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12. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Elliehausen/Esebeck
TOP: Ö 4
Gremium: Ortsrat Elliehausen/Esebeck Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 13.03.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:30 - 22:30 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Gemeindehaus Elliehausen, Orthwiesen 3, 37079 Göttingen
Ort:
FB40/0367/17 Schulstättenentwicklungskonzept und Sanierungsaufwand in Schulgebäuden
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:40-Fachbereich Schule   
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

 

Herr Müller-Stürmer, Fachbereichsleitung des Fachbereiches Schule, berichtet zum  Schulstättenendwicklungskonzept aufgrund eines Ratsauftrages vom 25.11.2015 (Anlage 1 zum Protokoll). Der Fachbereich Schule hat das Konzept erarbeitet und bereits Ende November dem Schulausschuss des Rates vorgestellt.

 

Folgende Fragen sollten mit dem Antrag beantwortet werden:

-          In welchen Schulen besteht Ausbaubedarf?

-          Zukünftige Nutzung der bei Schulaufhebungen frei werdenden Kapazitäten?

-          Welcher Sanierungsaufwand der Schulgebäude besteht?

 

Das Konzept wurde vom 25.11.2015 bis Ende 2017 vollständig vom Fachbereich Schule selbst entwickelt und soll auch fortgeschrieben werden. Dabei sollen immer folgende Faktoren aktualisiert werden und Berücksichtigung finden:

          Entwicklung der Zahl der Schülerinnen und Schüler

          Schulstrukturveränderungen, z.B. Ausbau der Ganztagsschulen

          Curriculare Vorgaben des Landes

          Einheitliche Standards für die einzelnen Schulformen

 

Eine Karte für die Schulbezirke der Grundschulen sowie für den gemeinsamen Schulbezirk der Stadt und des Landkreises Göttingen der weiterführenden Schulen wird ausführlich erläutert.

 

Zur Karte der Schulbezirke der Grundschulen wird mitgeteilt, dass die blaue Linie die Einzugsgebiete der Grundschulen im Stadtgebiet festlegt. Dieses trifft nur auf Grundschulen der Stadt Göttingen zu. Die weiterführenden Schulen für Stadt Göttingen und Landkreis Göttingen haben keine Einzugsgebiete. Weiterhin ist das Einzugsgebiet der katholischen Grundschulen im Stadtgebiet vergrößert. 

 

Es konnte auch festgestellt werden, dass die Entwicklung der Schülerzahlen in den Grundschulen steigend verläuft und nicht rückgängig ist. Daher sind derzeit Schließungen von Grundschulen nicht erforderlich.

Auch die Schülerzahlen an den weiterführenden Schulen verlaufen steigend, besonders im Jahrgang 2019/2020 aufgrund des G8/G9.

 

Im Oberzentrum Göttingen sind die Schülerzahlen steigend, entgegen dem Trend zu anliegenden Regionen. Bis 2021 ist noch ein leichter Anstieg zu erwarten.

 

Fazit: Die Schließungen der Haupt- und Realschulen führen nicht dazu, dass Schulgebäude leer stehen und anderweitig genutzt werden können. Diese Gebäude können nicht aufgegeben werden, da andere Schulen weiteren Raumbedarf haben und diese Räume nutzen müssen. Wenn ein Gebäude aufgegeben werden würde, dann müsste ein neues Gebäude geschaffen werden.

 

 

Diese Entwicklung ist auch deutlich an der Regenbogenschule in Elliehausen zu bemerken, die von Kindern aus Elliehausen, Esebeck und Holtensen besucht wird.

 

In der Regenbogenschule wurde angebaut und eine Mensa wurde für die Ganztagsbetreuung geschaffen. Aber die Regenbogenschule ist weiterhin umlich zu klein. 

Es besteht ein Fehlbestand von 5 Unterrichtsräumen und 2 Gruppenräumen.

Die Schülerzahlenentwicklung liegt bei ca. 220 Schüler/innen. Die Schule war in der Vergangenheit 2 1/2-zügig und die Prognose bis zum Jahr 2021 weist weiterhin eine 2 ½-Zügigkeit aus. 

 

Der weiterhin bestehende Fehlbedarf von insgesamt sieben Räumen muss ausgeglichen werden, entweder durch eine bauliche Erweiterung oder durch Anmietung von geeigneten Räumen. Sollte dieses nicht möglich sein, käme eine Verkleinerung des Schulbezirks in Betracht. 

r Neubaumaßnahmen wurde noch kein Geld in den Haushalt eingestellt. Für Umbaumaßnahmen sind aus dem Jahr 2017 insgesamt 815.000,00 € etatisiert.

