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Betreff: Radschnellwegführung zwischen Göttingen und Rosdorf - Ergebnis der Variantenprüfung zw. Bahnhof und Rosdorfer Kreisel
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage/sonstige Vorlage
  Bezüglich:
FB61/1216/15
Federführend:61-Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Entscheidung
18.02.2016 
65. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke vertagt (zurückgestellt)   
10.03.2016 
66. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke geändert beschlossen   
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke Vorberatung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:             

 

Der Ausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis. Der Einleitung der weiteren Planungsschritte der Variante Eisenbahnstr. Leinestr. Am Gartetalbahnhof Groner Landstr. für beide Fahrtrichtungen wird zugestimmt. Die Route Bürgerstraße → Rosdorfer Weg als Zusatzangebot in südlicher Richtung wird zunächst nicht weiterverfolgt.

Begründung:              

 

Die Verwaltung hat in der Ausschusssitzung am 10.12.2015 mehrere Varianten zur Führung des Radschnellwegs Göttingen – Rosdorf im Bereich Groner Tor vorgestellt (Ds. FB61/1216/15). Es herrschte Einvernehmen darüber, dass der Radschnellweg nicht auf der Nordseite der Groner Landstraße geführt werden soll und der sogenannte freie Rechtsabbieger an der Nordwestecke des Groner Tors zurückzubauen ist.

 

Die Verwaltung wurde gebeten, vor Beschlussfassung im Ausschuss für den Radschnellweg in Fahrtrichtung Süden/Rosdorf alternative Varianten zu prüfen und in die Abwägung einfließen zu lassen. Es wurde untersucht, wie eine Führung mit teilweiser Separierung der Fahrtrichtungen unter Einbeziehung der Bürgerstraße und Rosdorfer Weg realisiert werden kann. Die Verwaltung hat dazu drei Untervarianten für ein Zusatzangebot in Fahrtrichtung Süden geprüft:

 

1.              Führung vom Groner Tor in südliche Richtung über die Bürgerstraße, Rosdorfer Weg, den Knotenpunkt Rosdorfer Weg/Wiesenstr./Brauweg über die Leinebrücke zum Rosdorfer Kreisel.

              In nördliche Richtung vom Rosdorfer Kreisel über die Leinebrücke, Eisenbahnstraße, Leinestraße, Am Gartetalbahnhof und Südseite Groner Landstraße zum Groner Tor

 

2.              Führung vom Groner Tor in südliche Richtung über die Bürgerstraße, Rosdorfer Weg, Schiefer Weg, Leinestraße, Eisenbahnstraße über die Leinebrücke zum Rosdorfer Kreisel.

              In nördliche Richtung vom Rosdorfer Kreisel über die Leinebrücke, Eisenbahnstraße, Leinestraße, Am Gartetalbahnhof und Südseite Groner Landstraße zum Groner Tor.

 

3.              Führung vom Groner Tor in südliche Richtung über die Bürgerstraße, Rosdorfer Weg, Schiefer Weg über die Leinebrücke, entlang des Westufers der Leine zum Rosdorfer Kreisel.

In nördliche Richtung vom Rosdorfer Kreisel entlang des Westufers der Leine, Schiefer Weg, Am Gartetalbahnhof und Südseite Groner Landstraße zum Groner Tor.

 

 

Beschreibung der Untervarianten:

 

Zu 1:

In der Bürgerstraße wird zwischen Groner Tor und Rosdorfer Weg die Mittelinsel zurückgebaut. Die dadurch gewonnene Breite wird dem Radweg auf der Westseite der Bürgerstraße zugeschlagen. Die Gehwegbreite beträgt auf der Westseite 2,50 m. Der Radweg weist eine Breite von ebenfalls 2,50 m auf.  Zusätzlich wird ein 50 cm breiter Sicherheitstrennstreifen zur Kfz-Fahrbahn vorgesehen. Die Breiten der Kfz-Fahrbahnen und des östlichen Geh- und Radwegs ändern sich nicht. Auf Höhe des großen Baumes beträgt die Radwegbreite 2,25 m. Im Rosdorfer Weg zwischen Bürgerstraße und Schiefer Weg wird der Radschnellweg als Fahrradstraße geführt. Um hierfür eine ausreichende Fahrbahnbreite zu erreichen, wird auf 5 Stellplätze an der Westseite des Rosdorfer Wegs verzichtet. Im weiteren Verlauf des Rosdorfer Wegs bis zum Brauweg bleibt der Fahrbahnquerschnitt unverändert. Der Radfahrer wird hier im Mischverkehr zusammen mit dem Kfz-Verkehr geführt. Um dennoch den Radfahrern Vorrang einzuräumen, wird dieser Abschnitt ebenfalls als Fahrradstraße ausgewiesen.

 

Am Knotenpunkt Rosdorfer Weg/Brauweg/Wiesenstraße wird der Radfahrer rechts an der Lichtsignalanlage vorbeigeführt und mündet im Rosdorfer Weg auf einen 2,00 m breiten Radfahrstreifen in westliche Richtung. Der freie Rechtsabbieger von Norden in Richtung Westen wird aus Verkehrssicherheitsgründen zurückgebaut und der Rechtsabbiegefahrstreifen in die Signalisierung einbezogen. Der Radfahrstreifen endet an der Geh- und Radwegbrücke über die Leine.

