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Bezeichnung: 8. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschusses der Stadthalle
Gremium: Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle
Datum: Do, 18.10.2012 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:30 - 18:40 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Sitzungsraum THORN (126), Hiroshimaplatz 1 - 4, 37083 Göttingen (barrierefrei)
Ort:

TOP   Betreff Vorlage

Ö 1  
Eröffnung, Feststellung der ordnungsgemäßen Ladung, der Beschlussfähigkeit und der Tagesordnung    
Ö 2  
Genehmigung des Protokolls über den öffentlichen Teil der 7. Sitzung vom 18.09.2012
KultA/058/2012/01  
Ö 3  
Mitteilungen der Verwaltung    
Ö 4  
Enthält Anlagen
Kulturticket für Studierende der Universität Göttingen Bericht des AStA der Universität Göttingen    
Ö 5  
Enthält Anlagen
Zur Situation der Live-Musikclubs in Göttingen Bericht des Rockbüro Göttingen e.V.    
Ö 6  
Gedenktafel für Alfred Hessel
FB41/249/12  
    VORLAGE
    Antrag

Antrag

Der Antrag auf Anbringung einer Gedenktafel für Alfred Hessel wurde am 15. Februar 2012 von Herrn Karl-Udo Bigott gestellt. Der Antrag wird durch das Gutachten des Denkmalbeauftragten der Universität Herrn Prof. Dr. Peter Aufgebauer befürwortet. Die Gedenktafel soll am Gebäude Herzberger Landstraße 50, in dem Hessel 1927 bis zu seinem Tode 1939 wohnte, angebracht werden. Das Einverständnis des Eigentümers liegt vor. Die Tafel soll folgenden Text erhalten:

Alfred Hessel

Historiker

1927-1939

 

Lebensdaten

Alfred Hessel wurde als Sohn eines Kaufmanns und Bankiers am 7. Juni 1877 in Stettin geboren. Ab 1895 studierte er Geschichte, Philosophie und Volkswirtschaft in Heidelberg, München und Berlin, wo er 1899 promoviert wurde. Aufgrund seiner 1910 publizierten Geschichte Bolognas im 12. und 13. Jahrhundert habilitierte er sich 1914 an der Universität Straßburg für Mittlere und Neuere Geschichte. Nach dem I. Weltkrieg habilitierte er sich an die Universität Göttingen um, wo er ab 1919 als Privatdozent lehrte. Auf Anregung Karl Brandis erhielt er ab 1922 eine Stelle als Bibliothekar in der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek Göttingen und war zugleich seit 1924 Mitdirektor des Diplomatischen Apparats. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung wurde Hessel 1935 von seinen Lehrverpflichtungen entbunden und als Bibliothekar in den Ruhestand versetzt. Ende 1938 scheint Hessel den Entschluss zur Emigration aus Deutschland gefasst zu haben, konnte diesen Plan vor seinem Tod aber nicht mehr durchführen. Er starb am 18. Mai 1939 in Göttingen. 

 

Bedeutung

Alfred Hessel ist für die Göttinger (Universitäts-)Geschichte in doppelter Hinsicht von Bedeutung. Zum einen war er ein hochqualifizierter Historiker und vor allem Hilfswissenschaftler, der durch seine Lehrtätigkeit großen Einfluss auf die Entwicklung der Deutschen Geschichtswissenschaft ausübte. Seine für Göttingen wichtigste wissenschaftliche Leistung war die Erarbeitung der Geschichte der Universitätsbibliothek, die ihm im Vorfeld des 200. Universitätsjubiläums übertragen worden war. Mit diesem Vorhaben verbindet sich zugleich der zweite Aspekt seiner Bedeutung für Göttingen: Sein exemplarisches Schicksal als Wissenschaftler jüdischer Herkunft. Die Geschichte der Universitätsbibliothek erschien 1937, ohne dass sein Name erwähnt oder sonst auf seine Autorenschaft hingewiesen wurde. Bereits zwei Jahre zuvor und noch vor dem Erlass der Nürnberger Rassengesetze am 15. September 1935 war vom damaligen Dekan der Philosophischen Fakultät seine Entfernung aus dem Amt beantragt worden. Und nach seinem Tod verhinderte der städtische Friedhofsdezernent entgegen der geltenden Friedhofsatzung die Bestattung Hessels auf dem städtischen Friedhof.

   
    GREMIUM: Ausschuss für Kultur und Wissenschaft/Betriebsausschuss Stadthalle    DATUM: Do, 18.10.2012    TOP: Ö 6
    STATUS DER SITZUNG: öffentlich/nichtöffentlich    BESCHLUSSART: (offen)   
    Antrag

Nach ergänzenden Erläuterungen des Antragstellers Herrn Bigott und durch Herrn Dr. Böhme nimmt der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft die Vorlage der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.

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Anschließend wird die Sitzung für Fragen der anwesenden Einwohnerinnen und Einwohner unterbrochen.

Bürger  Kunze bittet die CDU-Ratsfraktion darum, sich dafür einzusetzen, dass am Reinke-Brunnen wieder Brunnenwasser fließe, da die Verwaltung hier nach seiner Ansicht untätig bleibe.

Herr Beck verweist in diesem Zusammenhang auf ein bereits im Juni d. J. an Herrn Kunze gerichtetes Schreiben, in dem auf die mit erheblichen Kosten verbundene Neumontage der Wasserzuleitung vom Schacht bis zum Brunnen verwiesen wurde und dass hierfür derzeit keine Haushaltsmittel zur Verfügung stehen würden.

Herr Dr. Böhme erklärt auf Nachfrage des Bürgers Kunze, dass aufgrund der weiteren Bauarbeiten im Städtischen Museum keine Erneuerung des Straßenbelages im Hinterhof geplant sei.

Bezüglich der vom Bürger Kunze erneut vorgeschlagenen Verleihung des Satirepreises „Göttinger ELCH“ an Dieter Hallervorden und Jürgen von der Lippe verweist Herr Arndt erneut auf die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger durch eine unabhängige Jury.

Frau Dr. Schlapeit-Beck erklärt bezüglich der vom Bürger Kunze vorgeschlagenen Straßenbenennung nach Hildegard von Bingen, dass für eine Straßenbenennung grundsätzlich ein Bezug zu Göttingen bestehen sollte. Ein solcher bestünde für Hildegard von Bingen nicht.

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Anschließend wird die Sitzung in der Zeit von 17.50 bis 17.58 Uhr für eine Pause unterbrochen.

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Ö 7  
Enthält Anlagen
1. Lesung des produktorientierten doppischen Haushaltes 2013/2014 inkl. Beratung über Produktbeschreibungen, Ziele und Kennzahlen: Teilhaushalt 41 Fachbereich Kultur    
Ö 8  
Zuschussvergabe an kulturelle Projekte und Einrichtungen im Jahr 2012 3. Bericht
Enthält Anlagen
FB41/250/12  
Ö 9  
Enthält Anlagen
Anfragen des Ausschusses    
N 10     (nichtöffentlich)      
N 11     (nichtöffentlich)      
N 12     (nichtöffentlich)      
             

 
 

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