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8.öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Geismar
TOP: Ö 4
Gremium: Ortsrat Geismar Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Do, 25.01.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:30 - 22:25 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungssaal der Verwaltungsstelle Geismar,Kerllsgasse 2, 37083 Göttingen
Ort:
FB40/0367/17 Schulstättenentwicklungskonzept und Sanierungsaufwand in Schulgebäuden
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:40-Fachbereich Schule   
 
Wortprotokoll
Beschluss

 

Herr Müller-Stürmer, Fachbereichsleitung des Fachbereiches Schule, berichtet zum  Schulstättenentwicklungskonzept aufgrund eines Ratsauftrages vom 25.11.2015 (Anlage 3 zum Protokoll). Der Fachbereich Schule hat das Konzept erarbeitet und bereits Ende November dem Schulausschuss des Rates vorgestellt.

 

Folgende Fragen sollten mit dem Antrag beantwortet werden:

-          In welchen Schulen besteht Ausbaubedarf?

-          Zukünftige Nutzung der bei Schulaufhebungen frei werdenden Kapazitäten

-          Welcher Sanierungsaufwand der Schulgebäude besteht?

 

Das Konzept wurde vom 25.11.2015 bis Ende 2017 vollständig vom Fachbereich Schule selbst entwickelt und soll auch fortgeschrieben werden. Dabei sollen immer folgende Faktoren aktualisiert werden und Berücksichtigung finden:

          Entwicklung der Zahl der Schülerinnen und Schüler

          Schulstrukturveränderungen, z.B. Ausbau der Ganztagsschulen

          Curriculare Vorgaben des Landes

          Einheitliche Standards für die einzelnen Schulformen

 

Eine Karte für die Schulbezirke sowie für den gemeinsamen Schulbezirk der Stadt und des Landkreises Göttingen für die weiterführenden Schulen wird gezeigt und ausführlich erläutert.

 

Es konnte auch festgestellt werden, dass die Entwicklung der Schülerzahlen in den Grundschulen steigend verläuft. Daher sind derzeit Schließungen von Grundschulen nicht erforderlich.

Auch die Schülerzahlen an den weiterführenden Schulen verlaufen steigend, besonders im Jahrgang 2019/2020 aufgrund des G8/G9.

 

Im Oberzentrum Göttingen sind die Schülerzahlen steigend, entgegen dem Trend zu anliegenden Regionen. Bis 2021 ist noch ein leichter Anstieg zu erwarten.

 

Es wurde auch eine Fruchtbarkeitsprognose für die Einzugsgebiete der Grundschulen erstellt, um die Schülerzahlentwicklung zu ergründen.  

 

Fazit: Die Schließungen der Haupt- und Realschulen führen nicht dazu, dass Schulgebäude leer stehen und anderweitig genutzt werden können. Diese Gebäude können nicht aufgegeben werden, da andere Schulen weiteren Raumbedarf haben und diese Räume nutzen müssen.

 

 

In Geismar llt der Fokus insbesondere auf folgende Schulen:

 

Adolf-Reichwein-Schule (Grundschule):

Die Adolf-Reichwein-Schule (ARS) hat nach den Untersuchungen keinen zusätzlichen Raumbedarf. Aber es muss berücksichtigt werden, dass die Schule derzeit bereits einige Räumlichkeiten der Käthe-Kollwitz-Schule (KKS) nutzt. Die ARS war in der Vergangenheit 3-zügig. Auch die Prognosen bis zum Jahr 2021 weisen auf eine 2- bis 3- Zügigkeit (mit 11-12 Klassen) hin.

 

Lohbergschule (Grundschule):

Die Lohbergschule liegt nicht im Zuständigkeitsgebiet des Ortsrates Geismar, jedoch liegt das Einzugsgebiet für diese Schule im Zuständigkeitsgebiet des Ortsrates Geismar. 

Es werden dort zusätzliche Räume benötigt. Wann diese Räumlichkeiten hergestellt werden, ist noch nicht absehbar.

Die Schülerzahlentwicklung an dieser Schule ist knapp 3-zügig.