In Gegenrichtung wird der Radschnellweg, ausgewiesen als Fahrradstraße, über Eisenbahnstraße, Leinestraße und Am Gartetalbahnhof auf einen 3,00 m breiten Einrichtungsradweg der Groner Landstraße (Südseite) geführt und quert die Groner Landstraße am Groner Tor in Richtung Norden. In diesem Zusammenhang können an der Groner Landstraße (Südseite) der Gehweg verbreitert und ein Sicherheitstrennstreifen zur Fahrbahn geschaffen werden. Die (Zusatz-)Kosten für die Baumaßnahmen entlang der Bürgerstraße und Rosdorfer Weg zw. Brauweg und Leinebrücke liegen bei rd. 300.000,- EUR.

 

 

Zu 2:

Abweichend von Untervariante 1 verläuft der Radschnellweg in südliche Richtung ab dem Knotenpunkt Rosdorfer Weg/Schiefer Weg/Marienstraße als Fahrradstraße über den Schiefer Weg in Richtung Westen bis zur Leinestraße und biegt dann Richtung Süden ab in die Leinestraße und Eisenbahnstraße bis zum Rosdorfer Kreisel. Die (Zusatz-)Kosten belaufen sich auf ca. 150.000,- EUR.

 

 

Zu 3:

Beide Fahrtrichtungen werden am Knoten Schiefer Weg/Am Gartetalbahnhof/Leinestraße zusammengeführt. Der weitere Verlauf ist als Fahrradstraße bis zur Geh- und Radwegbrücke über die Leine vorgesehen und führt dann in südliche Richtung entlang des Westufers der Leine auf einem verbreiterten 4,00 m breiten gemeinsamen Geh- und Radweg bis zum Rosdorfer Kreisel. Die (Zusatz-)Kosten ohne Berücksichtigung der Baumaßnahmen am Leinewestufer belaufen sich auf ca. 150.000,- EUR.

 

 

 

Bewertung der Varianten:

 

alle Varianten:

 

Der Verlauf in Richtung Süden entlang der Bürgerstraße in den Rosdorfer Weg ist für den Radfahrer in Richtung Rosdorf und Leineberg „gefühlt“ und auch tatsächlich die kürzeste Route. Mit 2,50 m Breite (in Höhe des Baums 2,25 m) verfügt der Radweg über eine ausreichende Breite, um den Radschnellwegverkehr zumindest in eine Richtung aufzunehmen. Im Bereich des Baumes bleibt die Engstelle für Fußgänger (1,40 m Breite) allerdings bestehen. Somit muss trotz Umbaus auch weiterhin damit gerechnet werden, dass Fußgänger gelegentlich den Radweg betreten. Im Bereich Rosdorfer Weg zw. Bürgerstraße und Schiefer Weg wird die Route als Fahrradstraße geführt, was bei hohem Radverkehrsaufkommen in Verbindung mit dem Buslinienverkehr (Linie 80 Richtung Leineberg) zu Fahrzeitverlusten im ÖPNV führen kann.

 

In Richtung Norden über „Am Gartetalbahnhof“ wird die Einmündung in den Radweg entlang der Südseite der Groner Landstraße durch Markierungen, Vorfahrtsregelungen und Verschwenkungen gesichert. Hier sind darüber hinaus noch weitergehende Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit denkbar, welche im weiteren Planungsprozess entwickelt werden. Insgesamt wird die Situation vor der Unterführung als lösbar angesehen.

 

 

Zu Variante 1:


Zwischen Schiefer Weg und Brauweg beträgt die Fahrbahnbreite ca. 6,20 m. Damit ist das Anlegen eines Radfahrstreifens nicht möglich. Die bestehenden ehemaligen Hochbordradwege zu beiden Seiten der Fahrbahn sind für den Radverkehr nach heutigen Maßstäben ungeeignet und können daher nicht berücksichtigt werden. Um dem Radfahrer dennoch eine sichere Führung zu bieten, wird der Abschnitt als Fahrradstraße ausgewiesen. Bereits heute beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf dem Abschnitt 30 km/h. Damit würde sich das Geschwindigkeitsniveau nicht ändern, aber für den ÖPNV wäre die Ausweisung als Fahrradstraße mit Nachteilen verbunden. Auf dem Rosdorfer Weg zwischen Brauweg und Leinebrücke kann für den Radverkehr in Richtung Westen mit dem Radfahrstreifen ein hochwertiges Angebot geschaffen werden. Die vorhandenen Radverkehrsanlagen (schmale Hochbordradwege auf beiden Seiten) genügen nicht mehr den heutigen Ansprüchen.

