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6. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Geismar
TOP: Ö 4
Gremium: Ortsrat Geismar Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Do, 28.09.2017 Status: öffentlich
Zeit: 19:30 - 22:25 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: GDA Gemeinschaft Deutsche Altenhilfe GmbH Wohnstift Göttingen, Veranstaltungssaal, Charlottenburger Straße 19, 37085 Göttingen
Ort:
FB61/1425/17 Radverkehrsführung in der Kiesseestraße - Bericht der Verwaltung zu den Untersuchungsergebnissen
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung Beteiligt:66-Fachbereich Tiefbau und Bauverwaltung (ehem. FB 60)
    67-Fachbereich Stadtgrün und Umwelt
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

 

Herr Koss aus dem Fachdienst Straßen- und Verkehrsplanung berichtet zu den Untersuchungsergebnissen zur  Radverkehrsführung in der Kiesseestraße.

 

Er teilt mit, dass die Verwaltung der gleichen Auffassung ist wie der Ortsrat, dass der Radweg in der Kiesseestraße in keinem guten Zustand und nicht optimal ist. Deshalb wurden 5.000,00 Euro im Haushaltsplan der Stadt Göttingen eingestellt, um sich vertiefend mit einer neuen Planung zu beschäftigen. Es wurde eine gute Bestandsanalyse erstellt, mit dem Fazit, dass eine Verbesserung erfolgen muss. Dazu wurden drei Varianten entwickelt, die nunmehr vorgestellt werden.

 

Die Kiesseestraße ist eine Hauptverkehrsstraße, die glich mit über 10.000 Fahrzeugen befahren wird. Sie gilt aber auch als eine wichtige Verbindungsstrecke für den Radverkehr und Schülerverkehr.

 

Weiterhin spielt auch die Steigung und das Gefälle der Straße eine große Rolle für die Planung. Es wurde auch festgestellt, dass es innerhalb der Kiesseestraße ein „wildes Durcheinander“r die hrungsformen des Radweges gibt.

1. Verschiedene Bereiche des nicht benutzungspflichtigen Radweges zwischen der Reinuserlandstraße und der Hauptstraße

2. Mischverkehr mit den Autofahrern und

3. Gehweg inkl. Radfahrer „frei“.  

 

Das Ergebnis der Untersuchung spiegelt im Fazit die Anträge des Ortsrates Geismar wieder: Der Radweg ist gefährlich und es entstehen Konflikte mit den Fahrzeug- und Fußverkehr.

 

Früher wurde alles anders und behelfsmäßig geplant. Aus heutiger Sicht würden Verkehrsplaner die Kiesseestraße anders darstellen.

 

Weiterhin wurde festgestellt, dass es einige Stolperkanten im Bereich des Radweges gibt, sowie ein abgeblätterter roter Radwegbelag vorhanden ist. Insgesamt ist der Radweg zu schmal und der Gehweg auch nicht gerade üppig bezüglich der Breite. Außerdem muss der Radfahrer immer wieder den Radweg im Bereich der Bushaltestellen verlassen und die Sichtbehinderungen der Fahrzeuge aus dem Kiesseecarree gefährden den Radverkehr.

 

Anforderungen:

Ein Radweg sollte eine Breite von 1,60 m zzgl. eines Sicherheitstrennstreifens von 0,50 m zur Fahrbahn aufweisen. Das bedeutet, dass ein richtlinienkonformer Radweg eine Breite von 2,10 m hat.

 

Variante 1:

Anforderungen:

Eine Fahrbahn r normale Fahrzeuge mit einer Breite von 6,50 m. Ein Hochbord trennt den Radweg mit der Fahrbahn, welcher 1,60 m breit ist zzgl. Des Sicherheitstrennstreifens von 0,50 m, so dass insgesamt ein Radweg mit einer Breite von 2,10 m entsteht zzgl. eines Gehweges mit einer Breite von 2,50 m. Die Fläche zwischen den Grundstücken Nord und Süd müsste damit ein Mindestmaß von ca. 15,70 m haben.

Wenn diese Variante nach den Anforderungen umgesetzt werden soll, dann müsste die Breite von 15,70 m vorhanden sein. Diese Breite ist jedoch nicht in jedem Bereich der Kiesseestraße nachzuweisen. Dies könnte nur umgesetzt werden, wenn mtliche Parkbuchten zurückgebaut werden, jeder Baum gefällt wird und auch Abbiegestreifen zurückgenommen werden.

Zusammenfassend sollte die Variante aus Sicht der Verwaltung nicht umgesetzt werden, auch in Hinblick auf die neu zu versiegelnen Flächen und unter Berücksichtigung der Parkplätze in diesem Bereich.