 

Wilhelm-Busch-Schule (Grundschule):

Die Wilhelm-Busch-Schule (WBS) ist keine Ganztagsschule und es wurde auch seitens der Schulleitung nicht geäert, dass dafür ein Antrag eingereicht wird.

Dennoch besteht an dieser Schule ein geringfügiger Raumbedarf von 3 Räumen. Bisher ist nicht geplant, dass Maßnahmen diesbezüglich erfolgen. Sollte die Schule den Wunsch nach einer Ganztagsschule äern, dann würde der Raumbedarf bei einer Raumanpassung zur Ganztagsschule mit Berücksichtigung finden.

 

the-Kollwitz-Schule (Hauptschule auslaufend-):

Die noch bestehenden Klassen der Käthe-Kollwitz- Schule (KKS) werden im Gebäude der Heinrich-Heine-Schule (HHS) in Grone untergebracht. Die beiden Hauptschulen werden damit zusammengelegt. Da die HHS aus Fördermitteln umgebaut und ausgestattet wurde, muss dieses Gebäude noch für eine längere Zeit als Schule weitergenutzt werden.

 

Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule:

Es sind keine Maßnahmen vorgesehen.

 

Martin-Luther-King-Schule (Förderschule):

Die Räumlichkeiten der Martin-Luther-King-Schule (MLK) sind ausreichend. Einige Räume stehen auch leer. Daher ist die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule (IGS) mit der Oberstufe in die MLK gezogen und hat dort 12 Räume zur Verfügung gestellt bekommen.

 

Derzeit ist noch nicht beschlossen, ob dieser Förderschule auslaufend ist. Auch kann nicht mitgeteilt werden, ob ein Antrag gestellt wird, die Laufzeit der Schule zu verlängern, da die gesetzlichen Grundlagen dafür noch nicht vorliegen. Wenn seitens der Regierung keine andere Entscheidung getroffen wird, läuft diese Schulform zum Schuljahr 2022/2023 aus.

 

Heinrich-Böll-Schule (Förderschule):

Die Heinrich-Böll-Schule (HBS) ist ausreichend aufgestellt. Nur technische Nachbesserungen und kleine bauliche Maßnahmen sollten durchgeführt werden.

 

 

Maßnahmeübersicht der Grundschulen:

r die Adolf-Reichwein-Schule sind keine Maßnahmen vorgesehen. Bei einem Raumbedarf kann auf die Räumlichkeiten der KKS zurückgegriffen werden.

 

Bei der Lohbergschule muss ein Anbau für die Mensa erfolgen, da diese provisorisch in der Aula untergebracht ist.

 

In der Wilhelm-Busch-Schule sind keine Maßnahmen vorgesehen.

 

 

Zu den weiterführenden Schulen wird ausgeführt, dass die beiden Hauptschulen in Göttingen (Heinrich-Heine-Schule in Grone und Käthe-Kollwitz-Schule in Geismar) zusammengelegt werden.

Derzeit wird auch geprüft, ob die Bonifatiusgrundschule (Boni I) in die Räumlichkeiten der KKS verlagert werden könnte, da das Gebäude der Boni I nicht mehr als Schulgebäude geeignet ist und die Schule dringend eine Alternative benötigt.

 

Auch das Abendgymnasium, derzeit im Max-Planck-Gymnasium (MPG) untergebracht, könnte in die freiwerdende KKS umziehen, da zusätzlicher Raumbedarf beim MPG besteht und die Räumlichkeiten des Abendgymnasiums so wieder dem MPG zur Verfügung gestellt werden nnen.

 

r die Heinrich-Böll-Schule, die Martin-Luther-King-Schule und für die

Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule ist nichts weiter vorgesehen.

 

Wenn die MLK tatsächlich auslaufen sollte, dann könnte auch die Boni I in die MLK einziehen. Ein zu berücksichtigender Aspekt ist allerdings, dass sowohl durch den Einzug in die MLK als auch in die KKS dann zwei Grundschulen (ARS und Boni I) nebeneinander liegen würden.