 

Der Radverkehr in Richtung Norden wird östlich der Leinebrücke in die Eisenbahnstraße geführt. Der Radfahrer befindet sich bereits auf der Nordseite des Rosdorfer Wegs und muss zum Einbiegen in die Eisenbahnstraße nicht mehr den Rosdorfer Weg queren. Würde der Radverkehr in Richtung Norden über den Rosdorfer Weg geführt werden, müsste der Radfahrer östlich der Fuß- und Radwegbrücke den Rosdorfer Weg queren. Eine sichere Querungsmöglichkeit könnte an dieser Stelle nur mit einer Lichtsignalanlage geschaffen werden. Zudem können im weiteren Verlauf Richtung Brauweg keine Angebote für den Radverkehr geschaffen werden.

 

Insgesamt betrachtet, bietet diese Variante den Vorteil, dass der Radfahrer vom Bahnhof in Richtung Leineberg und Rosdorf über eine direkte Route geführt wird.

Im Variantenvergleich (mit der „Verwaltungsvariante“) überwiegen jedoch weiterhin die Vorteile des Routenvorschlags der Verwaltung. Die Vorzugsvariante stellt das komfortabelste Angebot für den Radfahrer dar und die Führung der Radfahrer verläuft über Straßenzüge mit  vergleichsweise geringer Kfz-Belastung.

 

Zu Variante 2:

 

Bei dieser Variante wird der Radverkehr in Richtung Süden an der Kreuzung Rosdorfer Weg/Schiefer Weg über den Schiefer Weg geführt um dann nach links in die Leinestraße abzuknicken. Dadurch muss der Radfahrer zweimal im rechten Winkel abbiegen. Es darf bezweifelt werden, ob Radfahrer, die sich bereits auf dem Rosdorfer Weg befinden, diese Routenführung annehmen, oder nicht gleich geradeaus weiter den Rosdorfer Weg in Richtung Leinebrücke befahren.

 

 

Zu Variante 3:

 

Hier stellt sich ebenfalls die Frage, ob Radfahrer diesen Umweg annehmen werden oder nicht weiter den Rosdorfer Weg Richtung Leine befahren. Darüber hinaus ist für die Umsetzung dieser Maßnahme am Leineufer eine Verbreiterung des vorhandenen Wegs auf 4,00 m mit dem damit verbundenen Versetzen der Einfriedungen der Kleingärten erforderlich. Dennoch müssten sich Radfahrer und Fußgänger dort weiterhin eine gemeinsame Fläche teilen, was in diesem Bereich zu Konflikten führen wird. Im Bereich der unmittelbar angrenzenden Kleingärten entstehen durch die Radschnellwegführung überdies Konflikte mit Besuchern der Kleingärten.

 

 

Fazit:

 

Aus Sicht der Verwaltung ist die Variante 1, verglichen mit den anderen beiden neu geprüften Alternativführungen (Varianten 2 und 3), mit den geringsten Nachteilen behaftet. Die Vorzugsvariante der Verwaltung stellt jedoch bei Vergleich aller Varianten weiterhin die beste Führung für den Radfahrer dar. Die Verwaltung ist überzeugt, dass trotz der größeren Länge der Vorzugsvariante die Trasse durch die Radfahrer angenommen wird, da sie ein komfortables und sicheres Befahren ermöglicht. Sie wird unter Berücksichtigung eines erforderlichen Eingewöhnungseffektes (für diese neue Führung in Richtung Süden) das Radverkehrsaufkommen evaluieren. Sofern wider Erwarten die Auslastung als nicht zufriedenstellend angesehen wird, wird sie in Abstimmung mit dem Fördergeber eine zusätzliche Umsetzung der Variante 1 (als Ergänzungsangebot) anstreben. Erste Gespräche in diese Richtung hat es bereits mit dem Land gegeben.

 

Unter Abwägung aller Vor- und Nachteile wird daher die Vorzugsvariante beibehalten und zur Umsetzung empfohlen.

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Für die Erstellung des ersten Teilabschnitts der Radschnellwegverbindung Rosdorf-Göttingen (Rosdorfer Kreisel in Göttingen bis Bahnhof Göttingen) entstehen Kosten für die Planung und den Bau i. H. v. ca. 1,34 Mio. EUR. Diese Mittel stehen unter den Investitionsnummern 6163005006 (Planung) und 6663005010 (Bau) zur Verfügung. Die zuwendungsfähigen Kosten werden durch das Land mit 75% gefördert. Somit beträgt der Eigenanteil etwa 330.000,- EUR. Für die Varianten 1 bis 3 fallen zusätzliche Kosten an. Die zusätzlichen Kosten betragen für Variante 1 ca. 300.000,- EUR, für die Varianten 2 und 3 mindestens 150.000,- EUR.

 

Anlagen:

 

1. Lageplan Variante 1

2. Lageplan Variante 2

3. Lageplan Variante 3

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 (wie Dokument) Variante Bürgerstraße Rosdorfer Weg (3050 KB)      
Anlage 2 2 (wie Dokument) Variante Bürgerstraße_Schiefer Weg Leinestraße (2988 KB)      
Anlage 3 3 (wie Dokument) Variante Bürgerstraße_Schiefer Weg_Leineufer (3373 KB)      
 
 

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