 

In der Hagenbergschule (Grundschule) könnte der Bedarf gedeckt werden, wenn beispielsweise die Schüler/innen aus Holtensen die Hagenbergschule besuchen würden, da dort 6 Räume im Überhang sind. Damit könnte das Raumproblem in der Regenbogenschule gelöst werden.

Herr Müller-Stürmer sagt ganz deutlich, dass dieses kein „aufschwatzen“ einer Problemlösung ist, sondern eine Alternative durch Veränderung von Schuleinzugsgebieten die betroffene Schule zu entlasten. Letztendlich muss der Rat entscheiden, welche erarbeitete Alternative zur Anwendung kommt.

 

Herr Müller-Stürmer informiert zur Geburtenstatistik, dass dieser das Einschulungsjahr 2018 noch keine Auswirkungen haben wird. Im Einschulungsjahr 2019 muss an der Regenbogenschule wieder mit einer 3-Zügigkeit gerechnet werden inkl. der Schüler/innen aus Holtensen. Ebenso in den Einschulungsjahrgängen 2020, 2022 und 2023. Die Regenbogenschule wird für die 3-Zügigkeit in den kommenden Jahren ein Raumproblem haben. Wenn die 16 Schüler/innen aus Holtensen im Einschulungsjahr 2019 jedoch in die Hagenbergschule wechseln würden, dann könnte die Regenbogenschule räumlich entlastet werden und die Hagenbergschule kann ihre freien Kapazitäten nutzen.

 

 

Maßnahmeübersicht der Grundschulen: Für die Regenbogenschule ist r 2019 vorgesehen, 1. Der Anbau von Räumlichkeiten / die Anmietung von Räumlichkeiten zur Deckung des Fehlbedarfes oder 2. die Verkleinerung des Schulbezirks.

 

Das sind Vorschläge / Alternativen der Schulverwaltung, andere Alternativen werden nicht gesehen. Ein Anbau bis 2019 für die Schule herzustellen ist unrealistisch.

 

Herr Müller-Stürmer dankt Frau Steffen, dass sie mit den knappen Ressourcen so gut umgeht, so dass die Schüler/innen sehr gut unterrichtet werden können und auch in der Mensa ihr Essen bekommen.

 

Es wird berichtet, dass auch für andere Grundschulen Maßnahmen vorgesehen sind.

 

Zu den weiterführenden Schulen wird ausgeführt, dass die beiden Hauptschulen in Göttingen (Heinrich-Heine-Schule und Käthe-Kollwitz-Schule) zusammengelegt werden. Die Heinrich-Heine-Schule wurde mit Fördergeldern ausgestattet, so dass dieses Gebäude noch zweckgebunden als Schule bis 2031 weitergenutzt werden muss. Die freiwerdenden Schulen bzw. Gebäudeteile werden anderen Schulen mit Bedarf zur Verfügung gestellt.

 

Zur Veranschaulichung wird erläutert, dass die Nachnutzung der freiwerdenden Schulen für die Grundschulen und weiterführenden Schulen zur Verfügung gestellt werden sollen. So könnte man sich vorstellen, dass die Godehardschule mit in die Heinrich-Heine-Schule einzieht, die freiwerdenden Räumlichkeiten in der Godehardschule könnte die Geschwister-Scholl-Gesamtschule nutzen. Daran ist zu erkennen, dass die Planungen „größere Kreise ziehen“ bis hin zur Brüder-Grimm-Schule in Weende.

 

Es gibt verschiedene Interessen. Der Rat hat über die erarbeiteten Vorschläge zu entscheiden.

 

An den weiterführenden Schulen werden die Schülerzahlen steigen, so dass definitiv an den Gymnasien ein weiterer Zug eingerichtet werden muss.  

 

Zum zeitlichen Ablauf für das Schulstättenentwicklungskonzeptes wird mitgeteilt, dass derzeit folgende Beteiligungen (bis Mitte März 2018) durchgeführt werden:

          Ortsräte

          Stadtelternrat

          Kreiselternrat

          Stadtschülerrat

          Weiterführenden Schulen

          Grundschulen

          Landkreis Göttingen

 

Danach erfolgt: 

          Zusammenstellung der Anregungen März/April 2018

          Vorlage im Schulausschuss 26. April 2018

 

 

Herr Ortsbürgermeister Voß bedankt sich bei Herrn Müller-Stürmer für den Bericht zum Schulstättenentwicklungskonzept.

 

 

Herr Ortsbürgermeister Voßchte wissen, ob die Schulbezirksgrenzen nur für die Grundschulen gelten? Weiterhin möchte er wissen, wie schnell eine Entscheidung rückgängig gemacht werden kann, wenn die Schuleinzugsgebiete verändert werden?