 

 

Zum zeitlichen Ablauf für das Schulstättenentwicklungskonzeptes wird mitgeteilt, dass derzeit folgende Beteiligungen (bis Mitte März 2018) durchgeführt werden:

          Ortsräte

          Stadtelternrat

          Kreiselternrat

          Stadtschülerrat

          Weiterführenden Schulen

          Grundschulen

          Landkreis Göttingen

 

Danach erfolgt: 

          Zusammenstellung der Anregungen März/April 2018

          Vorlage im Schulausschuss 26. April 2018

 

 

Der Landkreis Göttingen wurde bereits beteiligt.

 

Die IGS Bovenden ist 5-zügig mit Schüler/innen aus Göttingen und hat noch Kapazitäten.

Wenn Schüler nach Göttingen ziehen oder problematische Schüler einen Schulwechsel vollziehen müssen, lehnt die IGS Bovenden die Aufnahme der Schüler ab, obwohl eine Vereinbarung zwischen der Stadt Göttingen und dem Landkreis Göttingen besteht, dass die Schüler aufgenommen werden müssen. Ziel in diesem Jahr ist daher, Einigkeit zu erzielen.

 

 

Herr Ortsbürgermeister Harms bedankt sich bei Herrn Müller-Stürmer für den Bericht zum Schulentwicklungskonzept und gibt den Ortsratsmitgliedern die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

 

Frau Dr. Döringchte wissen, wann die Entscheidung fällt und wovon es abhängig ist, ob eine Nachnutzung der Räume in der KKS von der Boni I oder vom Abendgymnasium in Anspruch genommen wird.

 

Herr Müller-Stürmer antwortet, dass das Vorhaben frühestens zum Schuljahr 2019/2020 umgesetzt werden kann, da vorab eine Abstimmung mit der Schule gefunden werden muss.

 

 

Frau Fischer teilt mit, dass aufgrund der GroKo auf Landesebene entschieden wurde, dass die Förderschulen noch bis 2028 im Bestand bleiben sollen. Die CDU ist weiterhin für die Inklusion an Schulen, dennoch unterstützt die Fraktion auch die Eltern, die die Kinder auf einer Förderschule beschult haben möchten.

 

Weiterhin möchte Frau Fischer wissen, ob die Boni I von dem möglichen Umzug weiß?

 

Herr Müller-Stürmer antwortet, dass die Schule von den Umzugsplänen nicht begeistert ist. Zum Verbleib der Förderschulen muss abgewartet werden, bis der erforderliche Erlass vorliegt. Weiterhin bemerkt er, dass die GroKo entschieden haben soll, dass der Schulträger Ermessen hat, ob die Förderschulen bleiben.

 

 

Frau Wirth möchte wissen, ob eine Sanierung der Boni I ausgeschlossen ist.

 

Herr Müller-Stürmer berichtet, dass das Gebäude größtenteils aus Holz besteht. Wenn es brennt, wird es gefährlich. Daher wurde ein zweiter provisorischer Rettungsweg errichtet, der jedoch baurechtlich nach zwei Jahren seine Gültigkeit verliert. Weiterhin ist die Mensa in der Aula untergebracht. Grundsätzlich ist es jedoch sinnvoll, die Boni I an ihrem jetzigen Standort zu belassen, da die Schule zentral angesiedelt ist.

 

 

Frau Meyer fragt nach, was genau für Umbaumaßnahmen in der Boni I zu veranlassen sind und inwiefern ein Umzug notwendig wird. Müssen die Schüler ggf. nur für den Umbau ausziehen oder gibt es auch einen Plan B?

 

Herr Müller-Srmer antwortet, dass umfassende Umbaumaßnahmen in der Boni I erforderlich sind. Die Schule möchte einen Neubau, der im Bestand jedoch nach seiner Meinung nicht vertretbar ist.

 

Frau Strate möchte dazu wissen, wem die Immobilie der Boni I gehört. Weiterhin bemerkt sie, dass sicherlich auch die Eltern an einer weiterhin zentral gelegenen Grundschule interessiert sind.

 

Herr Müller-Stürmer teilt mit, dass es sich um eine städtische Immobilie handelt.

Das Einzugsgebiet dieser Schule liegt im gesamten städtischen Bereich, sowie darüber hinaus.

 

 

Es bestehen keine weiteren Fragen mehr von den Ortsratsmitgliedern, so dass die Sitzung einstimmig für Bürgerfragen zu diesem TOP unterbrochen wird.