 

Variante 2:

Straßenbreite: 12,50 m

Fahrbahnbreite nur 4,50 m breit zzgl. einem Radfahrschutzstreifen (ähnlich wie im Düsteren Eichenweg), der bei Bedarf überfahren werden kann (von Bus, LKW etc.). Der Radschutzstreifen wird auf Höhe der Fahrbahn aufgebracht und ist als überfahrbarer Schutzraum für den Radfahrer abmarkiert. Als Gehwegbreite sind 2,50 m vorgesehen.

Es ist eine Geschmacksfrage, ob diese Variante als unsicher oder sicher eingeschätzt wird, die Variante ist jedoch regelkonform und sinnvoll, da keine Grünflächen weichen müssen und auch der Parkraum erhalten bleibt. Weiterhin sind im Kreuzungsbereich zur Reinhäuserlandstraße und zur Hauptstraße deutliche Verbesserungen möglich.

Die Verwaltung hält aus Planungssicht diese Variante als sinnvollste Lösung vor.

 

Variante 3:
Die Markierungen werden nachgearbeitet, ein Schutzstreifen kann aufgebracht werden.

Diese Variante ist nur „das halbe Glück“. Entweder sollte die Straße komplett umgebaut werden oder die bisherigen Gegebenheiten belassen und weiter abwarten.

 

 

Kosten:

Die Variante 2 ist kostenintensiv, da die Seitenbereiche komplett neu gestaltet werden müssen. Es ist mit Kosten in Höhe von ca. 2 Mio. Euro zu rechnen. Dafür könnten Fördergelder beantragt werden. Eine Förderung nach der N-GVFG rfte mittelfristig nicht zu erwarten sein, da die Straße nicht abgängig ist. Weiterhin sind im städtischen Doppelhaushalt 2017/2018 und in der mittelfristigen Finanzplanung keine Mittel etatisiert. Dennoch bleibt dieses alles eine politische Entscheidung im Rat der Stadt Göttingen.

 

 

Herr Ortsbürgermeister Harms bedankt sich bei Herrn Koss für die Vorstellung und stimmt zu, dass die finanziellen Mittel nur über einen Nachtragshaushalt im Rat durch die Politik gefordert werden kann. Der Ortsrat will diese Veränderung und daher müssen Kontakte mit den Ratsherren-/frauen der Fraktionen schnellstens hergestellt werden.

 

Herr Koss berichtet dazu, dass vor ca. 37 Jahren die Straße nach den damaligen Planungen gebaut wurde, diese Variante zur heutigen Zeit jedoch nicht mehr erfolgreich ist. Er schlägt vor, dass entsprechend der Förderprogramme Anfragen seitens der Verwaltung zur Finanzierung gestellt werden können und auch die Straße ggf. in kleineren Abschnitten erneuert werden kann.

 

 

Herr Ortsbürgermeister Harms gibt den Ortsratsmitgliedern das Wort für Fragen an Herrn Koss.

 

Herr Dr. Czech fragt, ob eine einseitige Radwegeführung bewusst bei der Variantenvorstellung ausgeschlossen wurde oder ob es dafür Gründe gibt?

Herr Koss teilt mit, dass die einseitige Radwegeführung beim Radschnellweg die Ausnahme darstellt. In der Kiesseestraße ist die einseitige Radwegeführung aufgrund der vielen Grundstücksein- und ausfahrten sowie die Seitenstraßen nicht sinnvoll und zu gefährlich.

 

Frau Wirth möchte wissen, wie hoch die Finanzierungskosten bei der Variante 1 sind.  

Herr Koss antwortet, dass er die genauen Zahlen für die jeweiligen Varianten nicht dabei hat, aber die Variante 1 dürfte sich nicht grob von der Variante 2 unterscheiden.

 

Weiterhin möchte Frau Wirth wissen, wie es rechtlich mit dem Radschutzstreifen für Kinder- und Jugendliche aussieht, da der Radweg in der Kiesseestraße von vielen Schülern genutzt wird.

Herr Koss antwortet, dass Kinder auf dem Gehweg fahren dürfen und er nicht genau sagen kann, ab wann genau das Radfahren auf dem Radweg vorgeschrieben ist. Sicherlich müsste die Möglichkeit geprüft werden, ob schwächere Radfahrer auch auf den Gehweg ausweichen dürfen.

 

Auch möchte Frau Wirth wissen, was die N-GVFG für Radwege fördert.

Herr Koss teilt mit, dass Teilbereiche von Radwegen abgängig sein müssen, um eine Förderung zu erhalten.

 

Frau Wirth möchte dazu wissen, was die Voraussetzungen für die Prioritäten sind und wer diese vorstellt.

Herr Koss teilt mit, dass diese am 24.10.2017 im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Mobilität vorgestellt werden.

 

Frau Meyer teilt mit, dass sie das Radfahren auf einem Hochbord angenehmer findet, als auf dem Schutzstreifen der Fahrbahn, zumal sie sich beim Bergauffahren sehr unwohl fühlen würde mit der Annahme, immer Fahrzeuge hinter sich zu haben. Sie fragt daher, ob bergauf die Variante 1 und bergab die Variante 2 geprüft werden könnte.

