ein Fehler, dass kein Feinstaub gemessen wurde und glaubt, dass aufgrund des Standortes der Messgeräte keine aussagekräftigen Ergebnisse möglich seien. Die Messgeräte hätten auf dem Spielfeld stehen müssen, um den bei Spielbetrieb entstehenden Feinstaub messen zu können.

Herr Lührs korrigiert Herrn Wiedemann dahingehend, dass die Messgeräte nicht hinter der Hecke, sondern lediglich hinter dem Ballfangzaun direkt am Spielfeldrand gestanden haben.

Herr Wiedemann zweifelt das Ergebnis dennoch aus o.g. Gründen an und fordert Aufklärung.

Herr Frey erklärt, dass bisher in kaum einer Kommune Messungen des Feinstaubs auf Kunstrasenplätzen vorgenommen wurden und den Gutachtern Vertrauen entgegengebracht werden sollte, die Messungen nach bestem Wissen durchzuführen und aussagekräftige Ergebnisse liefern zu können. Die Kernaussagen des Gutachtens, bei dem Messungen der Stäube in An- und Abströmrichtung der vorherrschenden Winde vorgenommen wurden, sind, dass deren Konzentration weit unter denen der vorliegenden Grenzwerte liegen und auch durch den Spielbetrieb keine signifikanten Erhöhungen zu verzeichnen waren. Nach dem gegenwärtigen Stand der Technik war dies die aussagekräftigste Messung, die auf wirtschaftlicher Grundlage mit vertretbarem Aufwand durchgeführt werden konnte. Es waren keine signifikanten Stäube messbar, selbst bei hoher Belastung auf dem Spielfeld war keine Veränderung messbar, die für den Menschen schädigend sind.

Herr Henze stimmt Herrn Frey zu, den Aussagen der AWIA Glauben zu schenken und darauf zu vertrauen, dass nach dem heutigen Stand der Messbarkeit die Ergebnisse stimmen und die Belastung nicht zu hoch ist. Weiter fragt er nach der Konsequenz einer zu hohen Feinstaubbelastung, werden die frisch sanierten Plätze bzw. alle Kunstrasenplätze gesperrt? Messungen auf Hartplätzen wurden seiner Zeit gar nicht durchgeführt, d.h. welcher Belastung die Sportler da ausgesetzt waren, kann nicht mehr nachgewiesen werden.

Herr Frey betont, dass die Messung wichtig war, um auch die Sorge einer möglichen Feinstaubbelastung für die Sporttreibenden zu nehmen.

Frau Oldenburg fragt, ob eine Umrüstung auf Kork als Einstreumaterial möglich wäre, um die Belastung der Umwelt mit Mikroplastik zu verringern.

Herr Frey berichtet, dass beim Bau der drei Kunstrasenplätze 2018 Kork als Einstreumaterial auch geprüft wurde, allerdings gibt es derzeit noch keine Langzeiterfahrungen mit dem Material. Kork zerfällt schneller, ist der Witterung ausgesetzt und schwemmt sich mit Wasser auf. Ob dadurch eine höhere Belastung durch Staub hervorgerufen wird, kann man derzeit noch nicht prüfen. Herr Frey bittet den Ausschuss darum, die Erfahrungen im Betrieb von Kunstrasenplätzen mit Kork an anderen Orten erst einmal abzuwarten, bis klar ist, ob er als zuverlässige und langfristige Alternative zum Kunststoffgranulat eingesetzt werden kann.

Herr Wiedemann betont, dass er nicht an dem Zweck des Gutsachtens, die Gefahr einer gesundheitlichen Schädigung der Sporttreibenden auszuschließen, zweifelt, sondern mit dem Messlayout nicht einverstanden ist. Weiter bleibt die Problematik, dass Plastikteile in die Umwelt gelangen, Tieren Feinplastik „serviert“ wird und somit an den Menschen weitergegeben wird. Daher sollte Kork als Alternative weiterhin ins Auge gefasst werden.

Herr Frey berichtet, dass die drei neuen Kunstrasenplätze jeweils mit einem Filter ausgestattet sind, um zu verhindern, dass ausgeschwemmtes Granulat über Vorfluter in Umlauf gebracht wird. Die länger bestehenden Kunstrasenplätze sollen mit einem solchen Filter nachgerüstet werden.

Herr Köhler betont die Verlässlichkeit der AWIA Umwelttechnik und dass auf die Expertenmeinung und die angewandten Methoden vertraut werden sollte. Diese berufen sich auf den aktuellen Stand und werden entsprechend aktualisiert, sollten neue Messmethoden möglich sein.

Frau Oldenburg betont, dass es um die Gesundheit geht und von Kork keine Toxizität ausginge. Daher sollte man das Thema weiter im Blick haben und bittet daher die Verwaltung, Kork als Einstreumaterial weiter zu prüfen.

 

 

 
 

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