 

Herr Müller-Stürmer antwortet, dass die Schuleinzugsgebiete durch eine Satzung der Stadt Göttingen per Satzungsbeschluss festgelegt wurden. Dieser Beschluss müsste dann geändert werden. Es ist mit einem Zeitfenster von ½ Jahren zu rechnen.

 

Weiterhin möchte Herr Ortsbürgermeister Voß zu der Schülerzahlenentwicklung der Regenbogenschule wissen, ob es sich dabei um prognostizierte Zahlen handelt, wann sie erhoben wurden und wo diese Zahlen herkommen.

 

Herr Müller-Stürmer berichtet, dass die Schülerzahlen im Schulstättenentwicklungskonzept aus 2017/2018 sind. Für die Regenbogenschule wurden die Zahlen Anfang 2018 ermittelt. Diese Schülerzahlenprognose soll regelmäßig erneuert, angepasst und fortgeschrieben werden. Folgende Faktoren werden berücksichtigt: Geburten, Bevölkerung, Fruchtbarkeitsziffer der weiblichen Bevölkerung von 17-45 Jahren, sowie zu entwickelnde Baugebiete.

 

Herr Mehrtens gibt den Hinweis auf das geplante Baugebiet im direkten Einzugsbereich der Hagenbergschule am Holtenser Berg.

 

Herr Müller-Stürmer teilt mit, dass dieses neue Baugebiet im Einzugsbereich von Holtensen liegt und damit zur Regenbogenschule zählt. Für dieses Gebiet könnte durch eine Satzungnderung die entsprechenden neuen Straßenbereiche zum Einzugsgebiet der Hagenbergschule zugehrt werden.

 

Herr Dr. Wiedemann meint, dass die neuen Kinder in dem entstehenden Baugebiet noch keinen Bezug zu Elliehausen, Esebeck und Holtensen haben. Weiterhin bemerkt er, dass es nicht der erste Versuch ist, die Kinder aus Holtensen in die Hagenbergschule zu schicken. Er macht deutlich, dass man die Entwicklung an der Regenbogenschule kannte und auch die Entwicklung hätte abschätzen können. Und trotzdem wurde an der Schule zu klein angebaut. Selbst wenn die Schüler/innen aus Holtensen zur Hagenbergschule gehen würden, würde nur ein Raum zusätzlich frei werden.

 

Herr Müller-Stürmer teilt mit, dass die Klassen pro Jahrgang einen Raum freigeben.

 

Herr Dr. Wiedemann bemerkt, dass glicherweise dann trotzdem erst 2021 ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Dann kann auch gebaut werden oder besteht die Absicht, dass die Schüler/innen von Holtensen definitiv zur Hagenbergschule wechseln sollen?

 

Herr Müller-Stürmer macht nochmals deutlich, dass es sich bei dem Schulstättenentwicklungskonzept um ein Konzept handelt, das Möglichkeiten aufzeigt.

 

Herr Dr. Wiedemann nimmt an, dass hinter diesem Konzept System steckt.

 

Herr Müller-Stürmer dementiert und teilt nachdrücklich mit, dass die Regenbogenschule eine Ganztagsschule geworden ist, ohne die Voraussetzung, dass die Räumlichkeiten zum Zeitpunkt der Umsetzung vollständig zur Verfügung standen.

Dem Wunsch nach einer Ganztagsschule wurde vorrangig gefolgt und dieser konnte durch einen kurzfristigen Anbau ermöglicht werden. Der Bedarf zur Ganztagsschule muss festgestellt werden und im Vorfeld ein Zeitfenster zur Umsetzung von 4-5 Jahren kalkuliert werden.

Man könnte sagen, es war ein Kardinalsfehler, die Umsetzung der Ganztagsschule so zeitnah durchzuführen, statt vorab die umlichkeiten zu schaffen.

 

Frau Steffen fragt, ob es richtig ist, dass die Kinder aus dem Neubaugebiet „Holtenser Berg“ noch nicht erfasst sind.


Herr Müller-Stürmer bestätigt dieses.

 

Herr Kaczinski fragt, ob der Teil B des Baugebietes „hlenbreite“ auch in die Prognosen mit eingeflossen ist, da derzeit nur der Teil A mit dem Nahversorger beschlossen wurde.

 

Herr Müller-Stürmer antwortet, dass bei den bestehenden Neubaugebieten für die kommenden 5 Jahre die Zahlen in die Prognosen mit eingerechnet wurden.

 

Herr Ortsbürgermeister Voß bemerkt, dass freie Räumlichkeiten der Hagenbergschule an einen Sportverein vermietet wurden. Wenn der Raumbedarf an der Schule wieder steigt, besteht dann wieder ein Zugriff auf die derzeit vom Sportverein genutzten Räumlichkeiten?

