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9. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Schulausschusses
TOP: Ö 4
Gremium: Schulausschuss Beschlussart: vertagt (zurückgestellt)
Datum: Do, 25.01.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:15 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum THORN (126), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:
CDU/0092/17 Antrag der CDU-Ratsfraktion betr. "Umwandlung der Wilhelm-Hennebergschule in eine Offene Ganztagsschule"
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:CDU-Ratsfraktion Beteiligt:40-Fachbereich Schule
    Dezernat B - Personal, Schule und Jugend
 
Wortprotokoll
Beschluss

Herr Dr. Häntsch bringt den Antrag der CDU-Ratsfraktion ein, die Wilhelm-Henneberg-Schule zum kommenden Schuljahr in eine Ganztagsschule umzuwandeln. Er weist darauf hin, dass sich der Ortsrat Weende bereits interfraktionell dafür ausgesprochen habe. Über die ablehnende Haltung der Verwaltung, so wie in der Vorlage zu TOP 4.1 dargelegt, sei er überrascht. Zum einen sei die Einnahme des Mittagessens übergangsweise außerhalb der Schule für alle Beteiligten unstrittig. Zum anderen gebe es, anders als in der Vorlage dargestellt, durchaus einen Kooperationspartner, und zwar den Stadtsportbund, der für die Gestaltung des Ganztagsangebotes qualifiziertes Personal zur Verfügung stellen würde. Die in der Verwaltungsvorlage aufgeführten Kosten von 70.000 Euro fielen auch dann an, wenn die Schüler/innen alternativ an einem anderen Standort als der Wilhelm-Henneberg-Schule ein Ganztagsangebot wahrnehmen würden. Es habe hohe Investitionen an anderen Schulen gegeben, um Ganztagsangebote einzurichten; der Wilhelm-Henneberg-Schule stünde nun ebenfalls zu, dass an ihrem Standort investiert werde.

Herr Lieske weist darauf hin, dass die Verwaltung gehofft habe, dass die Einrichung eines Ganztagsangebotes an der Wilhelm-Henneberg-Schule gelänge. Um dieses Ziel zu erreichen, sei man dazu bereit gewesen, vom Rahmenkonzept abzuweichen. Auch habe die Verwaltung vorsorglich bereits einen Antrag auf Einrichtung des Ganztagsangebotes bei der Landesschulbehörde gestellt, um keine Frist zu versäumen. Da das Land den Schulen bereits zum 15.2.18 die Lehrerstunden für Ganztagsbetriebe zuweist, habe Handlungsbedarf bestanden direkt bei Einbringung des Antrages bereits eine Stellungnahme der Verwaltung vorzulegen. Die Verwaltung habe verschiedene Möglichkeiten zur Einrichtung des Ganztagsangebotes geprüft, sei aber zu dem Schluss gekommen, dass aus den genannten Gründen - z. B.  fehlende räumliche Voraussetzungen, kein Träger für die Gestaltung des Ganztagsangebotes, keine Kooperation zwischen Hainbund- und Wilhelm-Henneberg-Schule die  Einrichtung eines Ganztagsangebotes nicht realisierbar sei.

Frau Nagler ergänzt, dass die Verwaltung, nachdem sie bei der Landesschulbehörde zum 01.12.17 fristwahrend den Antrag auf Einrichtung eines Ganztagsangeobtes an der Wilhelm-Henneberg-Schule gestellt habe, die Vorraussetzungen für den Betrieb des Ganztagsangebotes geprüft habe. Das Gebäude der Schule habe nicht genügend Räume für die Gestaltung des Ganztagsangebotes nach Rahmenkonzept. Die Größe und Lage des Geländes gebe nach erster Einschätzung von Fachleuten keine geeignete Möglichkeit eines Erweiterungsbaus her. Eine Ganztagsbetreuung der Wilhelm-Henneberg-Schüler in den Räumlichkeiten der Hainbundschule lehnten beide Schulen aus pädagogischen Gründen ab. Eine Betreuung nach Rahmenkonzept sei an der Wilhelm-Henneberg-Schule nicht möglich. Da das Rahmenkonzept im Jahr  2015 vom Rat beschlossen wurde, solle man jedoch überlegen, ob davon abgewichen werden könne. Dies sei eine Grundsatzentscheidung. Die Verwaltung habe Bedenken hinsichtlich der Qualität einer Ganztagsbetreuung, die dauerhaft nicht dem Rahmenkonzept entspreche.