 

Frau Prahl (Lehrerin in der IGS-Geismar) fragt, ob es nicht die Möglichkeit für ein Konzept mit „Qualitativen Merkmalen“ gibt und nicht nur mit den dargestellten Kriterien. Warum wurde kein großer Entwurf gemacht? Sie hat den Wunsch, dass eine Arbeitsgruppe eingerichtet wird, um die qualitativen Merkmale der einzelnen Schulen zu erarbeiten, ggf. auch stadtteilbezogen oder ganzheitlich.

 

Herr Ortsbürgermeister Harms antwortet, dass die Politik dieses ähnlich sieht und sich wünscht, dass bei Änderung des Konzeptes auch die Qualität der einzelnen Schulen überprüft wird. Es ist nicht unwichtig das Thema zu analysieren, ggf. sinnvollerweise über die Fraktionen hinweg auch gemeinsam mit Eltern und Schülern, sowie Experten. Es sollte über eine „Zukunftswerkstatt“ oder einenWorkshop“ nachgedacht werden.

 

Herr Müller-Stürmer bemerkt, dass dieses nicht der Auftrag an die Verwaltung war.

 

Frau Stobbe (Mitglied des Rates und des Schulausschusses) fragt nach, ob tatsächlich der Schulausschuss das Schulstättenentwicklungskonzept abschließend genehmigt.

Sie selbst als Mitglied des Schulausschusses weiß nicht, wie sie zu einer Entscheidung kommen soll, wenn sie nicht weiß, was für die Schulen gut ist.

 

Herr Müller-Stürmer bemerkt, dass dieses der Schulausschuss entscheiden muss. Es werden Standards gefordert, daher kann nicht für jeden Stadtteil bezogen geplant werden.

 

Herr Meyer möchte wissen, was der Schulträger zur Planung mit der Boni I sagt. Weiterhin bemerkt er, dass eine inhaltliche Diskussion zu dem Thema erst erfolgen kann, wenn Zahlen vorliegen, die mit dem vorgestellten Konzept erarbeitet wurden. Außerdem gibt er den Hinweis, sich sorgfältig mit dem Landkreis Göttingen abzustimmen.

 

Herr Heinemann hat zwei Kinder an der ARS und er sieht die Gefahr, dass sich eine Zweiklassengesellschaft zwischen der Boni I und der ARS in Geismar, ausgehend durch mehr finanzielle Möglichkeiten an der Boni I, entwickeln könnte.

 

Herr Müller-Stürmer teilt nochmals deutlich mit, dass bisher nichts entschieden ist und mehrere Möglichkeiten berücksichtigt werden müssen.

 

Herr Harms zieht das Fazit, dass es sich hierbei um eine Daten- und Faktenerhebung handelt. Darauf kann dann politisch aufgebaut werden. Die Meinung der Politik kann dann in die Verwaltung zurück gespielt werden.

 

Frau Wirth schlussfolgert, dass Anmerkungen eingebracht werden können, nachdem alles beurteilt worden ist. Ein Workshop wäre wünschenswert mit einem Zusammentragen aller Wünsche, um es dann in den Schulausschuss zu kommunizieren.

 

Herr Limpke fasst zusammen, dass die Verwaltung ihre Aufgabe erfüllt hat. Der qualitative Bereich muss nun von den Schulen erbracht werden und die Auswirkungen müssen zurückgespielt werden (wie am Beispiel Inklusion).

 

Es bestehen keine weiteren Wortbeiträge mehr, so dass die Bürgerdiskussion beendet wird. 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich OR Geismar PPP SSEK (1256 KB)      

 

Das Schulstättenentwicklungskonzept wird vom Ortsrat Geismar zu Kenntnis genommen.

Auf der Grundlage des Konzeptes findet ein breiter Informationsprozess der betroffenen Akteure statt.

Danach wird es erneut im Schulausschuss beraten.

Das Konzept wird regelmäßig aktualisiert.

Der Antrag der SPD- und Bündnis 90/Die Grünen-Ratsfraktionen vom 13.11.2015 wird für erledigt erklärt.

 
 

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