zurück
 
 
7.öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren
TOP: Ö 6
Gremium: Ortsrat Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 14.09.2017 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 20:00 - 22:45 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Schützenhaus Knutbühren, Lindenallee, 37079 Göttingen
Ort:
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis
Beschluss

Frau Ortsbürgermeisterin von der Heide begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Herr Dr. Rappenecker, Herrn Ritter und Herrn Kunz von den Stadtwerken Göttingen. Herr Kunz verteilt Minipläne zum Vorhaben (Anlage 1).

Herr Dr Rappecker erläutert die derzeitige Energielage und führt aus, dass die Vergangenheit von Erdgas heute beginnen würde. Ab 2050 sei geplant kein Erdgas mehr an Privathaushalte abzugeben.

 

Das Neubaugebiet Deneweg werder 35 Einfamilienhäuser geplant. Ein Anschluss dieses Gebiets an die Gasversorgungsleitungen sei nicht mehr wirtschaftlich und die Umlegung der Kosten auf die anderen Nutzer des Gasnetzes sei sozial ungerecht.

Aus diesem Grund habe n sich die Stadtwerke Göttingen überlegt, dass für ein Baugebiet in dieser Größenordnung ein Nahwärmenetz ein gutes Angebot sei.

Hierfür werde ein Heizhaus in der Größe 6x6 m und einer Höhe von 3m benötigt, das 6-8-mal im Jahr eine Anlieferung mit LKW-Ladungen mit Holzhackschnitzel erhalte. Die Preiskalkulationen könnten aus den Plänen ersehen werden.

 

Alle Eigentümer müssen sich an die Nahwärmeversorgung anschließen. Die Anschlusskosten belaufen sich auf 12 500Euro minus einem Baukostenzuschuss in Höhe von 2000Euro. Es gibt dann eine Wärmeübergabestation in jedem Haus. Eine zusätzliche Nutzung von Fotovoltaik oder ähnlichem ist nicht ausgeschlossen.

Weiterhin fallen jährliche Kosten für die Wartung der Übergabestation 200Euro, plus einen Grundpreis von 160,00Euro pro kW (benötigt werden ca. 5 kW für ein Haus) also 900Euro und ein Arbeitspreis von 4,5ct/kWh (ca. 300 Euro pro Jahr bei einem Verbrauch von 6500kWh)

 

Herr Hess fragt nach den Erfahrungen mit dieser Technik. Herr Kunz teilt mit, dass es sich um bereits erprobte Technik handele, die unter anderem bereits in einem Wohngebiet in Kassel Anwendung fände.

 

Herr Henze vertritt die Auffassung, dass die Stadtwerke verpflichtet seien, das Neubaugebiet anzuschließen. Dem widerspricht Herr Dr. Rappenecker, da nur eine Anschlussverpflichtung aber keine Erschließungsverpflichtung bestehen würde. Herr Henze bittet auch um Auskunft, ob der Bebauungsplanentwurf nochmals in das Auslegungsverfahren müsse und ob dadurch weitere Verzögerungenr die Bürger entstehen würden.

Herr Kompart antwortet, dass dies nicht zu befürchten sei. Die Anhörung zum Satzungsbeschluss sei für den 16.11. im Ortsrat vorgesehen. Eine entsprechende Satzung zum Anschluss an die Nahwärmeversorgung könne auch nach dem Satzungsbeschluss r den Bebauungsplan erfolgen, sollte aber zeitnah vorbereitet werden, damit Bauwillige wissen was auf sie zukommt.

Da auch die Holzpreise nicht vorhersehbar seien, sei die kalkulierte Preisentwicklung nur schwer nachvollziehbar, meint Herr Henze. Bereits seit Jahren werde an diesem Baugebiet geplant und die politisch Verantwortlichen und die Bürger seien immer wieder auf spätere Termine vertröstet worden. Und jetzt kurz vor dem Satzungsbeschluss komme einer der Grundversorger und verzögere das weitere Verfahren. Fraglich sei doch, warum dies nicht viel eher passiert sei. Bereits im Herbst 2017 sollte der Satzungsbeschluss gefasst werden und die Verkaufsverhandlungen an die Interessenten gestartet sein.

Herr Dr. Rappenecker antwortet, dass die Stadtwerke nur einen Anschlusszwang hätten, aber keinen Erschließungszwang eines neuen Gebietes.

 

Herr Kupke möchte Auskunft, ob eine Erweiterung des Baugebiets um weitere 10 Häuser an die geplante Anlage angeschlossen werden könnten. Dies wird von Herrn Dr. Rappenecker bejaht.

Außerdem fragt Herr Kupke nach den Kosten für die neuen Hauseigentümer. Die Wärmetauscher müssten gezahlt werden sowie anteilige Übergabeerneuerungskosten und anteilige Kosten der Station.