 

Herr Müller-Stürmer teilt mit, dass die Räumlichkeiten dann wieder der Schule zur Verfügung stehen.

 

Herr Dr. Wiedemann teilt zum Baugebiet Mühlenbreite mit, dass der Teil B erst in die Berechnung der prognostizierten Zahlen mit einfließen kann, wenn es für diese Fläche einen städtebaulichen Vertrag gibt. Dieser ist nicht da, so dass diese Fläche noch nicht berücksichtigt werden konnte.

 

Herr Tielebörger merkt an, dass ein Punkt bisher nicht herausgestellt wurde. Die Ortsteile Elliehauen, Esebeck und Holtensen haben eine gewachsene Gemeinschaftsstruktur in Bezug auf Sportvereine, Kirche und Kindergarten, sowie die Schule. Daraus muss die Konsequenz folgen, dass die Schulbezirke nicht geändert werden, um die bisher aufgebaute Gemeinschaftsstruktur nicht zu zerstören.

 

Herr Müller-Stürmer meint, dass die Hagenbergschule auch eine gute Mischung verschiedener Familien vertragen könnte.

 

Herr Tillmanns teilt mit, dass er in Holtensen neu gebaut habe und seine Frau und er sich bewusst für den Bauplatz und den Wohnort Holtensen entschieden haben, auch aufgrund der guten Grundschule in Elliehausen für seine beiden Kinder. Sie haben sich genau alle Schulen angeschaut, wo die Kinder eingeschult werden sollen. Das ist eine Irreführung der Bürger/innen, wenn tatsächlich die Einzugsgebiete geändert werden sollten. Die Firma Sartorius baut ihren Standort weiter aus und schafft Arbeitsplätze. Die Neubürger vertrauen auf die Gegebenheiten vor Ort und suchen sich ihre neue Wohnung oder ihr neues Haus auch nach den Schulen für die Kinder aus. Die Eltern aus Holtensen und aus den Kindergärten sind über diese Planungen geschockt.

 

Herr Müller-Stürmer teilt nochmals mit, dass mehrereglichkeiten aufgezählt wurden.

 

Herr Dr. Wiedemann sagt, dass der Schulausschuss und der Rat der Stadt Göttingen über die Vorschläge entscheiden. Die Bürger müssen die politischen Vertreter im Rat mobilisieren, die Entscheidung so nicht mitzutragen.

 

Herr Dr. Neumann teilt mit, dass bereits auch 1998 die Diskussion im Rat und in den Ausschüssen bestand, die Schüler/innen aus Holtensen in eine andere Grundschule zu verweisen. Auch damals gab es große Diskussionen mit Holtensen.

 

Herr Ortsbürgermeister Voß teilt mit, dass man an die Schulen gebunden ist, die Satzung gibt das so vor. Die Regenbogenschule macht eine gute Arbeit und hat einen wahnsinnig guten Ruf. Möchte man diese Arbeit aufs Spiel setzen?

 

Frau Steffen berichtet aus einer Kollegiumsbesprechnung, dass die Qualität einer Schule am gesamten Team hängt. Sie teilt sehr deutlich mit, dass ein größeres Team mehr Chancen für die Schüler/innen bieten kann, bestimmte Sachen umzusetzen und anzubieten.

Bei einer 3-Zügigkeit bestehen für die Schule demnach bessere Chancen, als bei einer 2-Zügigkeit. Es ist zwar mehr Arbeit, aber diese kann auf mehrere Kollegen verteilt werden. Eine Verkleinerung wäre ein Rückschritt für die Schule.

 

Herr Mehrtens fragt nach, was ein Schrumpfen der Schülerzahl an der Regenbogenschule bedeuten würde.

 

Frau Steffen antwortet, dass dann die Räumlichkeiten knapp ausreichen würden, aber die Qualität des Angebotes eingeschränkter sein wird.

 

Es bestehen keine weiteren Wortmeldungen mehr zu dem Bericht. 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Schulstättenentwicklungskonzept OR Elliehausen_Esebeck (917 KB)      

Das Schulstättenentwicklungskonzept wird vom Ortsrat Elliehausen / Esebeck mit den Anmerkungen zu Kenntnis genommen.

 

Auf der Grundlage des Konzeptes findet ein breiter Informationsprozess der betroffenen Akteure statt.

Danach wird es erneut im Schulausschuss beraten.

Das Konzept wird regelmäßig aktualisiert.

Der Antrag der SPD- und Bündnis 90/Die Grünen-Ratsfraktionen vom 13.11.2015 wird für erledigt erklärt.

 
 

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