Herr Dr. Häntsch verweist auf ein “Recht auf Ganztag”, das im Koalitionsvertrag des Landes festgeschrieben worden sei. Hierzu sollten die Kommunen fexible Lösungen finden. Wenn Räume unzureichend wären, könne man, so wie an anderen Schulen geschehen, bauliche Erweiterungen vornehmen.

Frau Oldenburgchte, dass die Wilhelm-Henneberg-Schule zeitnah zu einer Ganztagsschule umgewandelt wird.

Frau Knoke gibt an, dass die Eltern einen hohen Bedarf an Ganztagsplätzen an der Schule hätten. Bereits vor 2 Jahren habe sie den Antrag auf Einrichtung eines Ganztagsangebotes gestellt. Im Rahmenkonzept stehe, dass alle Schulen Ganztagsschulen werden könnten; sie fordere dies nun ein. Einen Kooperationspartner habe die Schule zwischenzeitlich gefunden. Es handele sich dabei um die Deutsch-Russische-Gesellschaft. Außerdem schlage sie einen Anbau für Mensa und Junior-Club an der Stelle des derzeitigen “Toilettenhäuschens” vor.

Frau Schnaar berichtet, dass die Deutsch-Russische Gesellschaft ein anerkannter Freier Träger der Jugendhilfe sei, der bereits mit der Godehardschule eine Kooperationsvereinbarung getroffen habe.

Frau Nagler erklärt, dass nach erster Prüfung des Fachdienst Hochbau ein Anbau anstelle des “Toilettenhäuschens” nicht möglich erscheine.

Herr Culp unterstreicht die Untersützung des Ortsrates Weende für die Einrichtung eines Ganztagsangebotes. Man müsse den Elternwillen berücksichtigen. Die Ganztagsplätze würden am Standort der Wilhelm-Henneberg-Schule benötigt.

Eine Elternvertreterin der Schule bemängelt, dass die Hortplätze an den anderen Schulstandorten in Weende nicht ausreichten. 2/3 der Schüler/innen der Wilhelm-Henneberg-Schule hätten keinen Betreuungsplatz bekommen.

Herr Pastor Roloffchte die Schule bei der Einrichtung eines Ganztagsangebotes unterstützen. Er weist darauf hin, dass die St.-Petri-Gemeinde räumliche Veränderungen in der Gemeinde erwäge und sich dann vielleicht auch für den Ganztagsbetrieb der Wilhelm-Henneberg-Schule eine Möglichkeit ergäbe.

Herr Wedrins stellt fest, dass die Wilhelm-Henneberg-Schule Bedarf an Ganztagsplätzen hat und dieses Problem nun schnell gelöst weden müsse. Die Verwaltung solle sich bemühen, alle Möglichkeiten, auch Alternativen, zu prüfen, unter denen ein Ganztagsbetrieb unter qualitativ guten Bedingungen ermöglicht werden könne. Interessierte Träger gebe es offenbar. Dies habe er in der Verwaltungsvorlage nicht erkennen können. Auch sollten die Schulen doch noch einmal über die Möglichkeit einer Kooperation nachdenken.

Frau Stobbe sagt, dass der Bedarf an Ganztagsschulplätzen unstrittig und eine verlässliche Betreuung der Kinder an der Schule notwendig sei. Eine bauliche Erweiterung könne sie sich aufgrund der Gegebenheiten an der Wilhelm-Henneberg-Schule nur schwer vorstellen. Überlegenswert sei, den Ganztag voll gebunden zu beantragen und so den Nachmittag zu gestalten. Es bestehe weiterer Beratungsbedarf.

Frau Güntzler ist der Meinung, dass die Wilhelm-Henneberg-Schule keine Zukunft habe, wenn sie kein Ganztagsangebot vorhalte. Da Bedarf für die Ganztagsbetreuung bestehe, solle damit provisorisch zum 01.08.18 gestartet werden und die Verwaltung die bauliche Erweiterung am Standort der Schule prüfen.

Herr Lieske weist darauf hin, dass das Pädagogische Konzept Sache der Schule sei und der Schulträger die räumlichen Voraussetzungen schaffen müsse. Genau dies sei jedoch auf dem Gelände der Wilhelm-Henneberg-Schule nach Einschätzung von Fachleuten nicht im erforderlichen Umfang möglich. Das Rahmenkonzept sehe vor, dass sich die Schule einen Kooperationspartner suche. Dass es nun sogar zwei mögliche Kooperationspartner gebe, sei erstaunlich, zumal dies vor der Sitzung der Verwaltung noch nicht bekannt gewesen sei.