Herr Ritter teilt nochmals die Kostenzusammensetzung mit.

 

Frau Schüle-Rennschuh fragt nach dem Szenarium, was passiere mit dem Preis wenn der Bedarf an Hackschnitzeln ins Unendliche steige. Herr Ritter erklärt, dass es einen Holzindex für ganz Deutschland gäbe. Auch die Frage nach giftige Holzstoffen wird von Herrn Ritter dahingehend beantwortet, dass nur naturbelassendes Holz benutzt werde und das angelieferte Material beprobt werde.

 

Herr Bock begrüßt die Möglichkeit der zusätzlichen Anschlussmöglichkeiten für eine Erweiterung des Baugebiets. Er merkt aber an, dass bei den Gasanbietern für ihn grundsätzlich immer Wechselmöglichkeiten bestünden, dies sei leider hier nicht möglich. Hier bestehe nun ein Anschlusszwang, der keine Wechselmöglichkeiten zulasse. Herr Ritter antwortet, dass die Nahwärme für 10 Jahre gebunden sei. Herr Dr. Rappenecker weist auf die Kontrollbehörde hin.

 

Herr Krummacker lehnt diese Monopolsituation gegenüber denrgern ab. Herr Ritter stellt nochmals die Vorzüge dieses alternativen Energiekonzepts dar. Herr Krummacker findet das Verhalten der Stadtwerke in dieser Angelegenheit nicht in Ordnung.

 

Frau Ortsbürgermeisterin von der Heide möchte wissen was passiere, wenn es zu keiner Einigung käme. Herr Dr. Rappenecker teilt mit, dass dann jeder Eigentümer individuelle Lösungen finden müsse. Festzuhalten bleibe, dass jedes Grundstück angeschlossen werden muss wenn es zu dieser Art der Nahwärmeversorgung komme. Ergänzend könne mit anderen Energien, z.B. Photovoltaik Wärme zusätzlich erzeugt werden.

Wenn es nicht zu dieser Versorgung komme, müsse jeder Hauseigentümer sich selber um die Wärmeversorgung kümmern.

 

Herr Haepe ist erstmal erfreut über den Verbrauch der Güter vor Ort. Aber auch der Rohholzmarkt werde immer schwieriger, insbesondere durch Holzpaletten, die aus dem Ausland kämen und mit Schadstoffen getränkt seien. Die Gesellschaft müsse mit den Folgen leben.

Herr Henze fragt, was mit seiner erdgasbetriebenen Heizung zu Hause werde nach den Ausführungen von Herrn Rappenecker. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass der Aufsichtsrat der Stadtwerke und nicht Herr Dr. Rappenecker diese Entscheidung treffen werde, ob das Gebiet angeschlossen werde.

 

Herr Dr. Rappenecker teilt mit, dass die Grundversorgung durch dieses vorgestellte Angebot sichergestellt werden solle.

 

Frau Warnecke-Kharazipour überzeugen die Argumente bisher noch nicht. Sie findet den Zeitpunkt der Vorstellung im Ortsrat viel zu spät, da bereits sehr viele Bauwillige schon sehr lange auf die Entscheidungen zum Deneweg warteten. Fraglich sei, wie lange man noch warten könne, um Alternativen zu prüfen bzw. sich mit der Materie vertrauter zu machen. Herr Dr. Rappenecker teilt mit, dass die Ausschreibungen für die Maßnahme bereits vorbereitet seien.

Herr Kompart ergänzt, dass der vorgesehene Kinderbaulandbonus die Anschlusskosten mindere.

 

Der Ortsrat beschließt die Sitzung von 21.26 Uhr bis 21.35 Uhr für Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer zu unterbrechen.

 

Herr Voigt lobt die Stadtwerke bisher als immer fairen Vertragspartner. Herr Wöhl empfindet das Verhalten als Vergewaltigung der Kunden. Dem widerspricht Herr Dr. Rappenecker. Herr Imke fragt nach der Dauer des Vertragsverhältnisse und den nachfolgenden Angeboten.

Herr Ritter erläutert, dass der Nutzungsvertrag für 10 Jahre abgeschlossen werde und danach einem Folgevertrag grundsätzlich nichts im Wege stehen werde.

Herr Müncher, als bauwilliger Bürger in diesem Planbereich, steht den Ausführungen sehr positiv gegenüber.

 

 

Der Ortsrat macht einstimmig Beratungsbedarf geltend.

 

 

 

ALLRIS® Test-Dokument HTML Konvertierung

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich 170914_FW Hetjershausen 14_09_2017 (1054 KB)      

 

 

 
 

zurück