Herr Koss teilt mit, dass die Radfahrwege in Göttingen vereinheitlichen werden sollen.

 

Herr Limpke fasst zusammen, dass die Finanzierung kurzfristig nicht möglich ist und die Darstellung eine Simulation ist, wie es sein könnte. Wie der Radweg zukünftig aussehen wird, ist daher noch völlig offen. Es gibt am heutigen Abend kein Ergebnis. Die Varianten können daher vorerst nicht akzeptiert werden, da die Finanzierung nicht sichergestellt ist.

 

Herr Bathke fragt, ob eine Veränderung an den Bushaltestellen vorgesehen ist, da in den Zeiten von 07:30 Uhr bis 08:00 Uhr ein großes Verkehrsaufkommen ist. Er bittet um Entschärfung dieser Situation. 

Herr Koss antwortet, dass ein Umbau der Bushaltebucht nur aufgrund von speziellen Gründen vorgesehen ist. Daher muss im Detail geschaut werden, ob ein Grund vorliegt, der dieses begründet. Herr Bathke bittet Herrn Koss, diesen Hinweis mitzunehmen.

 

Herr Ortsbürgermeister Harms meint, dass ein Hauptaugenmerk auf die Finanzierung zu legen ist.

 

Frau Strate teilt zum Düsteren Eichenweg mit, dass dort in den Hauptverkehrszeiten der  Verkehrsfluss oft zum Stocken kommt. Die Kiesseestraße ist stark befahren, es ist daher davon auszugehen, dass dort auch bei der Radführung auf der Straße der Verkehr zum Stocken kommt.

Herr Koss antwortet, dass dieses Problem ggf. auftreten kann, aber die Variante funktionieren wird, da die Realität anders aussieht.

 

Frau Strate meint, dass der Radweg ab Eisdiele „Eisfieber“ aufwärts wie ein Kartoffelacker aussieht und auch so zu befahren ist und fragt, ob an dieser Stelle eine Ebnung des Radweges vorgesehen ist?

Herr Koss weist darauf hin, dass das punktuelle Flicken von Schadstellen das Problem in der Kiesseestraße nicht lösen wird. Ein kompletter Straßenausbau ist hier erforderlich. Unabhängig davon ist die Verkehrssicherheit für die Verkehrsteilnehmer selbstverständlich dauerhaft sicherzustellen.

 

Herr Dr. Häntsch teilt mit, dass die Straße von 10.000 Fahrzeugen täglich befahren wird inkl. der Buslinien und der derzeitigen baulichen Gegebenheiten des Radweges. Er fragt, ob das nicht Grund genug sei, Fördermittel zu erhalten.

Herr Koss teilt mit, dass dieses auch die Auffassung der Verwaltung ist.

 

Frau Wirth findet es wichtig, wenn die Mitglieder sich nicht am heutigen Abend auf eine Variante festlegen müssen, da die Ortsratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen die Varianten nochmals diskutieren muss. Es wurde mit Geduld bis zur heutigen Vorstellung abgewartet, jedoch konnte im Fazit keine Finanzierung des neuen Konzeptes vorgestellt werden. Es ist nicht mehr zu verantworten, dass Kinder und Jugendliche solch einen Radweg nutzen müssen. Es muss deutlich schneller etwas passieren.

 

Herr Dr. Czech bemerkt, dass ihm die Analyse der Varianten sehr gut gefallen hat und er bedankt sich bei Herrn Koss. Weiterhin bemerkt er, dass er mit den Aussagen zur Finanzierung in der Vorlage nicht einverstanden ist und bittet hier um Nachdruck, dass die Finanzierung ermöglichst wird.

Zweitens möchte er sich noch nicht für eine Variante inhaltlich festlegen, sondern mit den anderen Mitgliedern eine intensive Diskussionsprozess anregen mit entsprechend eigenen Schlussfolgerungen unter dem Aspekt, was ist richtig und besser für den Auto-, Rad- und Fußverkehr und wie sieht das Finanzierungskonzept aus.

 

Herr Koss teilt mit, dass die Variantenvorstellung am heutigen Abend nur zur Kenntnis genommen werden soll, da es sich lediglich um einen Konzeptentwurf handelt.

 

Frau Tekindor-Freyjer fragt nach, ob in dem Konzeptentwurf nur die Radwege nördlich und südlich der Kiesseestraße gemeint sind und nicht die angrenzenden Radwege westlich und östlich inkl. Stichstraßen. Sind die Radwege im Osten und Westen und die Stichstraße mit im Blick der Planer betr. Überquerungen?

Herr Koss berichtet, dass dieses teilweise bereits Berücksichtigung gefunden hat.

 

Der Ortsrat beschließt einstimmig:

 

Beschluss:

Der Ortsrat/Ausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

 
 

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