Frau Oldenburg merkt nochmals an, dass ein Zeitplan für die Eltern wichtig sei. Es müsse vor dem 01.08. sicher sein, dass sich etwas bewege. Bei den vorgeschlagenen Kooperationspartnern handele es sich ihrer Meinung nach um gute Träger. Eine bauliche Veränderung müsse grundsätzlich möglich sein. Etwaige Wege für die Einnahme des Mittagessens oder die Teilhabe an Ganztagsangeboten seien im Provisorium zumutbar. Sie sei dafür, dem Antrag der CDU-Ratsfraktion zu folgen.

Herr Dr. Häntsch bittet die Verwaltung, mit dem Ganztag an der Wilhelm-Henneberg-Schule zum 01.08.18 provisorisch zu beginnen und die Mittel für eine dauerhafte Lösung für das Haushaltsjahr 2019 zu etatisieren.

Herr Ralle weist darauf hin, dass die gebundene Ganztagsschule lediglich bis 15.30 Uhr verpflichtend sei. Da er für die Einrichtung eines Ganztagsangebotes an der Wilhelm-Henneberg-Schule sei, würde er dem CDU-Antrag folgen und die Vorlage der Verwaltung ablehnen. Die Räume seien an der Wilhelm-Henneberg-Schule jedoch nicht ausreichend und auf dem Schulgelände nach derzeitiger Einschätzung auch nicht zu schaffen. Langfristig müsse hier eine sung her. Mit einer Übergangslösung könne man provisorisch starten, jedoch solle sich die Schule überlegen, wie sie zukünftig arbeiten wolle. Er sehe hier keine “echte” Ganztagsschule, sondern bei den derzeitigen Begebenheiten eine Halbtagsschule mit Ganztags-Nachmittagsbetreuung.

Frau Sennekampchte, dass auch über eine Ferienbetreuung nachgedacht wird. Ein Provisorium sei als Notlösung, aber nur für einen begrenzten Zeitraum, möglich.

Herr Wedrins warnt davor, den Ganztagsbetrieb nur als Provisorium zu ermöglichen, ohne zu wissen, ob mittelfristig auch die an eine Ganztagsschule zu stellenden Qualitätsanforderungen erreicht werden könnten. Herr Wedrins schlägt vor, dass die Einrichtung eines Ganztagsangebotes weiter geprüft werden solle und die Verwaltung Gespräche mit möglichen Trägern führt. Auch die baulichen Optionen sollten geprüft werden, und zwar bis zum 01.03.18, der nächsten Schulausschusssitzung.

Herr Lieske sagt, dass die Verwaltung gern dazu bereit sei, gemeinsam mit der Schule nach glichkeiten zu suchen.

Frau Dannenberg weist darauf hin, dass die Schülerschaft in Weende durch das Baugebiet am Klosterpark noch anwachsen werde. Grundsätzlich würden die Schulleitungen der Hainbund- und der Wilhelm-Henneber-Schule kooperieren. Eine Vermischung der Schülerschaft beider Schulen in der Ganztagsbetreuung am Nachmittag lehnten sie jedoch ab. Sie wolle eine qualitativ hochwertige Ganztagsbetreuung mit gutem Konzept.

Zur Beratung des Beschlussvorschlages wird die Sitzung von 17.20 Uhr bis 17:25 Uhr unterbrochen.

Herr Wedrins weist darauf hin, dass über die Einrichtung von Ganztagsangeboten von Schulen in der Regel dann entschieden werde, wenn ein pädagogsiches Konzept vorliege, die Kooperationspartner feststünden und die finanziellen Auswirkungen bekannt seien und dies alles geprüft werden könne.

Herr Wedrins liest den fraktionsübergreifenden Beschlussvorschlag vor.

Anschließend fasst der Schulausschuss einstimmig folgenden

 

Beschlussvorschlag:

Der Schulausschuss beschließt einstimmig:

Die Verwaltung wird beauftragt, die Errichtung der Wilhelm-Hennebergschule als Ganztagsschule weiter zu prüfen. Dazu führt sie klärende Gespräche mit möglichen Partnern für Räume und Betreuung und bauliche Optionen auch für eine provisorische Lösung ab 01.08.2018. Die Ergebnisse werden dem Schulausschuss in der nächsten Sitzung vorgestellt.       

 

 
 

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